Neuendorf
Ein kleiner Betrag für die Schweiz, aber ein grosser für die Region

Mit viel Sonnenschein und prominenten Gästen wurde die Solaranlage auf den Dächern des Migros-Verteilbetriebs (MNV) den Medienschaffenden vorgestellt. Auch ein Spaziergang über die Solarpanels gehörte dazu.

Anja Lanter
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Die Anlage ist so gross wie 123 Tennisplätze.
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Sie produziert Strom für rund 1300 Haushalte.
Ein Arbeiter geht über die Solarpanels.
Solaranlage Neuendorf

Die Anlage ist so gross wie 123 Tennisplätze.

Keystone

Neuendorf präsentierte sich von seiner besten Seite, als eine grosse Anzahl von Medienschaffenden aus der ganzen Schweiz in der Migros-Verteilbetrieb AG Neuendorf (MVN) eintraf.

Bei strahlendem Sonnenschein und angenehm warmen Temperaturen wurde am Dienstag das grösste Solarkraftwerk der Schweiz in Betrieb genommen. Unter den anwesenden Gästen befanden sich auch bekannte Gesichter wie der Solothurner Ständerat Pirmin Bischof oder Frau Landammann Esther Gassler.

Riesige, ungenutzte Dachflächen

Hans Kuhn, Geschäftsleiter der MVN AG, liess es sich natürlich nicht nehmen, auf das schöne Wetter zu verweisen und damit gleichzeitig die Überleitung zum Solarprojekt vorzunehmen. Er sei häufig nach Grund und Motivation gefragt worden, weshalb ausgerechnet hier ein solches Projekt entstehen solle: Hauptsächlich seien die riesigen, bis jetzt ungenutzten Dachflächen der Grund für die Auswahl dieses Standortes gewesen.

Ferner ergriff er in diesem Zusammenhang die Chance, das Projekt «Generation M» der Migros zu erwähnen, welches sich eine intakte Umwelt für die nächste Generation zum Ziel gesetzt habe.

Grosse Leistung für die Region

Die wichtigsten Eckdaten des Betriebes: Der Energieverbrauch des Migros-Verteilbetriebs beläuft sich pro Jahr auf 26 050 000 kWh, wobei satte 16 350 000 kWh für die Tiefkühllager benötigt werden. Durch das eigene Solarkraftwerk kann der Betrieb nun 30 Prozent des Tiefkühlenergiebedarfes mit Solarenergie decken. Auf die gesamte Schweiz bezogen sei dieser Betrag klein, für die Region hingegen bedeute es eine grosse Leistung, so Kuhn.

Der Bau des Solarkraftwerkes startete im März 2013, nachdem im Oktober 2012 die Bewilligung erfolgt war. Obwohl laut Kuhn noch keine Schlussabrechnung vorliege, belaufen sich die Kosten für die 32 000 Quadratmeter grosse Fläche mit den exakt 20 039 Fotovoltaik-Modulen auf voraussichtlich elf Millionen Franken.

Engagement ist Pflicht

Anschliessend übernahm der Verwaltungsratspräsident des Migros-Verteilbetriebes, Andreas Münch, das Wort. Er leitete sein Referat mit einem Zitat des Migros-Pioniers Gottlieb Duttweiler ein, welcher unternehmerisches Engagement zur Lösung von Menschheitsproblemen als Verpflichtung hervorhob.

Münch betonte, dass sich die Migros nicht aus einem allgemeinen Hype heraus für Nachhaltigkeit, soziale Verantwortung und Umweltschutz einsetze, sondern dass schon Duttweiler jene Werte dem Unternehmen eingepflanzt hätte und diese jetzt lediglich umgesetzt würden. Das Solarkraftwerk sei ein Meilenstein in der Geschichte der Migros und ihren Bemühungen für eine von Nachhaltigkeit geprägte Zukunft.

Abschliessend ergriff Frau Landammann Esther Gassler das Wort und bestätigte einmal mehr an diesem Tag, dass die MVN AG ein Vorzeigebeispiel und die Migros mit diesem Bau der Pflicht nachgekommen sei, sich für die Energiewende zu engagieren.

Strom muss bezahlbar bleiben

Die Vorsteherin des Solothurner Volkswirtschaftsdepartementes betonte jedoch, dass auch in Zukunft trotz der Energiewende die Versorgungssicherheit gewährleistet und der Strom bezahlbar sein müsse, damit die einheimische Industrie konkurrenzfähig bliebe.

Am Ende ihres Referates wünschte sie dem Betrieb und vor allem der Anlage weiterhin viel Sonnenschein und landete mit der Aussage «Die Mitarbeiter stehen hier unter Strom» eine gelungene Pointe zum Schluss der kurzweiligen Vorträge.

Meer von Solarpanels

Das Highlight bestand darin, dass den Besuchern in Kleingruppen ermöglicht wurde, auf eines der Dächer zu steigen, um die Anlage aus nächster Nähe zu betrachten.

Von der sich leicht auf und ab bewegenden Dachfläche aus, die von der schwachen Statik zeugte, hatte man einen guten Überblick auf das Meer von Solarpanels, welches von der Autobahn beinahe nicht gesehen werden kann und sich perfekt in die Umgebung eingliedert.

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