«Die Bürgergemeinde kann immer etwas Zulauf vertragen», sagt Bürgerpräsident Thomas Fluri auf das anfangs Oktober im Anzeiger Thal-Gäu-Olten erschienene Inserat der Bürgergemeinde Balsthal. Unter dem Titel «Mein Wohnort, mein Bürgerort» werden seit zwei Jahren im Dorf lebende Schweizer dazu aufgerufen, das Bürgerrecht von Balsthal zu beantragen. Lanciert wurde die Einbürgerungsaktion mit reduzierter Gebühr für die Vergabe des Bürgerrechts im Mai anlässlich der Feierlichkeiten «1050 Jahre Balsthal», wie Fluri erwähnt. Das Inserat sei zusätzlich geschaltet worden, um allfällige Interessenten in Erinnerung zu rufen, dass die Aktion am 31. Oktober ausläuft.

Neue Bürger und frische Impulse

Der Bürgerpräsident geht davon aus, dass im Dorf etwa rund 30 Schweizerinnen und Schweizer leben, für die Balsthal inzwischen zur Heimat geworden ist. Diese stark im Dorf verwurzelten Menschen, die sich auch emotional mit Balsthal verbunden fühlen, will die Bürgergemeinde ansprechen, wie Fluri bemerkt. Mit der Erlangung des Bürgerrechts könnten diese Balsthalerinnen und Balsthaler ihre Verbundenheit mit dem Dorf zum Ausdruck bringen, macht die Bürgergemeinde im Internet mit einem Info-Brief Werbung in eigener Sache.

Ziel der Aktion sei nicht nur, neue Bürgerinnen und Bürger zu gewinnen, sondern auch motivierte Personen, welche der Bürgergemeinde neue Impulse vermitteln könnten, bemerkt Fluri. Einbringen könnten sich Eingebürgerte an den Bürgergemeindeversammlungen oder mit der Teilnahme an Abstimmungen und Wahlen der Bürgergemeinde. Natürlich hoffe der Bürgerrat, dass unter den Antragstellern auch Leute dabei seien, welche in der Bürgergemeinde nicht nur mitbestimmen, sondern in dieser auch aktiv mitarbeiten möchten. Möglichkeiten dafür gebe es viele, bemerkt Fluri mit dem Verweis auf die Güter der Bürgergemeinde (siehe links).

Nicht die erste Einbürgerungsaktion

Wie viele der online abrufbaren Anmeldeformulare für die Einbürgerung bisher bei der Bürgergemeinde eingegangen sind, wisse noch nicht, sagt Fluri. Die Einbürgerungsaktion sei im Dorf aber insgesamt sehr positiv aufgenommen worden. Dies wohl auch deshalb, weil eine solche Aktion in Balsthal bereits vor etwa rund 15 Jahren erfolgreich durchgeführt worden ist, wie Fluri berichtet. Wie viele Einbürgerungen damals daraus resultiert haben, sei ihm nicht bekannt. Die Bürgergemeinde habe aber nachhaltig davon profitiert. Eine Prognose in Bezug auf die jüngste Aktion wollte Fluri nicht abgeben. Wenn zehn Personen das Bürgerrecht beantragten, sei das ein Erfolg. Wann der Einbürgerungsakt über die Bühne gehen soll, ist ebenfalls noch offen. «Es wird ein schlanker aber würdiger Anlass», so der Bürgerpräsident.