Thal-Gäu
Ein 22-Zimmer-Luxushäuschen gefällig?

In der Region Thal-Gäu gibts fürs grosse Portemonnaie etliche Immobilien, bei denen Luxus pur oder satte Rendite versprochen wird.

Philipp Felber
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6 Millionen Franken auf der hohen Kante? Dann wäre die «Holzer-Villa» das optimale Wohnhaus.

6 Millionen Franken auf der hohen Kante? Dann wäre die «Holzer-Villa» das optimale Wohnhaus.

Bruno Kissling

Sie haben das nötige Kleingeld und wollen im Gäu eine Immobilie kaufen? Neben dem schier endlosen Angebot an freistehenden Wohnungen zum Mieten sind auch ein paar echte Perlen im Angebot. Und zwar für Renditeorientierte wie auch für Liebhaber des gesitteten Wohnens.

Wer 5'999'000 Franken auftreiben kann, könnte sich momentan einen echten Wohntraum erfüllen. Offenbar wäre sogar James Bond neidisch ob dieser Immobilie. So jedenfalls wird das Objekt im Internet angepriesen. Die Villa wurde von Unternehmer Peter Holzer erbaut, welcher mittlerweile in Malaysia lebt. Die Villa hat es in sich: Insgesamt 22 Zimmer, davon 5 Nasszellen bietet die Immobilie. Dazu allen erdenklichen Luxus, etwa einen Indoorpool.

Wer es rustikaler und etwas günstiger mag, für den lässt sich in Matzendorf die richtige Bleibe finden. Dort ist die ehemalige Mühle für 1,8 Mio. Franken zu haben. Dafür gibts gleich mehrere ausgebaute Wohnungen, einen grossen Umschwung und die Gewissheit, in einem 1733 erbauten Haus zu wohnen. Wem der Vorschlag, das Haus als Generationenhaus zu benutzen, nicht behagt, und trotzdem für viel Geld im Thal wohnhaft werden will, wird in Welschenrohr fündig. Für Türmchen-Liebhaber ist das Objekt sogar ein Must-have. Für 1,35 Millionen Franken gibts zwei Türmchen, eine interessante architektonische Umsetzung des Landhausstils und 350 m2 Wohnfläche.

Minimum 35 Prozent Eigenmittel

Fast so teuer, aber dafür ohne lästigen Umschwung, für den man fast einen Gärtner anstellen muss, wie etwa bei den oben genannten Wohnperlen, ist eine Attika-Wohnung in Oensingen. Mit einem umfassenden Alpenblick wird die 1 299 000 Franken teure Wohnung angepriesen. Die Fotos im Inserat lassen darauf schliessen, dass bei wenig Nebel, tatsächlich die Alpen erblickt werden können.

Wer sich übrigens vor allem wegen der momentan günstigen Hypotheken ein Luxushaus als tolle Geldanlage kaufen will, der sei gewarnt: ganz ohne Eigenkapital gehts dann doch nicht. So empfiehlt die Raiffeisenbank Schweiz ihren Genossenschaftsbanken, dass sie im Minimum einen Eigenkapitalanteil von 35 Prozent für Luxusbauten verlangen soll. «Je nach Tragbarkeitssituation des Kunden ist es jedoch auch möglich, dass mehr als die 35 Prozent an Eigenmitteln gefordert werden», sagt Cécile Bachmann, Mediensprecherin von Raiffeisen Schweiz. Man rechne: 2,1 Million Franken sollten also schon vorhanden sein, um sich etwa in der 22-Zimmer-Villa ob Egerkingen einzuquartieren.

Mehrfamilienhäuser gibts zuhauf

Wer sein Geld eher renditeorientiert anlegen möchte, wird vom Angebot in der Region ebenfalls nicht enttäuscht. Für fast 10 Millionen Franken gibts in der Kluser Industrie ein «selten grosses Industrie-Areal im Halte von 26 643 m2 bestehend aus vier zusammenhängenden Grundstücken», wie im Verkaufsinserat zu lesen ist. Glück hat der Käufer, die Käuferin auch in Zukunft. Sollte die Umfahrung Klus wirklich einmal zu einem Abschluss kommen, kann er oder sie das Grundstück mit allen Gebäuden drauf wohl noch teurer wieder verkaufen.

Denn die Anbindung der Umfahrung an die bestehende Strasse soll etwas weiter hinten in der Klus zu liegen kommen, was die Anwohner aus dem Thal schneller in die Kluser Industrie bringen kann. Ein Vorteil vor allem deshalb, weil im Inserat mit dem Gedanken gespielt wird, dass auf dem Areal durchaus auch ein Einkaufszentrum zu stehen kommen könnte. Die aktuellen Gebäude würden zudem bei einer Vollvermietung eine Brutto-Rendite von 10 Prozent ermöglichen. Kleiner Wermutstropfen: Momentan ist das Areal nur teilweise vermietet. Deshalb dürfte ein wenig Innovationskraft, neben dem nötigen Kleingeld, von Vorteil sein.

Renditeobjekte in Form von Mehrfamilienhäusern sind in der Region etliche zum Kauf ausgeschrieben. So sollen zum Beispiel auch zwei Mehrfamilienhäuser in Niederbuchsiten wahre Renditelieferanten sein. Für 4,5 Millionen Franken gibts 16 Wohnungen in zwei 1985 erstellten Wohnbauten. Aktuell seien die beide Liegenschaften voll vermietet und befänden sich in einem guten gepflegten laufend unterhaltenem Zustand. Bei der Leerwohnungsquote im Gäu vielleicht keine schlechte Voraussetzung. Ausser die Anwohner wandern in andere Wohnüberbauungen ab, wo modernere Wohnungen für ähnliche Preise zu haben sind. Oder aber die Mieter lassen sich von Angeboten wie in Egerkingen bezirzen: Zwei Monate gratis in der unmittelbaren Nachbarschaft des Gäuparks wohnen, da kann man ja kaum widerstehen.

Leider enttäuscht wird, wer sich etwas exotischere Dinge kaufen möchte. Denn offenbar ist zum Beispiel ein Erotiketablissement für 2,2 Millionen Franken, welches sich Recherchen zufolge in Oensingen befindet, bereits verkauft worden. Und das nur einen halben Monat nachdem es öffentlich ausgeschrieben wurde. Scheinbar zieht ein an Anbieter erotischer Dienstleistungen vermietetes Haus schneller Kauflustige an als diverse Mehrfamilienhäuser in der Region.

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