Oensingen
Ein 70-Meter-Kreisel ist das Kernstück der Umgestaltung

In Oensingen soll der Knoten Dünnernstrasse-Nordringstrasse-Werkhofstrasse umgestaltet werden. Eines der Kernstücke des nun in einer ersten Version vorliegenden Gesamtprojekts ist ein 4-astiger Kreisel mit einem Durchmesser von rund 70 Metern.

Erwin von Arb
Merken
Drucken
Teilen
Der Kreisel soll über der Dünnern gebaut werden.

Der Kreisel soll über der Dünnern gebaut werden.

Google Maps

Die Gemeinde Oensingen und der Kanton wollen den geplanten 6-Spur-Streifenausbau der Autobahn A1 zwischen Luterbach und Härkingen nutzen, um die Verknüpfung des Autobahnzubringers Süd mit dem örtlichen und regionalen Strassennetz zu optimieren.

Deshalb wurden zwischen 2014 und 2016 unter Federführung des kantonalen Amtes für Verkehr und Tiefbau (AVT) verschiedene Optionen für die Neugestaltung des Knotens Dünnernstrasse-Nordringstasse, Werkhofstrasse ausgearbeitet. Mit der vertieften Ausarbeitung wurde das Büro BSB + Partner Ingenieure und Planer betraut.

Anbindung an die Industriezone

Eines der Kernstücke des nun in einer ersten Version vorliegenden Gesamtprojekts ist ein 4-astiger Kreisel mit einem Durchmesser von rund 70 Metern. Sein Zentrum befindet sich auf der Dünnernbrücke beim Knoten Werkhofstrasse, Nordringstrasse, Dünnernstrasse, wie Rolf Riechsteiner vom Büro BSB dem Oensinger Gemeinderat aufzeigte.

Kreisel Oensingen Für den blau markierten Vebo-Knoten beim Autobahnzubringer ist das Astra zuständig, für den gelb markieren Kreisel die Gemeinde Oensingen in Zusammenarbeit mit dem AVT. Violett markiert sind die Verkehrswege für den Langsamverkehr. 

Kreisel Oensingen Für den blau markierten Vebo-Knoten beim Autobahnzubringer ist das Astra zuständig, für den gelb markieren Kreisel die Gemeinde Oensingen in Zusammenarbeit mit dem AVT. Violett markiert sind die Verkehrswege für den Langsamverkehr. 

zvg

Der teilweise zweispurige Kreisel soll durchgehend über 5,5 Meter breite Fahrbahnen verfügen. Einspurig in den Kreisel geführt werden soll die Werkhofstrasse. Die Ausfahrt auf die Werkhofstrasse soll aus Kapazitätsgründen zweispurig erfolgen. Dies unter anderem auch mit Blick auf die geplanten Grossobjekte von Bell, welche vor allem Verkehr auf der Dünnerstrasse generieren werden, sowie um den Verkehr aus der Industriezone an der Nordringstrasse (später Teil der Entlastungsstrasse) aufzunehmen. Die Zufahrt zum Industriegebiet Neumatt Nord soll direkt an den Kreisel angeschlossen werden. Als Bauherr dieses Projektes zeichnet die Gemeinde. Mit der geplanten Entlastungsstrasse soll dieses zu einem späteren Zeitpunkt an den Kanton abgetreten werden.

Astra für Vebo-Knoten zuständig

Dank dieses Kreisels wird auch der Knoten Werkhof-, Staadacker- und Jurastrasse bei der Vebo-Bäckerei entlastet. Dieser Vebo-Knoten soll von der Autobahn her einen Vollanschluss bekommen. An diesem stark befahrenen Knoten soll der Verkehrsfluss mit einer Lichtsignalanlage geregelt werden. Für diesen Teil des Projekts ist das Bundesamt für Strassen (Astra) zuständig. Das Funktionieren dieser Verkehrsführung ist jedoch nur mit gleichzeitigem Bau des vorgenannten Kreisels gewährleistet, wie Riechsteiner erwähnte.

Dazu kommt der Vollanschluss Süd, für den der Kanton verantwortlich zeichnet. Mit diesem wird primär das Ziel verfolgt, den Verkehr aus und nach dem Thal über den Autobahnzubringer direkt zum Vebo-Knoten zu führen. Damit verlagert sich ein Teil des Durchgangsverkehrs in Oensingen von der Kantonstrasse H5 auf die Achse Jurastrasse. Diese Entlastung ist für die Gemeinde ein besonders wichtiger Aspekt, wie im Gemeinderat mehrfach bemerkt wurde.

Riechsteiner erwähnte zudem, dass die Dünnernbrücke im Zentrum des Kreisels aus Gründen des Hochwasserschutzes angehoben werden muss. Im Zusammenhang mit dem Kreisel wurde ferner die Aufhebung des Astes Dünnerstrasse Nord erwähnt. Die Zufahrt zum Bahnhof soll über die neu zu erstellende Verbindung Grabenackerstrasse-Nordringstrasse sichergestellt werden. Damit kann auch eine direkte Verbindung zur Industriezone und für den ÖV geschaffen werden.

Neuer Veloweg wird nötig

Veränderungen gibt es auch für den Langsamverkehr. Nötig werden diese, weil die Verkehrslösung bei der Vebo gemäss Vorgabe des Astra fahrradfrei sein sollte. Geplant ist ein neuer Veloweg ab der Kreisschule Bechburg entlang der Dünnern via Sportplatzweg und der Dünnernstrasse mit Unterquerung des Grosskreisels in Richtung Bahnhof.

Im Gemeinderat wurde die Bedeutung des Grosskreisels für das Gesamtprojekt betont. Der Rat beschloss, die als Entwurf vorliegende Planung weiter voranzutreiben. Dies mit dem Ziel, das im Zuständigkeitsbereich der Gemeinde liegende Projekt gleichzeitig mit jenem des Astra öffentlich aufzulegen. Informationen zufolge plant das Astra die Auflage des Vollanschlusses Vebo im Herbst 2017. Die Ausführung soll in den Jahren 2022 und 2023 erfolgen. Die Kosten für das Gesamtprojekt ohne Astra sind mit 20,3 Mio. Franken veranschlagt, mit einem Unsicherheitsfaktor von 30 Prozent gegen oben oder nach unten.

Gemeindepräsident Markus Flury hofft, dass das Projekt wie angedacht realisiert werden kann. «Für die weitere Entwicklung von Oensingen ist das Projekt von grosser Bedeutung, auch wegen der im kantonalen Richtplan aufgenommenen und in einem zweiten Schritt geplanten Entlastungsstrasse.