Carsharing

Ein weiterer Mobility-Standort ist angedacht

Es ist selten da: Das Fahrzeug in Oensingen wird rege genutzt.

Es ist selten da: Das Fahrzeug in Oensingen wird rege genutzt.

Das Angebot der Genossenschaft Mobility ist in den Agglomerationen und den Städten schweizweit auf dem Vormarsch. Im Thal-Gäu liegt das Angebot aber noch brach.

Das Carsharing-Angebot von Mobility boomt. In der Schweiz hat die Genossenschaft bereits 120 000 Kunden. In der Amtei Thal-Gäu sieht die Situation etwas anders aus. So finden sich hier nur gerade 70 Kundinnen und Kunden. Und nur gerade in Härkingen und Oensingen gibt es einen Standort. In der Schweiz betreibt die Mobility Genossenschaft 1400 Standorte mit insgesamt 2700 Fahrzeugen.

Warum nicht mehr Standorte?

Mobility orientiert sich im Aufbau ihres Netzes an der Nachfrage, wie Patrick Eigenmann, Verantwortlicher Kommunikation und Medien, verlauten lässt. Und diese ist in der Region nicht in genügendem Ausmass vorhanden. «Nebst der Einwohnerzahl evaluieren wir die Siedlungsstruktur einer Gemeinde, die Affinität der Einwohner zu Carsharing und die Anschlussmöglichkeiten an den öV.»

Darum nutzen im Thal auch nur gerade zehn Leute das Angebot. Dies weil in ländlichen Gemeinden das Privatauto häufig einen hohen Stellenwert habe, da es die nötige Alltagsmobilität sicherstellt.

Zudem sei in ländlichen Gebieten die Verkehrsüberlastung weniger stark und die Taktfrequenz des öV weniger hoch als in den Städten. «Mobility funktioniert jedoch am besten im Zusammenspiel mit dem öV», erklärt Eigenmann. Heisst: schlechteres öV-Angebot gleich weniger Mobility-Kunden. Carsharing ist dabei vorwiegend als Ergänzung zu sehen.

Der Standort in Oensingen dürfte denn auch, geht es nach den internen Kriterien von Mobility, nur bedingt rentieren. Es existiere zwar keine festgeschriebene Grösse, bei der die Genossenschaft einen Standort aufmacht, doch zeige die Erfahrung, dass in Gemeinden unter 5000 Einwohnerinnen und Einwohnern meist die Nachfrage fehle, um die Fahrzeuge genügend auszulasten.

In diesen Fällen gäbe es die Möglichkeit für eine begrenzte Anzahl von Gemeinden, dass sie mit einer jährlichen Grundkostenbeteiligung den Mobility-Standort stützen. Dies ist auch in Oensingen der Fall. Damit rufe Oensingen einen Standort ins Leben, den Mobility selber aus Gründen des Potenzials nicht eröffnen würde, so Eigenmann.

Keine Kosten für die Gemeinde

Doch in Oensingen läuft das Angebot so gut, dass die Gemeinde laut Gemeindepräsident Markus Flury noch in keinem Jahr diese Defizitgarantie hat zahlen müssen. «Und auch für das Jahr 2015 ist dies nicht der Fall», freut sich Flury. Die Gemeinde möchte so mit dem Mobility-Standort etwas für die Umwelt tun und den öV stützen.

Hinzu komme, dass Oensingen das Energiestadt-Label trägt. «Es ist so, dass das Fahrzeug wenig auf dem Parkplatz steht», sagt Flury. So habe man im Gemeinderat auch bereits Überlegungen angestellt, dass eventuell ein zweiter Standort oder mindestens ein zweites Fahrzeug in Oensingen etabliert werden kann.

Etwas anders liegt der Fall in Härkingen, wo die Post das Angebot als Geschäftskunde nutzt und daher eine hohe Grundauslastung garantiert. Zudem werde das Fahrzeug von Privatkunden rege genutzt, wie Patrick Eigenmann sagt.

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