An der Länggass in Niederbuchsiten entsteht ein neues Zuhause. Allerdings nicht irgendeins: «Ein viereckiger, grauer Klotz kam für uns gar nicht in Frage», sagt Bauherr Paul Müller. Stattdessen steht auf dem Grundstück an der Kreuzung der Wolfwilerstrasse und der Länggass seit Ende März ein komplett aus Weisstannenholz gefertigtes, zweistöckiges Blockhaus.
«Es war ein Bauchentscheid», erklärt Paul Müller.

Als letzten Frühling klar wurde, dass die fünfköpfige Familie Müller aus dem bernischen Bannwil ein Haus bauen möchte, stellte sich ihnen die Frage, wie es aussehen soll. Nach der Besichtigung einiger Blockhäuser, sei ihnen die Entscheidung leicht gefallen: «Wir haben uns beim Eintreten in diese Häuser sofort wohlgefühlt», sagt Müller. «Sie leben, verändern die Farbe und altern mit uns, und so begannen wir im April 2018 unseren Traum umzusetzen.»

Ein «lebendiges» Haus

Mit einem gewöhnlichen Einfamilienhaus ist der Bau eines Blockhauses kaum zu vergleichen. Dieser erfordert spezifische Fachkenntnisse sowohl für die Planung als auch in der Bauausführung. «Die Konstruktion wird nass verbaut. Der Trocknungsprozess des Holzes findet während der nächsten drei bis vier Jahre am Bau statt», sagt Bauleiter und Schreiner Kaspar Bühlmann, der gemeinsam mit der Familie Müller das Bauprojekt entwickelt hat. Während des Prozesses senke sich das Haus gesamthaft um etwa 15 bis 17 Zentimeter. Die Fachleute müssen die Absenkung über einen justierbaren Innenpfosten steuern.

Das weiss auch Andreas Hochuli, Planer der Firma Alaska Blockhaus GmbH aus Triengen/Luzern, welche für den Bau des Blockhauses beauftragt wurde. Mit über 100 schweizweit realisierten Projekten besitze das Unternehmen die nötige Erfahrung und Kompetenz im Blockhausbau. Das unternehmensinterne Planungsbüro habe sich um die Eingabeplanung und die Beschaffung der Baubewilligung in Niederbuchsiten gekümmert und da der Kanton Solothurn eine sehr unkomplizierte und speditive Baubewilligungspraxis anwendet, lagen die nötigen Papiere für den Baustart bereits nach sechs Wochen vor.

Im Dezember 2018 sei die Vorfertigungsphase der Blockhauskonstruktion in der Werkhalle in Triengen gestartet. Gemäss Hochuli komme das verarbeitete Holz vollumfänglich aus dem Forstgebiet des Kantons Solothurn. Etwa 120 bis 125 Kubikmeter Rundholz seien an diesem Haus verbaut worden. Das entspreche ungefähr 150 Baumstämmen. Zeitgleich zum Aufbau des Hauses in der Werkhalle wurden auf dem Grundstück in Niederbuchsiten die Werkleitungen und die Betonbodenplatten mit den nötigen Fundamenten erstellt. Innerhalb von nur drei Tagen habe dann das Blockhaus Ende März auf dem Platz an der Länggass aufgebaut werden können, wo nun ein fast fertiges, zweistöckiges Einfamilienhaus mit sechs Zimmern steht.

Natürliches Raumklima

«Dieses Blockhaus ist sicher nicht teurer als ein im konventionellen Stil errichtetes Haus», sagt Bauleiter Bühlmann. Die Umsetzung der Wünsche der Bauherrschaft würden jedoch unter Umständen spezielle Detaillösungen erfordern. «Aber mit den nötigen Vorkehrungen sind beispielsweise selbst die heutzutage üblichen grossen Fensterfronten möglich», ergänzt er. Darüber seien sie im Vorfeld sauber aufgeklärt worden, versichert die Bauherrin Nadine Müller. Sie schätze vor allem die gesundheitlichen Vorteile des Hauses. Das Rundholz garantiere während jeder Jahreszeit ein angenehmes, gleichmässiges Klima und hält die Luftfeuchtigkeit immer konstant. Es bedarf alle zwei bis vier Jahre allerdings auch einer Pflege mit Seifenlauge, damit es seine «Schönheit» behalte.

«Ein Haus mit möglichst vielen Naturbaustoffen zu bauen, war uns ein Anliegen. Nun haben wir uns diesen Traum erfüllt und freuen uns auf den baldigen Einzug ins neue Haus», sagt Nadine Müller. Die Innenausbauarbeiten seien voll im Gang und würden noch bis Ende Juli dauern. Der Einzug ins neue Blockhaus sei auf Anfangs August geplant.