Mümliswil-Ramiswil
Ein Plus, das Freude macht – aber nicht nur

Die Rechnung 2014 von Mümliswil-Ramiswil weist ein Plus von rund 735 000 Franken aus – echte Freude mag trotzdem nicht aufkommen.

Josef Tschan
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Der ehemalige Kindergarten ist verkauft worden, der Erlös verhinderte ein Defizit in der Jahresrechnung.

Der ehemalige Kindergarten ist verkauft worden, der Erlös verhinderte ein Defizit in der Jahresrechnung.

Josef Tschan

Budgetiert war für das Jahr 2014 ein Minus von 82 271 Franken. Schlussendlich resultierte aber ein Ertragsüberschuss von 734 444 Franken in der Laufenden Rechnung – dies bei einem Aufwand von 12,704 Mio. und einem Ertrag von 13,439 Franken. Zurückzuführen ist dieses gute Ergebnis auf die eiserne Budgetdisziplin aller Verantwortlichen und auf einige unvorhersehbare Einnahmen und Minderaufwände.

Ohne Kindergarten – ein Minus

«Der Jahresabschluss ist auf den ersten Blick sicher erfreulich», meinte Gemeindepräsident Kurt Bloch zu Beginn der Ratssitzung. Denn ohne den Verkauf des Kindergartengebäudes würde nämlich ein operatives Defizit von 65 000 Franken bestehen. Finanzverwalter Stephan Fluri erklärte, auf was das gute Ergebnis im Detail beruht.

Ein Teil der Mehreinnahmen machte sicher die Änderung beim Steuerbezug aus. Neu wurden nämlich die Steuervorbezüge mit 100 anstatt wie bisher mit 90 Prozent verrechnet. Resultat: plus 435 000 Franken. Dies wirkte sich auch bei der Feuerwehr-Ersatzabgabe aus. Hier kam noch dazu, dass sich die Erhöhung des Dienstpflichtalters stärker auswirkte, als angenommen. Die Bildungskosten lagen um rund 142 000 Franken tiefer als veranschlagt. Der Grund liegt in Pensenänderungen, bei neuen Lehrkräften und nicht eingelösten Treueprämien. Ebenfalls konnten die Reinigungskosten durch Optimierungen gesenkt werden.

Die Sanierung des Hallenbades wirkte sich positiv auf die Heizkosten sowie die Aufwände für Wasser- und Abwasser aus. Dem stehen aber relativ hohe Kosten für den Ersatz von Storen gegenüber. Die Einnahmen im Hallenbad sind mit 50 342 Franken um 5342 Franken höher ausgefallen. Trotzdem ist dies seit dem Jahr 2000 das viertschlechteste Resultat und das trotz einer Preiserhöhung von 10 Prozent. Dies verleitete einen Gemeinderat zur Frage: «Wo sind eigentlich all die Guldentaler, die damals das Hallenbad erhalten wollten?»

Erfreuliches von der Sozialfront

Die Spitex Thal konnte rund 88 000 Franken zurückerstatten. Die teuren Investitionen sind abgeschlossen und nach der Zusammenlegung der Standorte sollten weitere Kosteneinsparungen möglich sein. Ebenfalls tiefer fielen die Aufwände für die Ergänzungsleistungen (minus 67 220 Franken) und bei den Pflegekosten (minus 6750 Franken) aus. Demgegenüber steht aber ein Mehraufwand von 83 536 für den Betriebsbeitrag Sozialregion, was vorwiegend auf eine Zunahme beim kantonalen Lastenausgleich zurückzuführen ist. Von einer Trendwende bei den Sozialkosten dürfe man aber nicht sprechen, sondern müsse dieses Themenfeld dauernd im Auge behalten, mahnte Bloch.

Der sehr milde Winter 2013/2014 wirkte sich ebenfalls positiv auf die Rechnung aus. War doch der Aufwand entgegen dem Budget um rund 71 000 Franken tiefer. Insgesamt war das Gemeindesteueraufkommen (inkl. Systemänderung Vorbezug) um 460 500 Franken besser als vorgesehen. Die Wertberichtigung gefährdeter Steuern konnte ebenfalls um 30 000 Franken tiefer angesetzt werden. Der Finanzausgleich fiel gegenüber dem Vorjahr um rund 144 000 Franken höher aus. Durch den erfreulichen Ertragsüberschuss von 734 444 Franken sinkt der Bilanzfehlbetrag neu auf 232 920 Franken. Die Nettoverschuldung pro Einwohner reduziert sich um 148 Franken auf neu 2647 Franken.