Oensingen
Ein erster Schritt zum sauberen Zibelimäret

Der diesjährige Zibelimäret soll sauberer werden. Dazu werden erstmals Mehrwegbecher eingesetzt werden, damit die Abfallberge kleiner werden.

Isabel Hempen
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Zibelimäret-OK-Präsident Hans Schnider macht inmitten der Festmeile mit einem Plakat Werbung in eigener Sache.

Zibelimäret-OK-Präsident Hans Schnider macht inmitten der Festmeile mit einem Plakat Werbung in eigener Sache.

Bruno Kissling

Die 49. Auflage des Oensinger Zibelimärets steht vor der Tür und damit auch eine Neuerung: Erstmals werden am dreitägigen Grossanlass flächendeckend Mehrwegbecher eingesetzt. Das neue Abfall-Konzept, erarbeitet vom Organisationskomitee des Zibelimärets und dem Oensinger Gewerbeverein, wird den Anforderungen der Gemeinde nach möglichst sauberen Veranstaltungen gerecht.

Dies, nachdem im Anschluss an den Märet alljährlich rund fünf Tonnen Kehricht entsorgt werden mussten. Bei einem grossen Teil davon handelte es sich um Plastik, sprich Einweggeschirr und nicht korrekt entsorgte Pet-Flaschen.

Ob in den Vereinsbeizli, an den Ständen oder im Zelt der Gewerbeausstellung: Sämtliche Betreiber werden diesen Herbst also ausschliesslich mit Mehrwegbechern arbeiten. Das Prinzip ist einfach: Auf jedes Getränk im Offenausschank wird ein Zuschlag von zwei Franken erhoben. Bei der Rückgabe des Bechers wird die Depotgebühr vollumfänglich zurückerstattet.

Dasselbe gilt für Getränke in Pet-Flaschen und Dosen, wobei diese zusätzlich mit Jeton abgegeben und auch wieder zurückgenommen werden. Glas ist am Märet grundsätzlich schon seit längerem verboten.

Nachschub gewährleistet

Lieferant der Mehrwegbecher ist die St. Galler Firma cup&more. Diese wird am Zibelimäret mit einem Lager zentral vor Ort sein. Jeder Verein hat im Voraus einen Grundstock an Bechern zur Miete bestellt; sobald dieser aufgebraucht ist, kann im Lager Nachschub bezogen werden. Die benutzten Becher werden nach dem Anlass wieder an cup&more retourniert. In einer Waschstrasse werden sie gereinigt und anschliessend für den nächsten Anlass hygienisch und keimfrei in versiegelten Boxen verpackt. (hei)

Durchweg Mehrweggeschirr als Ziel

Gemäss Hans Schnider, Präsident des Oensinger Zibelimärets, entstand die Idee zum Mehrweg-System vergangenes Jahr angesichts wachsender Müllberge. «Auch wir wollen sagen können: Wir sind ein sauberer Anlass», begründet er die neue Strategie.

Heuer starte man nun in die erste Phase. Dies auch im Hinblick auf das kommende Jahr, wenn der Zibelimäret sein 50. Jubiläum feiert. Es sei das Ziel, dann durchweg auf Mehrweg umzustellen, also auch Mehrweggeschirr und -besteck zu verwenden. «Wir müssen aber erst Erfahrungen sammeln; gewisse Korrekturen werden wohl nötig sein. Wenn das System Erfolg hat, werden wir das Abfallkonzept nächstes Jahr aber ausbauen können», so Schnider.

Er ist sich bewusst, dass der Einsatz von Mehrwegbechern für die Betreiber einen logistischen Mehraufwand bedeutet. Denn die Becher, hergestellt aus dickerem Material als ihre Einwegpendants, benötigen mehr Lagerraum.

Und der Offenausschank sowie die Becherrücknahme erfordert zusätzliches Personal. Allerdings sei die Miete der Mehrwegbecher im Schnitt kaum teurer als der Kauf von Einwegbehältnissen, so Schnider.

Öffnungszeiten Zibelimäret

Marktstände

Sa 29. Oktober: 12-24 Uhr
So 30. Oktober: 10-24 Uhr
Mo 31. Oktober: 10-24 Uhr

Gewerbeausstellung

Sa 29. Oktober: 12-22 Uhr
So 30. Oktober: 11-21 Uhr
Mo 31. Oktober: 10-21 Uhr

Bars, Restaurant und Zelte
Sa 29. Oktober: bis 03 Uhr
So 30. Oktober: bis 00.30 Uhr
Mo 31. Oktober: bis 2 Uhr

Aufwand für Vereine steigt

Nachgefragt bei einem der Vereine, fällt dessen Meinung zur neuen Abfallstrategie ambivalent aus. «Grundsätzlich halten wir Abfallvermeidung natürlich für eine gute Idee», so Remo Kipfer, Zibelimäret-OK-Chef des IHC Oensingen Roadrunners. Sauer aufgestossen sei jedoch einigen Vereinen, dass sie erst relativ kurzfristig, im Juni dieses Jahres, informiert worden seien.

«Wir haben noch rund tausend Einwegbecher von letztem Jahr übrig. Hätten wir dann schon vom neuen Konzept gewusst, hätten wir natürlich anders kalkuliert», sagt Kipfer. Der IHC ist jeweils mit einem Festzelt und einem Marronistand am Märet vertreten. Früher habe man Flaschen verkauft, neu habe man auf Offenausschank umstellen müssen.

Pro Schicht würden daher zwei Personen mehr benötigt; über die drei Tage gerechnet belaufe sich das auf dreissig Mannstunden zusätzlich.

Auch die Miete der Becher sei geringfügig teurer, Kipfer rechnet mit Mehrkosten von fünf bis zehn Prozent. Und die Becherkisten nähmen mehr Platz in Anspruch. Auch die Standgebühren seien in den letzten Jahren stetig gestiegen.

«Wir machen uns Gedanken, wie wir in Zukunft am Markt auftreten wollen», meint Kipfer zur neuen Situation. Was den Aufwand betrifft, befinde sich der Verein am obersten Limit, auch finanziell. «Aus unserer Sicht wird die ursprüngliche Idee des Zibelimärets, die Vereinskasse aufzubessern, immer mehr verfehlt», bedauert er.