Zibelimäret Oensingen
Ein neuer Standort, eine präsentable Lösung und eine grosse Überraschung

Einige Neuerungen warten auf die Besucher des diesjährigen Oensinger Zibelimärets: Neben des Wechsel des Standorts ändern sich aus organisatorischen Gründen auch die Daten des traditionellen Events.

Sarah Kunz
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Wegen verstärkter Verkehrssicherheit hat die Kantonspolizei Solothurn für den traditionellen Anlass auf der Hauptstrasse keine Bewilligung mehr erteilt.
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Der Zibelimäret findet in diesem Jahr auf der Kestenholz-, dem östlichen Teil der Mühlefeldstrasse (Bild) und auf der Zeughausstrasse statt.
Neuer Standort Zibelimäret Oensingen
Neuer Standort Zibelimäret Oensingen
Neuer Standort Zibelimäret Oensingen

Wegen verstärkter Verkehrssicherheit hat die Kantonspolizei Solothurn für den traditionellen Anlass auf der Hauptstrasse keine Bewilligung mehr erteilt.

Bruno Kissling

Vielerorts wurde spekuliert, Ideen wurden diskutiert, Möglichkeiten abgewogen. Nun ist es so weit: Das Organisationskomitee des Zibelimärets präsentiert den neuen Standort. Der Veranstaltung ging es an den Kragen, weil der Kanton keine Bewilligung für die Durchführung auf der Hauptstrasse mehr ausstellte.

Anders als die Bevölkerung, wusste das Organisationskomitee jedoch bereits seit geraumer Zeit, dass diese Massnahme drohe. «Mit dem letztjährigen Verkehrskonzept haben wir noch versucht, den Kanton umzustimmen», erzählt OK-Präsident Max Keller. «Aber das ging voll in die Hose.»

Schock schon verdaut

An der Infoveranstaltung von Dienstagabend präsentierte das Organisationskomitee die neue Lösung. «Am Anfang der Sitzung meinten zwar einige, dass wir noch einmal mit dem Kanton zusammensitzen und um den Standort an der Hauptstrasse kämpfen sollten», erzählt Keller.

Aber die Versammlung habe sehr schnell gemerkt, dass das OK nicht einfach eine kurzfristige Lösung präsentiert. «Wir haben den Schock schon länger verdaut als die Vereine», so Keller weiter. Aber auch die besorgten Einwohner waren nach der Präsentation zufrieden.

Anlass traditionell aufwerten

Der Markt bleibt in der Nähe der Hauptstrasse und findet in diesem Jahr auf der Kestenholz-, dem östlichen Teil der Mühlefeld- und auf der Zeughausstrasse bis zur Einmündung in die Hauptstrasse statt (siehe Grafik). Einige Standorte bleiben bestehen, andere Zelte verlegt. Der Frauenturnverein und die Pfadi bleiben beispielsweise auf dem Knaus-Parkplatz. «Sie müssen ihre Zelte einfach um 180 Grad wenden und etwas südlich verschieben», erzählt der OK-Präsident.

Das Fischerzelt und die Musikgesellschaft erhalten einen neuen Standort direkt neben dem Gewerbeplatz. «Deren alternativer Standort ist sogar noch attraktiver als der vorherige», ist sich Keller sicher. Auch gleich bleibt der Standort der Schausteller und der Chilbi auf dem Rössliplatz.

Im rot eingefärbten Gebiet findet der Zibelimäret statt.

Im rot eingefärbten Gebiet findet der Zibelimäret statt.

maps4news.com

Zwischen der Kestenholzstrasse und der Jurastrasse werden zusätzliche Parkplätze entstehen. Vom Rössliplatz her führt dann die Kronengasse in die Kestenholzstrasse. Auf diesen werden diverse Marktfahrer und Gewerbe ihre Stände stellen können.

Etwas Neues hat sich das OK für die Mühlefeld- und die Zeughausstrasse überlegt: «Diese versetzen wir rund 40 Jahre in der Zeit zurück», erzählt Keller. «Dort wird es nur noch Holzhüsli geben, die mit Zwiebelzöpfen geschmückt werden sollen.» Damit soll der Anlass wieder an traditionellem Flair gewinnen.

Kein Önziger-Mäntig mehr

Eine Bombe lässt Keller noch platzen: Der Önziger-Montag fällt weg. «Wir haben da ein zu grosses Parkplatz- und Organisationsproblem», erklärt Keller. Die neue Verkehrsführung würde so einen Aufmarsch am Montag, wo viele andere arbeiten müssten und deswegen auf Parkplätze angewiesen seien, nicht mehr tragen können.

Neu wird der Zibelimäret in diesem Jahr also etwas früher beginnen. Genauer gesagt am Freitag, 22. Oktober, um 12 Uhr. Das mag vielleicht für einen Aufschrei sorgen, doch Landwirt Pirmin Bobst meint schlicht: «Der Önziger-Mäntig esch jetzt haut der Önziger-Fritig.»

Dafür erfolgt die Strassensperrung bereits am Dienstag. «So können wir in Ruhe aufstellen», sagt Keller. Zudem werde das Abfallkonzept im Abfallreglement der Gemeinde verankert. «Alle Festzelte müssen Echtgeschirr verwenden, ansonsten ist nur noch Mehrweggeschirr erlaubt», erklärt Keller.

Zibelimäret in Oensingen
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Abendstimmung am Zibelimäret
Alphörner am Zibelimäret
Der Oensinger Kirchenchor bietet an seinem Stand seit 50 Jahren Zwiebeln an.
Impressionen vom Zibelimäret
Impressionen vom Zibelimäret
Impressionen vom Zibelimäret
Impressionen vom Zibelimäret
Impressionen vom Zibelimäret
Impressionen vom Zibelimäret
Der Oensinger Kirchenchor bietet an seinem Stand seit 50 Jahren Zwiebeln an.
Impressionen vom Zibelimäret
Impressionen vom Zibelimäret
Impressionen vom Zibelimäret
Impressionen vom Zibelimäret

Zibelimäret in Oensingen

Patrick Lüthy

Schwierige Aufgabe gut gelöst

«Nachdem wir die Lösung präsentiert haben, gab es sogar Applaus», erzählt Keller glücklich. «Die Vereine waren allesamt sehr überrascht von dieser guten Lösung.» Die anfängliche Skepsis habe sich mittlerweile umgewandelt, die Vereine seien nun sehr motiviert und wollen das Beste aus der neuen Situation machen. Keller ist überzeugt: «Der neue Standort wertet den Zibelimäret auf.»

Während aber einige die Zustimmung der Vereine als gutes Zeichen empfinden, reden andere von Resignation: «Die Vereine haben sich nicht gewehrt», findet Landwirt Pirmin Bobst. Auf die Frage, wie er der neuen Lösung entgegenstehe, meint er: «Fragt mich in einem Jahr noch einmal.»

Bobst ist noch immer skeptisch, findet die neue Lage eher verzettelt. «Der Mensch ist halt auch ein Gewohnheitstier und muss sich an Veränderungen immer zuerst gewöhnen.» Aber auch er akzeptiere die neue Lösung und hofft nun auf das Beste.

Eine «präsentable Lösung»

Dies macht auch Gemeindepräsident Fabian Gloor: «Es war natürlich eine sehr undankbare Aufgabe, die das OK hatte», so Gloor. «Aber sie haben diese gut umgesetzt und eine präsentable Lösung gefunden.» Obwohl der Gemeindepräsident der Meinung ist, dass die jetzige Lösung nur die zweitbeste sei. «Der beste Standort ist ganz klar die Hauptstrasse», ist Gloor überzeugt.

Ab jetzt können sich die Vereine, das Gewerbe und die Marktfahrer anmelden. Zudem muss noch das Verkehrs- sowie das Sicherheitskonzept bei der Polizei hinterlegt und abgesegnet werden. «Das sollte aber kein Problem sein, jetzt machen wir ja genau das, was sie wollten», meint Keller. «Dann steht dem neuen, besseren Zibelimäret nichts mehr im Weg.»