Im Stück mit drei Akten führte wiederum Remo Walter Regie; der mittlerweile eine feste Grösse im Turner-Theater ist. Er übernahm gleichzeitig auch eine der Hauptrollen im Stück, in dem es in der Tat horrormässig zugeht: Da gibt es verdächtig viele Tote und der Tod machte beinahe auch vor dem neuen Vikar nicht Halt.

Jeanine (Susanne Bader) und Andreas (Ruedi Boner) sind glücklich verheiratet. Sie bewohnen mit ihrer hübschen Tochter Martina (Stephanie Tschan) ein Haus, für welches sie viele Komplimente erhalten – besonders für den weitläufigen und artenreichen Garten. Die Schweizer Familienidylle könnte nicht intakter sein, wäre da nicht diese eine Sache – eine Art Fluch, der auf dem Haus lastet.

Eigentlich nur Fenster putzen

Die gutmütige Jeanine will die Fenster putzen und steigt dabei auf die Leiter. Eigentlich nichts Ungewöhnliches, doch als Andreas von der Arbeit nach Hause kommt und sie so sieht, fürchtet er um ihr Leben. Beim Runtersteigen hält er sie fest, damit ja nichts passieren kann. Und eigentlich wäre das laut dem Ehepaar eine Arbeit für den Fensterputzer. Doch dieser stürzte bei seinem letzten Einsatz von der Leiter und brach sich das Genick. Nun hat der neue Fensterputzer erfahren, dass das genau im Haus von Jeanine und Andreas passierte und weigert sich zu kommen. Aber das ist nicht alles: Es ereigneten sich noch weitere fünf tödliche Unfälle in diesem schönen, grossen Haus. Trotzdem sind das nicht die einzigen Sorgen von Andreas. Das Wochenende steht vor der Tür und etwas Erholung täte den beiden gut. Aber wie jede Woche schneit der leicht einfältige Kurt (Remo Walter) rein, um Zeit mit seiner Martina zu verbringen. Der kritische Vater freut sich nicht allzu sehr über diese Verbindung mit dem «Chabis-Pflanzer». Der Unglückselige hört das Gespräch von Andreas und Jeanine im Garten mit, wie sie sich über den angekündigten Besuch des neuen Vikars unterhalten. Sie sind nämlich besorgt, dass auch ihm was zustossen könnte. Danach setzt Kurt alles daran, das Ehepaar als Mörder zu überführen und traut den beiden nicht mehr über den Weg.

Mehr Schein als Sein

Das Chaos bzw. der Horror ist nun beinahe perfekt und doch auch mysteriös. Fehlen nur noch Sarah (Iris Büttler), die tatkräftige Schwester von Andreas, die den toten Fernsehmonteur (Marius Füeg) im Schrank verstaut – da fackelt sie nicht lange. Der durstige Vikar (Daniel Dietschi), der wieder von den Toten aufersteht und zu guter Letzt Kurts Eltern Edgar (Rolf Minder) und Lotti (Janet Kohler). Nun sind alle damit beschäftigt, den Schein gegen aussen zu wahren, Leichen zu verstecken oder eben die mysteriösen Ereignisse aufzudecken. Die Schauspieler sind auf die Rollen wie zugeschnitten und verleihen ihnen eine persönliche Note in diesem lustigen Beinah-Krimi. Wer erfahren möchte, wie das Ganze endet, hat die Gelegenheit dazu am kommenden Wochenende. Für das leibliche Wohl wird ebenfalls gesorgt: vor, während und nach der Aufführung in der Aula.

Aufführungen Samstag, 25. Oktober, 20 Uhr; Sonntag, 26. Oktober, 14 Uhr, Speisewirtschaft ab 18 bzw. 12 Uhr.