Härkingen
Eine einmalige Ausstellung: Augen-Probleme erfüllen Künstler mit ganz neuer Kreativität

Der Balsthaler Künstler Edy A. Wyss stellt nach einer gesundheitlichen Zäsur neue Arbeiten in der Alten Kirche Härkingen aus.

Madeleine Schüpfer
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Edy A. Wyss findet mit seinen Arbeiten eine neue Dimension des Erkennens.

Edy A. Wyss findet mit seinen Arbeiten eine neue Dimension des Erkennens.

Bruno Kissling

Ab Freitag Abend zeigt der Balsthaler Künstler Edy A. Wyss neue Arbeiten in der Alten Kirche in Härkingen. Es ist dies eine ganz besondere Ausstellung, da Edy Wyss mit seinem Augenlicht Probleme hat. Er ist jetzt in eine ganz neue Perspektive der Betrachtung eingestiegen. Mit fast ganz verhüllten Augen geht er schattenhaften Lichtspielen nach.

Er steigt ein in eine Welt aus Fiktion und höchst sensibler Befindlichkeit. Eine ganz neue Kreativität erfüllt ihn. Das Erfühlbare gibt den Ton an, auch das mit den Händen Tastbare spielt dabei eine Rolle.

Ein tief berührender Vorgang

Dem Künstler geht es darum, seine feinen Formen in ihrer Vielschichtigkeit zu erfühlen, ihnen in einer neuen Art Leben einzuhauchen. Die Bearbeitung besteht aus subtilen inneren Vorgängen, Emotionales wird zum Mittelpunkt. Man geht sich selbst auf die innerste Spur und vermittelt so dem Betrachter neue Welten, eine neue Art des Erkennens.

Es ist dies ein grossartiger Vorgang, der jeden tief berührt, spürt man doch in diesen Vorgängen ein grosses Stück Freiheit. Eine innere Freiheit, die sich an keine geschauten Formen halten muss, sondern das zu Ahnende gibt den Ton an. Gleichzeitig hat Wyss Holzobjekte geschaffen, die an der Wand oder am Boden zu platziert sind. Diese sind aus verschiedenen Holzarten geschaffen, die man ebenfalls erfühlen darf. Die Hand, die über das Holzobjekt streift, tastet und erkennt ganz feine Zusammenhänge, die man sich zum Teil selbst erschaffen muss.

Die eigene Vorstellungswelt bekommt eine neue Dimension, ungeahnte Befindlichkeiten bekommen Bedeutung, und man erlebt eine Verzauberung, die einen tief berührt. Es ist dies eine Ausstellung, die dem Betrachter neue Welten erschliesst und ihm fühlbar macht, dass nicht nur das Geschaute zum Erkennen führt, sondern auch das Erahnte, das irgendwo im Raum steht und mit all seiner Kraft die Sinne bewegt. Diese Ausstellung ist einmalig. Die fühlbaren Formen lassen einem nie mehr los.

Hinweis

Vernissage am Freitag ab 19.30 Uhr. Maskenpflicht und Registrierung. Offen jeweils Fr 19–21 Uhr; Sa/So 14.18 Uhr.

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