Oensingen

Ein 30 Meter hoher Turm könnte zum Wahrzeichen des Industriegebietes werden

Ein Projekt für die Zukunft: Der 30 Meter hohe "Gewerbetower" in Oensingen.

Ein Projekt für die Zukunft: Der 30 Meter hohe "Gewerbetower" in Oensingen.

Im Oensinger Industriegebiet soll ein neunstöckiger Gewerbe-, Büro- und Dienstleistungs-«Tower» gebaut werden. Der Gemeinderat verabschiedet das Projekt zur Vorprüfung an das Amt für Raumplanung.

Seit einiger Zeit besitzt die Firma Eggenschwiler Transporte AG im Industriegebiet Oensingen, ein Grundstück «unter der Gass», angrenzend an die Nordringstrasse. Dort betreibt sie einen Recyclinghof und verschiedene Mitarbeiter arbeiten im nebenan stehenden Bürotrakt. Das Grundstück ist insgesamt 3370 Quadratmeter gross.

Nun besteht die Absicht, auf diesem Grundstück einen Neubau zu realisieren. Geplant ist ein neungeschossiger, 30 Meter hoher Büroturm, der mit seiner prominenten Lage und seiner markanten Architektur einen augenfälligen und kontrastreichen Auftakt ins Oensinger Industriegebiet markiert. Die beauftragten ZSB Architekten SIA AG Zürich schreiben dazu: «Die Strassenfluchten werden in der Form nachgezeichnet, so dass ein konisch geschnittenes Volumen entsteht.»

Dieses Gebäude könnte als Kopfbau für alle weiteren Entwicklungen auf den dahinterliegenden Baufeldern gelesen werden, heisst es weiter im Baubeschrieb. Und zur Formfindung ist zu lesen: «Durch die ‹geschliffenen Facetten› nimmt jede Fassade Bezug auf sein Gegenüber. Die spitzen und stumpfen Winkel der Hüllenabwicklung schaffen ein spannungsvolles Volumen, das einen Anker für das gesamte Entwicklungsgebiet im Westen von Oensingen darzustellen vermag.»

Raum für Tankstelle, Shop, Büro- und Dienstleistungen

Geplant ist also ein neues freistehendes, markantes Gebäude, welches neun Vollgeschosse beinhaltet. Im Erdgeschoss ist eine Lobby geplant, die zur Dünnern hin ausgerichtet ist. Sie bildet sozusagen den Auftakt zu den Gewerbe-, Dienstleistungs- und Bürogeschossen in den oberen Stockwerken. Westseitig ist eine Betankungsanlage für LKWs und PWs vorgesehen, ebenso auch Ladestationen für Elektrofahrzeuge. Dazu wird ein Verkaufsshop eingebaut.

Über dem Erdgeschoss folgen die Etagen mit je 1,400 Quadratmeter Haupt-Nutzfläche. Insgesamt werden 10'500 Quadratmeter Fläche für Büro- und Dienstleistungen zur Verfügung stehen. «Die Grundrissgestaltung bietet ein hohes Mass an Flexibilität für die zukünftigen Nutzer», schreiben die Architekten weiter. Die zwei bis drei geplanten Untergeschosse sind für die Parkierung und die Technikräume vorgesehen.

Grün am Boden und auf dem Dach

Entlang der östlichen gebogenen Parzellengrenze ist ein hochwertiger Grüngürtel geplant, der sich zum Dünnernraum hin orientiert. In diesem sollen künftig die Besucherparkplätze integriert werden. Eine neu gepflanzte Baumreihe wird diese begleiten.

Auf dem Dach ist eine extensive Begrünung vorgesehen. «Ideen zur Schaffung einer Insel für die Biodiversität werden noch eingehender geprüft», bemerken die Architekten.

Ein Leuchtturm-Projekt für die Region

Dem Bauherrn und den Planern geht es bei diesem Projekt um die Schaffung von qualitativ hochwertigen und attraktiven Arbeitsplätzen für die Region. Man arbeite derzeit ein Nachhaltigkeitskonzept aus, da dieser Neubau ein Leuchtturmprojekt darstellen soll. Geplant sei beispielsweise, die sieben Obergeschosse im Holzbau zu realisieren, was eine verbesserte Co2-Bilanz bringen würde.

Auch könne man sich vorstellen, Recycling-Beton zu verwenden und es sei ein Energiekonzept angedacht, welches mit Fernwärme oder Wärmepumpe ausgerüstet würde. Zudem überlege man sich, eine Photovoltaik-Anlage zu integrieren.

Und wohin mit dem jetzigen Recyclinghof?

Der heutige Recyclinghof auf dem Gelände findet in der jetzigen Form keinen Platz mehr auf dem Areal; darüber sind sich alle einig. Zur Zeit werden bereits mit der Gemeinde Gespräche geführt über gleichwertige Standorte, welche auch die zukünftigen Bedürfnisse der Anwohner erfüllen können, sagt der Bauherr.

Jetzt ist das Amt für Raumplanung am Zug

Für die Industriezone in Oensingen gilt eine generelle Gestaltungsplanpflicht. Entsprechend ist ein solcher für eine Umnutzung einer Parzelle notwendig. Der Oensinger Gemeinderat stellte fest, dass alle Vorgaben dafür eingehalten wurden. Das heisst zum Beispiel, dass die maximal zulässige Gebäudehöhe eingehalten wurde, dass keine Etappierung des Baues erlaubt ist, dass eine geregelte Erschliessung für den Individualverkehr und die Fussgänger gewährleistet ist, oder dass das Ortsbild und die strategischen Ziele von Oensingen erfüllt werden.

Auch bezüglich Lärmemissionen und Umwelt bestünden keine Interessenkonflikte. Somit wurde beschlossen, den Gestaltungsplan Gewerbetower mit Sonderbauvorschriften sowie den Raumplanungsbericht dem Amt für Raumplanung zur Vorprüfung einzureichen.

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