Gestützt auf Artikel 13 der Lärmschutz-Verordnung des Bundes müssen bestehende Strassen, welche durch ihren Fahrzeugverkehr zur Überschreitung der massgebenden Lärmgrenzwerte beitragen, lärmtechnisch saniert werden. Das dafür im Kanton zuständige Amt für Verkehr und Tiefbau (AVT) hat aus diesem Grund ein Lärmsanierungsprojekt LSP für die Thalstrasse in Laupersdorf ausarbeiten lassen.

Diesem Projekt haben das Amt für Umweltschutz, das Amt für Raumplanung, sowie die Einwohnergemeinde Laupersdorf alle bereits im Oktober und November 2012 zugestimmt. Danach lag der Projektplan öffentlich in Laupersdorf auf, worauf drei Einsprachen eingingen.

Lärmdämmender Belag

Ein Anwohner bemängelte, dass bei seiner Liegenschaft keine Lärmmessung durchgeführt worden sei, er aber 24 Stunden pro Tag dem Lärm, Gestank und Feinstaub ausgesetzt sei. Er würde von Abrollgeräuschen belästigt, und im Winter werde seine Hausfassade durch Salz und Schneewasser verunreinigt. Der Regierungsrat hält in seiner Antwort fest, dass tatsächlich im Bereich dieser Liegenschaft die Immissionsgrenzwerte überschritten werden, jedoch sei beschlossen worden, als Lärmschutzmassnahmen einen lärmdämmenden Belag einzubauen. Damit würde dieser Liegenschaft gemäss Lärmschutzverordnung Erleichterung gewährt. Weitere Lärmschutzmassnahmen wären unverhältnismässig, da sie kostenintensiv und betrieblich nicht zu realisieren seien. Zudem seien Gestank, Feinstaub und Fassadenverschmutzung nicht Gegenstand eines Lärmschutzsanierungsprojektes.

Ein anderer Anwohner fordert ebenfalls Lärmschutzmassnahmen für seine Liegenschaft, die im Projekt nicht vorgesehen sind. Konkret verlangt er Unterstützungsbeiträge für die Versetzung eines Abwasserschachtes vor seinem Haus, sowie für den Einsatz von Schallschutzfenstern mit automatischer Fensterschliessvorrichtung auf der strassenseitigen Fassade seines Hauses.

Der Regierungsrat hält in seiner Antwort fest, dass die Immissionsgrenzwerte bei der betreffenden Liegenschaft um 2 Dezibel überschritten werden. Allerdings sei auch hier ein lärmdämmender Belag vorgesehen, der aber erst 2021 eingebaut werde. Eine Lärmschutzwand werde aus ort- und strassenbildschützerischen Überlegungen nicht gebaut. Die Alarmwerte würden nach der Sanierung deutlich unterschritten, meint der Regierungsrat. Somit seien die Bedingungen für die Subventionierung von Schallschutzfenstern ist nicht gegeben.

Quelle des Lärms bekämpfen

Als dritter Einsprecher meldete sich der VCS der Schweiz, Sektion Solothurn. Dieser forderte, das Projekt zurückzuweisen, da die Quelle des Lärmes mit Verkehrsberuhigungsmassnahmen und/oder Geschwindigkeitsanpassungen anzugehen sei. Solche Prüfungen seien gar nicht erfolgt und damit liege eine Missachtung des Willens des Verwaltungsgerichtes vor; dieses habe nämlich in einem ähnlichen Fall in Derendingen genau diesen Umstand gerügt. Im Fall von Laupersdorf würden die Immissionsgrenzwerte bei insgesamt 56 Liegenschaften überschritten. «Eine Herabsetzung der Geschwindigkeit könne in diesem Fall für 225 Menschen eine Steigerung der Lebensqualität durch weniger Lärm bringen» meint der VCS.

In der LSP sei festgestellt worden, dass bei der Thalstrasse hinsichtlich des Kriteriums Umwelt die Einführung von Tempo 30 einen Nutzen bringen würde, erklärt der Regierungsrat, stellt aber fest: «Die Thalstrasse ist jedoch auch eine Versorgungsroute. Bei Versorgungsrouten sind verkehrsberuhigende Elemente und flankierende Massnahmen zu Tempo 30 nur unter erschwerten Bedingungen möglich. Auch ist die Thalstrasse eine verkehrsorientierte Strasse, welche den kompletten Verkehr durchs Thal lenkt. Die Einführung von Tempo 30 ist somit weder verhältnis- noch zweckmässig.»

Als Massnahme an der Quelle sei der Einbau eines lärmdämmenden Belages vorgesehen. Somit beschloss der Regierungsrat, alle drei Einsprachen abzulehnen. Es wird festgehalten, dass bei 56 Liegenschaften und 12 nicht überbauten, aber erschlossenen Parzellen die Immissionsgrenzwerte überschritten werden. Für diese werden Erleichterungen gemäss Artikel 14 der Lärmschutzverordnung des Bundes gewährt.