Egerkingen

Eine Ausstellung über Jahreszeiten: «Lenz Friends» gehen weit über klassische Ansichten hinaus

Lenz Friends: von links Bruno Leuenberger, Fritz Brack, Giulio Cemin, Christoph R. Aerni, Martin Heim, Markus Wyss, Sofie Schenker und Edy A. Wyss.

Lenz Friends: von links Bruno Leuenberger, Fritz Brack, Giulio Cemin, Christoph R. Aerni, Martin Heim, Markus Wyss, Sofie Schenker und Edy A. Wyss.

Das siebenköpfige Künstlerkollektiv «Lenz Friends» präsentieren Jahreszeiten; eine thematische Show facettenreicher Art.

Frühlingszeit ist Lenz-Friends-Zeit. Wie gewohnt stellt das siebenköpfige Künstlerkollektiv bestehend aus Christoph R. Aerni, Fritz Brack, Giulio Cemin, Martin Heim, Bruno Leuenberger, Sofie Schenker und Edy A. Wyss auch dieses Jahr in seinem Kunstraum in Egerkingen aus. Heuer ebenfalls gemeinsam mit einem Gast: Mit dabei ist auch der Maler und Illustrator Markus Wyss aus Olten. Schmerzlich vermisst werden indes die Arbeiten des erst kürzlich verstorbenen Oltner Fotografen Kurt Bader. Die thematische Vorgabe, die sich das Künstlerkollektiv dieses Mal gemacht hat: Jahreszeiten.

Nicht nur Naturansichten

Im Reigen der Jahreszeiten klassischerweise zu erwarten sind Naturansichten, die sich von Frühling über Sommer zu Herbst bis Winter im saisontypischen Kleid zeigen. Diese Art von Bildern ist an der Ausstellung natürlich vertreten. Fritz Brack etwa zeigt in einer feinen Aquarellbildserie Margeriten im Sommer oder einen Laubwald in Orange- und Gelbtönen im Herbst. Glücklicherweise endet das Spektrum aber nicht hier; was wie eine monothematische Schau klingt, präsentiert sich nämlich äusserst vielfältig.

Dafür sorgt schon die Verschiedenheit der Künstler sowie ihre unterschiedlichen Herangehensweisen an das Thema. Vielleicht eines der eindrücklichsten Gemälde, was Farbenspiel und Schattenwurf anbelangt, liefert Bruno Leuenberger. «Aare» lautet der Titel des Bildes, auf dem sich die Blau-, Grün- und Violetttöne in Schichten übereinanderlegen. Dadurch entstehen Wellenbewegungen, Berge, Täler. Was aber Fluss, was Landschaft darstellt, ist dem Auge des Betrachters überlassen. Einer gänzlich anderen Technik bedient sich Giulio Cemin. Seine abstrakten Acrylbilder lassen an Eruptionen denken: Die Farbe ist dick und dreidimensional aufgetragen und erinnert an strömende Lava.

Farbstifte auf Fotokopien

Der Natur verbunden fühlt sich indes auch Martin Heim. Er malt mit Farbstiften auf Fotokopien und schafft so eine «Jurawiese» oder einen «Sommervogel». Rein abstrakt arbeitet indes Edy A. Wyss. Schwarze Farbspritzer prägen seine Tableaus mit mehrfarbigem Untergrund.
Im Gegensatz dazu widmen sich die Künstler Christoph R. Aerni, Sofie Schenker und Markus Wyss dem Figürlichen, genauer noch: dem Menschen. Sofie Schenkers Arbeiten weisen in dieser Ausstellung einen deutlich psychedelischen Einschlag auf, der wohl nicht jedermanns Sache ist: eine furchterregend vieläugige Gestalt hier, ineinander verlaufende Gesichter da.

Beduinen in der Wüste

Wohltuend irden, auch was die Farbgestaltung in gelb, rot und beige betrifft, ist andererseits Markus Wyss Gemälde von Beduinen in der Wüste. Und Christoph Aerni greift den «Sommer» mit einem Frauenakt am Wasser auf. Die Lenz Friends haben den Begriff der Jahreszeiten sehr weit gefasst. Ein Umstand, welcher der der Ausstellung zugutekommt.

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