Beinahe so farbenfroh wie seine Bilder steht Carl-W. Röhrig vor der Leinwand. Mit geübten Strichen und lockerem Handgelenk trägt er die Farbe auf. Viele seiner Bilder sind mit Acryl- oder Ölfarben gemalt. Einige auch mit Aquarell, ein paar sogar mit Airbrush-Technik. Der Künstler ist es gewohnt, vor den Augen Anderer zu malen. Denn es ist nicht das erste Mal, dass er seine Werke im Gäupark ausstellt. «Es ist ein gutes Training, aber man muss auch geübt sein», gibt er zu verstehen. «Um vor Publikum zu malen, braucht man eine gewisse Sicherheit. Sonst könnte ja irgendein Mist zustande kommen», so der Künstler lachend.

Noch bis zum 26. Mai führt Röhrig im Einkaufszentrum Gäupark in Egerkingen eine grosse Kunstausstellung mit Gemälden und Kunstbüchern durch. Der Künstler selbst ist jeweils nach dem Mittag bis abends vor Ort und malt live an seinem neusten Kunstwerk. Bereits jetzt sind die typisch geschwungenen Naturformen zu erkennbar, die auch in vielen anderen Werken vorkommen.

Verbundenheit mit Natur

«Ich habe mich schon immer sehr mit der Natur verbunden gefühlt», erklärt der Künstler. Ab den 80er-Jahren begann er, für renommierte deutsche Zeitschriften wie beispielsweise Stern oder Spiegel zu malen. Oftmals hat Röhrig das Thema Umweltkatastrophe verbildlicht wie etwa die Darstellung der Atom-Angst im Zusammenhang mit der Tschernobyl-Katastrophe von 1986. Aus diesen Bildern entwickelte sich unter anderem auch die berühmte Bildserie «Regenwald-Phantasien». Bis heute führt der Maler diese Serie weiter.
Ebenfalls immer wieder erkennbar in seinen Werken sind menschliche Gesichter. Sie sind eingeflochten in Äste, Bäume, Blätter, in die gesamte Natur. «Die Gesichter spiegeln die Lebendigkeit der Natur», erklärt der Maler. Weil diese so versteckt sind, hat Röhrig auch bereits Suchspiele mit seinen Bildern veranstaltet.

Rund 3000 Kunstwerke

Die Resonanz auf die öffentliche Malstunde des Künstlers sei überraschend gut. «Viele Kunden bleiben stehen und betrachten meine Werke.» Ausgestellt sind Bilder seiner berühmtesten Serien wie eben der «Regenwald-Phantasien» aber auch seiner bekannten «Tarot-Serie» mit symbolischen Inhalten sowie die «Ahnengalerie bedrohter Tiere», einer Serie von akribisch genau dargestellten bedrohten Tierporträts.

Röhrigs Gesamtwerk beläuft sich auf rund 3000 Gemälde, Illustrationen und Skulpturen. Zudem wurden in den vergangenen zwei Jahrzehnten neun Bücher über sein künstlerisches Schaffen veröffentlicht. Einer davon ist der Bildband «Die Zukunft hat niemals ein Ende» mit über 900 Abbildungen.