Oensingen

Eine Lohstampfe hat dem Restaurant Stampfeli seinen Namen gegeben

Das Restaurant Stampfeli, wie es sich heute präsentiert.

Das Restaurant Stampfeli, wie es sich heute präsentiert.

Ab nächsten Freitag ist das Restaurant Stampfeli in Oensingen wieder offen. Ein Blick auf die Geschichte des Gasthauses zeigt: Das Haus war einst eine Stampfe.

Für einige Wochen war das Restaurant «Stampfeli» an der Solothurnstrasse in Oensingen geschlossen. Am nächsten Freitag gehen die Türen wieder auf, geführt wird der Betrieb neu von Levent «Leo» Simsek und seinem Team. Dieser Neuanfang gibt Anlass, nach den Wurzeln des Gasthauses zu forschen: Wer hat es gebaut? Wie ist es zu seinem Namen «Stampfeli» gekommen?

Zulieferer für die Gerberei

Ein Handwerk bzw. eine Lohstampfe hat dem Haus seinen Namen gegeben, wie der Oensinger Lokalhistoriker Bruno Rudolf weiss. Am Fusse der Lehnfluh wurde früher eine Zeit lang Gestein abgebaut, wodurch eine Grube entstand. Die Gebrüder Arn aus Niederbipp stellten im Jahr 1803 ein Gesuch, in der Grube eine Stampfe bauen und betreiben zu dürfen. Darin wurden gerbsäurehaltige Baumrinden zur sogenannten Gerberlohe zerstampft. Das Material diente zum Gerben von Leder. 1850 brannte die Liegenschaft ab, wurde dann neu aufgebaut und bis 1879 lief der Betrieb weiter.

Zehn Jahre später trat Bonaventur Berger auf den Plan. Wohl nicht ganz an der Stelle der Stampfe baute Berger ein Haus, wovon der eine Teil für die Landwirtschaft gedacht war, der andere für eine Gastwirtschaft, und diese nannte er dann «Zum Stampfeli».

Material für Gäubahnbau?

Die Liegenschaft, in der heute ein Velofachgeschäft und Wohnungen untergebracht sind, wechselte 1988 in den Besitz von Viktor Ackermann-Stadelmann; zusammen mit seinen Brüdern Primus und Peter ist er Mitinhaber des Autocenters Ackermann, Oensingen. Gemäss Viktor Ackermann soll es zwischen der erwähnten Grube, in der die Lohstampfe gestanden ist, einen Zusammenhang geben mit der 1876 eröffneten Gäubahn, Bestandteil der Schweizerischen Centralbahn. Man habe aus dieser Grube Schotter abgebaut für das Gleisbett der Bahn.

Gutbürgerlich weiter

Bis vor kurzem war die Speisekarte im Restaurant Stampfeli vorwiegend italienisch geprägt. Ganz verschwinden sollen solche Speisen unter der neuen Führung nicht. Doch den Hauptanteil bilden laut dem neuen Wirten Levent «Leo» Simsek Speisen aus gutbürgerlicher Küche. Geöffnet ist das Gasthaus ab nächstem Freitag «zum Kennenlernen», wie Simsek sagt; Sonntag ist jeweils Ruhetag.

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