Robert Wülser schaltete Anfang März 1933 ein Inserat: Unter dem Titel «Anzeige und Empfehlung» machte er «der verehrten Einwohnerschaft von Zofingen und Umgebung sowie den Herren Architekten und Baumeistern die höfliche Mitteilung», dass er ab 1. März ein Spenglerei- und Installationsgeschäft an der Luzernerstrasse 55 eröffnet habe. Es werde sein eifriges Bestreben sein, schrieb er, seine verehrte Kundschaft «fachgemäss, prompt und bei billigster Berechnung zu bedienen». Dieses Inserat war gewissermassen die Geburtsanzeige der Firma Wülser, die nun ihr Jubiläum zum achtzigjährigen Bestehen feiert.

Ein Film zum Jubiläum

Unter dem Motto «80 Jahre vital – Fortschritt bewegt uns» hatte die Firma Wülser zu einer Jubiläumsfeier in das moderne Bildungszentrum des Gebäudetechnikverbands Suissetec nach Lostorf eingeladen. Höhepunkt des Anlasses war die Präsentation eines einstündigen Videos. Walter Wülser, der Sohn von Firmengründer Robert Wülser, hatte aus Unterlagen aus dem Firmenarchiv, aus Schmalfilmen und Hunderten von Fotografien die wichtigsten Meilensteine zusammengetragen und eine cineastische Firmenchronik realisiert.

Für die künstlerische Gestaltung des Werks war er von Enzo Schricker unterstützt worden. Der Titel des Films lautete «Ein Familienunternehmen mit Tradition». Der Film zeigt die Entwicklung des Zofinger Spenglerei- und Installationsgeschäfts von den Anfängen bis zur Gegenwart. Dabei konnte Filmautor Walter Wülser aus dem Vollen schöpfen, da der 1937 Geborene die Entwicklung vom Einmannbetrieb zum Mittelunternehmen selber miterlebt hat.

600 Franken Eigenkapital

Dass der junge Robert Wülser in den damaligen Krisenjahren eine eigene Firma gründete, war mehr der Not gehorchend. Robert Wülser hatte 1926 seine Lehre als Spengler abgeschlossen und Wanderjahre angehängt. Als er 1933 heimkehrte, fand er keine Arbeitsstelle. So gründete der erst 25-jährige Handwerker mit 600 Franken Eigenkapital eine Einzelfirma und richtete im Elternhaus an der Luzernerstrasse in Zofingen eine Spenglerei ein.

Der Betrieb wuchs am Anfang recht rasch. 1939 beschäftigte Wülser bereits acht Mitarbeiter und begann, Lehrlinge auszubilden. Nach dem Weltkrieg verkaufte er eigenentwickelte Waschtröge der Marke Rondus – bis mit dem Aufkommen der Waschmaschine die Nachfrage einbrach. 1950 eröffnete Robert Wülser in Lostorf einen Zweigbetrieb mit Werner Thut als Geschäftsführer. 1963 traten Sohn Walter Wülser, Heizungszeichner mit Technikumsabschluss, und 1970 Schwiegersohn Hermann Mosele-Wülser in die Firma ein.

Wachstum und Nachfolge

Der Umbau in eine Aktiengesellschaft und weitere Ausbauschritte folgten, unter anderem konnte aus einer Liquidation Sandmaster übernommen werden, eine Firma, die Sandstrahlanlagen für die Oberflächenbehandlung zum Beispiel in der Medizinaltechnik herstellt. Um in den asiatischen Märkten bestehen zu können, expandiert Sandmaster nach Tangerang in Indonesien.

Mit Walter Wülsers Söhnen Stephan, Mitinhaber und Verwaltungsratspräsident, und Daniel, Mitinhaber und Finanzchef, sowie Peter Thut, Geschäftsführer der Wülser Lostorf AG, hat inzwischen bereits die nächste Generation die Führung des Unternehmens übernommen. Damit ist die Nachfolge geregelt, was nur 3 Prozent der über 75-jährigen Unternehmen gelingt, wie Stephan Wülser in seiner Begrüssung nicht ohne Stolz festhielt. Zudem dankte er seiner Mutter Gina, seiner Schwester Ursula Schärer-Wülser sowie allen Mitarbeitenden und Kunden, die er zum Tag der offenen Türe in den Betrieb Lostorf einlud.