Es geht um eine gleich dreifache Nachfolgeregelung: Einerseits bot sich dem 67-jährigen Jomos-Besitzer Peter Kammer familienintern keine Lösung an. Anderseits zeichnet sich auch für die Geschäftsführer der zwei Sparten Jomos Brandschutz AG und EuroSprinkler AG in den kommenden Jahren eine Ablösung ab. «Diese Weichenstellung wollte ich nicht mehr selbst vornehmen – diese sollen die neuen Besitzer im Wissen um künftige Strategien und Möglichkeiten machen», erklärt Peter Kammer.

«Für alle die beste Lösung»

Diesen neuen Besitzer fand er aufgrund einer internationalen Ausschreibung, wie der Firmenpatron berichtet. Da habe er klare Paradigmen definiert, die die Zukunft seines Erbes sicherstellen sollen. Dazu gehörten «der weitere Ausbau des Kompetenzzentrums Balsthal und die längerfristige Sicherung von Standort und Arbeitsplätzen». Der Verkäufer spricht von einem «Glücksfall für alle» und von der «für alle besten Lösung». Dass die «Chemie gestimmt hat», komme auch darin zum Ausdruck, dass die Verkaufsverhandlungen in weniger als vier Monaten haben abgeschlossen werden können.

Die Produkte von Vinci und jene der Jomos-Gruppe würden einander bestens ergänzen, ist Kammer überzeugt. Vertraglich sei zugesichert, dass die Marken Jomos und EuroSprinkler in die Zukunft geführt werden sollen. Schliesslich seien die neuen Besitzer einen langfristigen Mietvertrag eingegangen: «Auch dies gibt eine gewisse Sicherheit», betont der Firmenverkäufer, der weiterhin Besitzer der Balsthaler Firmenliegenschaften bleibt.
Über den Verkaufspreis haben beide Seiten Stillschweigen vereinbart. Peter Kammer bleibe dem Unternehmen «als strategischer Berater und vorderhand als Teilhaber weiterhin verbunden», heisst es in der Vinci-Mitteilung vom Donnerstag zur Firmenübernahme.

Vinci: weltweit tätiger Konzern

Die Jomos-Gruppe, mit 170 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen in Balsthal, Dietikon ZH, Goldach SG und Lussy-sur-Morges VD, erzielte 2017 einen Jahresumsatz von 39 Millionen Franken, wie die neue Besitzerin bekannt gab. Weiter wird ausgeführt, dass die Jomos-Firmen innerhalb von Vinci Energies der Fire Protection Solutions-Gruppe zugeordnet werden sollen. Diese ist international in der Planung, Errichtung und Wartung von stationären Brandschutzanlagen tätig.

Fire Protection Solutions ihrerseits ist eine 100-prozentige Tochter der Vinci Energies Deutschland GmbH mit Sitz in Frankfurt am Main. Deren Mutterhaus Vinci S.A. wiederum ist ein französischer Konzessions- und Baukonzern mit 185 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in rund 100 Ländern. Vinci ist laut eigenen Angaben weltweit die Nummer eins in den Bereichen Konzessionen, Bau und bauverwandte Dienstleistungen.