Neuerdings steht an der Weiermattstrasse 17 in Egerkingen ein auffällig orangefarbener Baucontainer, rund sechs Meter lang und drei Meter breit: Am Ende der Sackgasse, auf einem Grundstück, das der Gemeinde gehört, direkt neben der grossen Baugrube der Schreinerei von Rohr und dem Stromhaus.

Diana Stärkle, die seit drei Jahren in Egerkingen wohnt und Präsidentin der Bildungskommission ist, hat ihr Ziel erreicht: Der Container für den Jugendtreffpunkt wurde diese Woche geliefert. Was jetzt noch fehlt, ist der Sanitär-Bereich sowie der Stromanschluss und ein paar andere kleine Details. Dass die Jugendlichen allerdings bereits Silvester darin feiern können, ist keineswegs garantiert, denn viel Zeit bleibt bekanntlich nicht mehr. Doch das Projekt hat sich schon herumgesprochen und das Interesse ist vorhanden.

Kosten: 15'000 Franken

Die Idee mit dem Jugendtreffpunkt-Baucontainer hatte Diana Stärkle (SVP) schon länger. Sie habe festgestellt, dass sich «die Jugendlichen in Egerkingen praktisch nur im Gäupark treffen können und bekanntlich ist ihr Aufenthalt dort zeitlich limitiert».

Für die kleinen Kinder sei in Egerkingen ein Spielplatz gebaut worden. Der «Zwerglihöck» sei ein weiteres Angebot für Kinder. «Aber es fehlte ein nahegelegenes Angebot für Jugendliche, die mit dem Töffli oder auch zu Fuss unterwegs sind», und sie habe sich vorgenommen, in der Gemeinde selbst einen Jugendtreff zu konzipieren. Im Sommer stellte sie den entsprechenden Antrag beim Gemeinderat. «Es gab keinen Widerstand», so Stärkle.

Schon bald konnte das Baugesuch aufgelegt werden. Kostenrahmen des Projekts: 15'000 Franken. «Im Vorfeld dachte ich ehrlich gesagt, es würde Einsprachen der Anwohner geben», blickt Stärkle zurück. Dies war nicht der Fall, was für sie eine zusätzliche Motivation darstellte: «Das hat uns sehr gefreut«. Und schliesslich sei der Standort ideal: Es besteht Fahrverbot und zwischen Container und Wohngebiet fliesst die Dünnern hindurch. «Der Standort ist zentral und dennoch geschützt», so Stärkle. Als sie sich nach geeigneten Containern umsah, wurde sie schon bald bei der Firma Dörfliger fündig, wie sie sagt. Ihr sei es wichtig gewesen, in der Region einzukaufen.

Die Feuerstelle fehlt noch

Wie geht es jetzt weiter, mit dem orangen Container an der Weiermattstrasse? Diana Stärkle hat vor, die Jugendlichen in Egerkingen so schnell wie möglich brieflich zu erreichen. «Es sind etwa dreissig 14- bis 16-Jährige, die wir einladen wollen.» Einladen, um gemeinsam eine Hausordnung auszuarbeiten, lautet die Idee.

Am 3. Januar wird die Toi-Toi-Toilette angeliefert und auch die Heizung muss noch installiert werden. Ein Ping-Pong-Tisch sowie ein Sofa stehen bereit, lediglich die Feuerstelle muss noch gekauft werden. Die Jugendlichen sollen per Nottelefon eine erwachsene Bezugsperson kontaktieren können, falls einmal etwas sein sollte. Diana Stärkle stellt sich zur Verfügung, denn sie kennt die Bedürfnisse der Jugendlichen ziemlich gut. Zum einen hat sie selbst drei erwachsene Kinder, zum anderen unterrichtet sie am KV Zofingen das Fach «Information, Kommunikation, Administration».

Sie weiss auch, dass die Zielgruppe für den Jugendtreff in Neuendorf ins Schulzentrum zur Schule geht. «Deshalb sind selbstverständlich auch die Neuendörfer Gspänli willkommen», so Stärkle.