Osterzeit ist Ferienzeit, und gerade dann werden die Tierheime in der Umgebung mit Kreaturen aller Art beliefert; ausgesetzte, gequälte oder halb verhungerte wie in diesem Fall. Eine Leserin aus Dulliken informierte das OT darüber, dass am Samstagabend in ihrer Nachbarschaft an der Lehmgrube in Dulliken ein Polizeieinsatz stattgefunden habe. Der Tierschutz samt Polizei habe zwei Kaninchen im Gewächshaus bei einer Liegenschaft eingesammelt, ein drittes sei bereits verendet.

«Müssen mit Verfahren rechnen»

Wie Thalia Schweizer, Mediensprecherin der Kantonspolizei Solothurn bestätigt, sei eine Patrouille kurz nach 18 Uhr ausgerückt und habe die beiden überlebenden Tiere befreit. Sie seien daraufhin in ein Tierheim in der Region gebracht worden. Die Bewohner der Liegenschaft seien an diesem Abend nicht angetroffen worden, mittlerweile habe die Polizei sie kontaktieren können und sie darüber informiert, dass der Fall an das Kantonale Veterinäramt weitergeleitet worden sei.

Wie Kantonstierärztin Doris Bürgi Tschan erläutert, werde das Veterinäramt mit 250 bis 300 Meldungen jährlich konfrontiert. «Bei rund einem Viertel müssen wir jeweils nicht einschreiten». Dies hänge damit zusammen, dass die Leute oft eine «sehr persönliche» Vorstellung von Tierhaltung hätten; eine strengere, als dies das sehr allgemein gehaltene Gesetz erlaube. Bei den anderen drei Vierteln der Fälle müsse das Veterinäramt einschreiten. Die Massnahmen reichten von einer Aufforderung zur Verbesserung der Tierhaltung mit Kontrollen bis hin zum Halteverbot in besonders schweren Fällen. Auch die Halter der drei Kaninchen in Dulliken hätten damit zu rechnen, dass dieser Fall an die Staatsanwaltschaft weitergereicht werde.

«Sie sind über den Berg»

Wie seitens der Leitung des Tierheims zu erfahren war, seien die beiden Kaninchen nach der rund zwei Stunden dauernden Aktion abgemagert dort abgeliefert worden. «Mit Wasser und Heu haben wir sie angefüttert. Sie hatten Hunger», war zu erfahren. «Doch nun sind sie über den Berg». Und das Schicksal dieser Kaninchen sei beileibe kein Einzelfall: Die Heimleitung schätzt, dass sie jährlich «mit Dutzenden solcher Fälle» konfrontiert wird.

Fazit: Entweder nimmt man sich Zeit für Tiere und hält sie richtig, oder dann verzichtet man ganz darauf. Etwas dazwischen schadet den Tieren und nutzt letztendlich dem Halter auch nicht.