Laupersdorf
Ein Gottesdienst als Abschied nach 26 Jahren im Kirchenamt

In einem feierlichen Gottesdienst sind Hans und Käthy Erzer-Flury als Sakristane verabschiedet worden. Sie haben 26 Jahre in der Pfarrkirche St. Martin mitgewirkt und treten nun altershalber zurück.

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Käthy und Hans Erzer-Flury im Chorraum der Kirche St. Martin.

Käthy und Hans Erzer-Flury im Chorraum der Kirche St. Martin.

Rudolf Schnyder

Nach 26 Jahren als Sakristane der Pfarrkirche St. Martin sind Hans und Käthy Erzer-Flury altershalber zurückgetreten. Ihr Wirken wurde in einem feierlichen und gut besuchten Gottesdienst gewürdigt, zelebriert durch Pastoralraum-Pfarrer Simon Moser sowie Pfarr-Resignat Marc Ntetem. Der Kirchenchor Laupersdorf sowie Patrik Fluri an der Orgel verschönerten den Gottesdienst. Simon Moser ging näher auf das anspruchsvolle Amt des Sakristanen ein. Die Grundaufgabe lässt sich in zwei Worte fassen: Gottesdienst und Gotteshaus. Das Amt erfordert laut dem Schweizerischen Sakristanen-Verband die Bereitschaft zu gemeinsam getragener Verantwortung und Zusammenarbeit, eine berufliche Eignung, auch handwerkliches Geschick und stellt persönliche Anforderungen. Die wichtigste Aufgabe ist die Vorbereitung der liturgischen Feiern. Des Weiteren Unterhalt und Sicherung des Kirchen-Gebäudes sowie die werterhaltende Pflege des kirchlichen Inventars.

Damit nichts vergessen ging

Wie vielfältig die Tätigkeit eines Sakristans ist, zeigte sich in den Dankesworten, die Rudolf Schnyder, Präsident der Kirchgemeinde Laupersdorf, an das Ehepaar richtete. «Täglich habt ihr morgens die Kirche geöffnet und abends geschlossen, wart für das Läuten der Kirchenglocken und die Turmuhr zuständig. Ihr habt in der kalten Jahreszeit die Kirche geheizt, den Unterhalt der Paramenten beziehungsweise Messgewänder, Altartücher, Ministrantenkleider und die Kirchenwäsche besorgt, die Umgebungsarbeiten der Kirche wie Wischen oder Schneeräumung ausgeführt oder die Beschallungsanlage vor dem Gottesdienst eingestellt, die Kerzen angezündet und die Kelche bereitgestellt.»

Hans Erzer fügte bei, dass er immer eine Stunde vor Beginn des Sonntags-Gottesdienstes in der Kirche anwesend war, so hätte er genügend Zeit für die Vorbereitung des Gottesdienstes gehabt. Der Ablauf der Arbeiten sei immer nach dem gleichen Muster verlaufen, damit nichts vergessen ging.

«Fang Du schon mal an»

Käthy und Hans Erzer-Flury haben das Amt seit dem 1. Dezember 1988 als Nachfolger von Walter und Monika Schaad-Probst innegehabt. Damals vor fast 27 Jahren wollte in Laupersdorf niemand das Amt übernehmen. «So habe ich als damaliger Kirchgemeinderat im Rat erwähnt, nun müsse halt abwechslungsweise ein Kirchgemeinderat als Sakristan tätig sein.» Die Antwort seiner Ratskollegen habe nicht lange auf sich warten lassen: «Du Hans kannst ja damit mal anfangen.» Daraus wurde eine 26-jährige Amtszeit. Hans und Käthy Erzer haben vor allem zwei Seelsorger betreut: Während zehn Jahren Diakon Paul A.Bühler und während 15 Jahren Pfarrer Marc Ntetem. In den letzten Jahren sind die Pastoralraum-Pfarrer Raimund Obrist und Simon Moser hinzugekommen. Zusätzlich haben sie unzählige Aushilfs-Priester betreut. Ferner wirkten sie auch im Pfarreileben mit. Käthy Erzer war viele Jahre lang Mitglied des Pfarreirates, leitete die wöchentlichen Rosenkranz-Gebete, war zwischendurch höchstpersönlich für einen Seelsorger besorgt, damit kein Gottesdienst ausfiel und gestaltete auch mal eine Andacht, wenn kein Seelsorger zugegen war.

Stellvertretung gesucht

Seit 1. März 2015 amtet in Laupersdorf nun Patrick Meister als Haupt-Sakristan. Gelegentlich, vor allem tagsüber unter der Woche, helfen Käthy und Hans Erzer noch aus. Eine Stellvertretung für Patrick Meister konnte trotz grosser Bemühungen vonseiten des Kirchgemeinderates noch immer nicht gefunden werden. (rsl)