Naturreservat Aegerten

Ein Paradies für Kreuzkröten: In Neuendorf entsteht ein Amphibienbiotop

Die Kreuzkröte ist stark bedroht, das Naturschutzgebiet soll ideale Bedingungen für die Tiere schaffen. (Archiv)

Die Kreuzkröte ist stark bedroht, das Naturschutzgebiet soll ideale Bedingungen für die Tiere schaffen. (Archiv)

In Neuendorf ist in den letzten Monaten das modernste Amphibienbiotop des Kantons Solothurn entstanden. Die in der Schweiz stark gefährdete Kreuzkröte soll sich im Naturreservat «Aegerten» wie zu Hause fühlen.

Das Naturreservat «Aegerten» gehört der Bürgergemeinde Neuendorf und wurde schon vor Jahren als ökologische Ausgleichs- und Ersatzmassnahme für den Kiesabbau errichtet. Nun wurden hier drei spezielle Tümpel gebaut. Diese werden mit einem in 16 Meter Tiefe gebohrten Grundwasserbrunnen und einer Solarpumpe gespeist.

Die drei Amphibien-Tümpel wurden mit Folien abgedichtet, auf welcher eine Schicht Beton ausgebracht wurde. Damit wird verhindert, dass Schilf und Rohrkolben in die Tümpel einwachsen. Mittels der Solarpumpe werden die Tümpel im Frühling mit Grundwasser gefüllt. Im Hochsommer wird die Pumpe abgestellt, damit die Tümpel – wie in der Natur – austrocknen.

Das Kreuzröten-Paradies

Im Naturreservat «Aegerten» soll die in der Schweiz stark gefährdete Kreuzkröte wieder heimisch werden. Die Kreuzkröte fand vor der Dünnernkorrektur im Gäu paradiesische Verhältnisse vor, als jeweils im Frühling viele Wiesen und Äcker überschwemmt wurden.
Dauerhafte Weiher interessieren die Kreuzkröte nämlich nicht. Sie ist auf flache, kurzlebige Laichgewässer spezialisiert, welche im Hochsommer wieder austrocknen.

In diesem Lebensraum ist sie ohne Konkurrenz und Feinde. Entsprechend ist das Tempo ihrer Larvenentwicklung rekordverdächtig: Vom Ei bis zum fertigen Kreuzkrötchen dauert es im günstigsten Fall nur gerade drei Wochen. In modernen Landwirtschaftsgebieten werden solche für die Kreuzkröte lebenswichtigen «Vernässungen» jedoch beseitigt. Vorübergehend findet sie heute in Kiesabbaugebieten einen Ersatzlebensraum. Im Reservat «Aegerten» soll sie nun eine langfristige Bleibe im Gäu erhalten.

Keine Kosten für Kanton

Das Projekt Naturreservat «Aegerten» wurde von der Abteilung Natur und Landschaft des Amts für Raumplanung in Absprache mit dem Natur- und Vogelschutzverein Neuendorf geplant und umgesetzt. Der Verein sorgt seit vielen Jahren für den Unterhalt des Reservats. Die Arbeiten wurden Ende 2016 begonnen und konnten vor kurzem abgeschlossen werden.

Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) hat das Projekt als Innovation eingestuft und mit 65'000 Franken mitfinanziert. Hauptsponsor ist aber die Alpiq Hydro Aare AG mit ihrem Fonds «naturemade star Kraftwerk Ruppoldingen». Sie zahlt 100'000 Franken. Das Projekt ist somit ausfinanziert und dem Kanton Solothurn entstehen keine Kosten.

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