Wer durch die Klus nach Balsthal fährt, sieht sie: «Wir freuen uns», steht auf der touristischen Hinweistafel. Nicht nur an der Klus, auch an den Strassen, die von Holderbank, Mümliswil oder Laupersdorf herkommen, wirbt Balsthal für sich.

In Balsthal selbst waren die Begrüssungs-Tafeln auch Gesprächsthema, nachdem sie aufgestellt worden waren. Der einheimische Bildhauer Norbert Eggenschwiler etwa widmete im Januar den Tafeln im Gäuer Anzeiger eine Kolumne und nahm die Gemeinde ein wenig aufs Korn. Eggenschwiler beschrieb, auf was er sich freue: Er freue sich, darauf, dass es im Thal bald Wisente habe, welche die Natur bereichern würden. Er freue sich, wenn die Badi offen sei. «In Balsthal freut man sich eben über alles. Denn was ist bei den neuen Ortsschildern an den vier Dorfeingängen zu lesen: Wir freuen uns ... einfach so.» Kleingedruckt steht da noch: Eggenschwiler fände es schade, dass man das «auf Sie» vergessen hat.

Opfer der eigenen Massstäbe

Vergessen hat die Gemeinde aber im Zusammenhang mit den Willkommens-Tafeln noch etwas anderes: Nämlich die Baubewilligung für die Willkommens-Tafeln. Erst diesen Donnerstag publizierte Balsthal das entsprechende Baugesuch im Anzeiger. Da eine Tafel auf Laupersdorfer Grund steht, musste auch die Nachbargemeinde das Baugesuch noch vermelden. Wie der Baupublikation zu entnehmen ist, handelt es sich um ein «Nachträgliches Baugesuch».

Dass ausgerechnet die Gemeinde es verpasst, für ein eigenes Vorhaben das Baugesuch zu publizieren, dürfte im einen oder anderen Haushalt für einen Lacher gesorgt haben. Besonders Bauverwaltungen arbeiten üblicherweise landauf und landab bisweilen penibel nah am Paragrafen und verärgern Einwohner. In diesem Fall fiel für einmal die Gemeinde der eigenen Bürokratie zum Opfer.

Weder Bauverwalter Anton Wüthrich noch Gemeindeverwalter Bruno Straub waren gestern erreichbar, um zu diesem kleinen Fauxpas Stellung zu nehmen. Aufklären konnte der Laupersdörfer Gemeindeverwalter Stefan Schaad, der sich nicht weiter am bürokratischen Versäumnis störte. «Der Gemeinderat Balsthal hat festgestellt, dass das Baugesuch fehlte, und bat uns, dies ordnungshalber nachzuholen», sagte Schaad. Da es sich um Kantonsstrassen handelt, sei die Zustimmung des Kreisbauamts notwendig gewesen, und diese habe vorgelegen. Balsthal und Laupersdorf haben nun die Formalitäten nachgeholt.