Für die Vereine ist es angenehm, wenn sie auswählen können, wie sie am Musiktag teilnehmen wollen. Der Veranstalter muss ihre Wünsche möglichst in den Spielplänen berücksichtigen. Das ist bei 33 Vereinen, die in 30 Formationen agieren wollen, nicht immer ganz einfach.
In Oensingen ist das am Wochenende offensichtlich gelungen. Der Samstag begann mit den Expertenkonzerten in der neuen Turnhalle. Dass sich diese besser als erwartet als Konzertlokal eignet, wissen nun alle.

Die MG Frohsinn Neuendorf unter der Direktion von Urs Heri musste als erste darin antreten. Sie brachte eine interessante, aber ziemlich unbekannte Komposition von Serge Lancen mit. Danach dominierten dort aber die bekannten Blasmusikkomponisten. Am Sonntag drehte sich das Komponisten-Karussell doch etwas mehr. Das permanente Wechselspiel zwischen Brass Band und Harmonie sorgte an beiden Tagen für Abwechslung. Weniger die Besetzungstypen als die unterschiedlichen Formationsgrössen und Perkussionsanordnungen beschäftigten dabei die Bühnenmannschaft.

Unterhaltungsvorträge bewertet

Es gab Vereine, die nicht die Bewertung eines klassierten Konzertstückes suchten. Auch ein Unterhaltungsprogramm kann man bewerten. Für dieses Modell haben sich vier Formationen entschieden. Dieser Wettbewerb fand für drei Formationen am Samstag nach der Parademusik in der neuen Turnhalle statt.

Nach den Vorträgen der Spielgemeinschaft MG Matzendorf/MG Welschenrohr und der MG Hägendorf-Rickenbach folgte die MG Konkordia Aedermannsdorf. Sie inszenierte nochmals die erfolgreiche Schau, die sie vor einer Woche in einem Wettbewerb aufgeführt hatte, wo die Aufgabe darin bestand, den Röstigraben dazustellen. Diese Information wurde dem Publikum leider vorenthalten. Die vierte Formation, die Brass Band Kappel, spielte ihren Unterhaltungsvortrag aus terminlichen Gründen am Sonntag.

Bei einem musikalischen Anlass dieser Grösse – er entspricht nahezu einem «mageren» Kantonalen Musikfest – gab es natürlich auch blasmusikalische Unterhaltung in der Festhalle. Mehrere Verbandsvereine sorgten dafür. Erstaunlich viel Publikum vermochte die Parademusik an beiden Tagen zu mobilisieren. Dazu hat sicher beigetragen, dass während der Parademusik keine Konzertvortage auf dem Programm standen. Damit war es dem Publikum möglich, die jeweiligen Lieblingsvereine sowohl zum Konzertvortrag wie an die Paradestrecke zu begleiten. Die Bewertung erfolgte nach dem neuen Modell. Dabei marschieren die drei Experten jeweils in ihrem Bereich mit. Sie berücksichtigen sowohl die musikalischen wie die sogenannt militärischen Leistungen.

Dreimal 90 Punkte am Samstag

Am Samstag standen gleich drei Vereine mit jeweils 90 Punkten an der Spitze. Als Sieger können sich die MG Konkordia Aedermannsdorf (Direktion Bernhard Wüthrich), die MG Konkordia Balsthal (Direktion Hans Burkhalter) und die MG Konkordia Egerkingen (Direktion Carlo Balmelli) fühlen.

Auch am Sonntag stand für zehn Formationen Parademusik auf dem Programm. Und auch da gab es Hervorragendes zu beklatschen. Schon früh setzte dabei die Konkordia Mümliswil eine erste Marke.