Dulliken
Eine Betriebsschliessung ist immer eine vorübergehende Massnahme

Der Dulliker Gemeindepräsident Walter Rhiner begrüsst den Entscheid von Eigentümer Bruno Kammermann, dem Geschäftsführer der Bäckerei auf Ende Jahr zu kündigen. Schon seit anderthalb Jahren sorgt die «Grüselbäckerei» für Ärger.

Beat Wyttenbach
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Ende Jahr heisst es «Ofen aus» für die Grossbäckerei im Dulliker Bodenacker.

Ende Jahr heisst es «Ofen aus» für die Grossbäckerei im Dulliker Bodenacker.

Beat Wyttenbach

Gemeindepräsident Walter Rhiner zeigte sich erleichtert. «Das wurde höchste Zeit. Der Gemeinderat begrüsst es, dass sich Bruno Kammermann endlich zu diesem überfälligen Schritt durchgerungen hat».

Generell wunderte sich Rhiner, dass der Vermieter dem Treiben so lange zugeschaut habe und nicht schon früher eingeschritten sei. Und er schob hintennach: «Hätte Kammermann diesen Schritt nicht angekündigt, so hätte der Gemeinderat nach den Herbstferien das Gespräch mit ihm gesucht und ihn an seine Verantwortung erinnert, die er als Vermieter ja hat».

Der Rat hoffe, «dass Kammermann diesen angekündigten Schritt nun auch konsequent umsetzt»

Vier Kriterien überprüft

Beanstandungen gab es jeweils wegen Schwarzarbeit und den hygienischen Verhältnissen. Wie Kantonschemiker Martin Kohler gegenüber dieser Zeitung zu den hygienischen Verhältnissen ausführte, müsse ein Betrieb dann geschlossen werden, wenn laut Artikel 29 Absatz 3 des Lebensmittelgesetzes (LMG) die Gesundheit «unmittelbar und erheblich» gefährdet sei.

Überprüft würden dabei vier Kriterien: Das Qualitätssicherungssystem, der Zustand der Lebensmittel, das Einhalten der Hygienemassnahmen sowie der bauliche Zustand des Gebäudes und der Einrichtungen.

Dabei sei der Gesamteindruck der Kontrolleure entscheidend, ob ein Betrieb geschlossen werde oder nicht. «Aber eine Betriebsschliessung ist immer und ausschliesslich eine vorübergehende Massnahme», erläuterte Kohler. Sobald die Situation wieder in Ordnung sei, müsse der Betrieb wieder öffnen können.

Was genau die Kontrolleure beanstandet haben, durfte Kohler, sich auf die in Artikel 42 LMG festgehaltene Schweigepflicht berufend, nicht sagen.