Egerkingen

Egerkinger wollen ihr Schwimmbad behalten und sprechen 3 Millionen Franken für Erneuerung

Den Schwimmern wird nach der Erneuerung der Egerkinger Badi ein eigenes Becken zur Verfügung stehen.

Den Schwimmern wird nach der Erneuerung der Egerkinger Badi ein eigenes Becken zur Verfügung stehen.

An der Gemeindeversammlung in Egerkingen von gestern Montag hatte der Souverän über die Erneuerung des Schwimmbads Mühlematt zu befinden. Die über 170 anwesenden Stimmberechtigten bewilligten mit grosser Mehrheit den 3-Millionen-Kredit für die Gesamterneuerung.

 Die Egerkinger Bevölkerung will nicht auf ihre Badi verzichten und hat das am Montagabend an der Gemeindeversammlung mit einem Grossaufmarsch von 173 Stimmberechtigten auch deutlich zum Ausdruck gebracht. Rückweisungs- oder Nichteintretensanträge hatten vor der Abstimmung über den 3 Mio.-Franken-Kredit für die Gesamterneuerung des Schwimmbades Mühlematt keine Chance. Ein solcher Antrag stammte vom frisch gewählten SVP-Gemeinderat Franz Fischer, der die 3 Mio. Franken für das Projekt als zu hoch erachtete. Auf Gehör stiess er damit indes nur gerade bei acht Stimmberechtigten.

Erneuerung statt Sanierung

Gemeindepräsidentin Johanna Bartholdi erläuterte den Werdegang des Projektes. Die anfänglichen Kosten von 1,8 Mio. Franken für die Schwimmbadsanierung seien wegen der teils gravierenden Mängel in den Bereichen Sicherheit und Wassertechnik auf 3 Mio. Franken angewachsen. «Bevor die Planung weiter vorangetrieben wird, will der Gemeinderat wissen, ob die Stimmberechtigen diese Summe in ihre Badi investieren wollen», bemerkte Bartholdi mit dem Verweis, dass ansonsten aufgrund des Zustandes die Schliessung drohe (wir berichteten).

Das vorgesehne Konzept für das neue Schwimmbad als Skizze.

Das vorgesehne Konzept für das neue Schwimmbad als Skizze.

Urs Köpfli von der mit der Projektierung betrauten Firma erklärte die angedachte Gesamterneuerung des Schwimmbades. Die Bassins werden mit einer Chromstahlwanne ausgekleidet, die eine Lebensdauer von mindestens 50 Jahren haben werde. Vorgesehen ist jeweils ein Bassin für Schwimmer und Nichtschwimmer. Dem Schwimmerbecken angegliedert wird das mit einen 1-Meter- und 3-Meter-Sprungbrett ausgestattete Springerbecken. Als weitere Attraktion soll ab dem Dach des neu zu erstellenden Technikgebäudes eine Breitwasserrutsche mit separatem Becken gebaut werden. Als Hauptattraktion erwähnte Köpfli den Kinderplauschbereich in Form eines Spielbachs.

«Badi erhöht Attraktivität»

Aus der Versammlung wurden Stimmen laut, welche diese Attraktionen als übertrieben ansahen. Eine solche Badi brauche es nicht, zumal es solche Anlagen in Olten, Balsthal oder Wangen an der Aare gebe. Die Mehrheit konnte sich mit diesem Gedanken aber nicht anfreunden und schickte den von Simone Pfefferli formulierten Antrag mit 19 gegen 145 Stimmen deutlich bachab. Dies nach Voten, welche sich auch aus ökologischen Gründen für eine Badi im Dorf aussprachen. Ein Schwimmbad erhöhe die Attraktivität der Gemeinde, insbesondere für Familien mit Kindern, so einige Stimmen.

Hoher Selbstdeckungsgrad

Auch die Rückweisungsanträge von Diana Stärkle und Rolf Fischer zur Überarbeitung des Geschäfts blieben chanchenlos. Stärkle hatte wie Bruno von Rohr genauere Zahlen zu Betriebskosten verlangt. Johanna Bartholdi bemerkte, dass die Personalkosten je Saison im Schnitt bei 46 000 Franken liegen und dass mit Betriebskosten von 27 000 Franken gerechnet wird. Die Einnahmen aus Eintritten schwanken zwischen 45 000 und 57 000 Franken und in Spitzensaisons sogar bis 74 000 Franken, wobei auswärtige Badegäste höhere Eintrittspreise zahlen müssten. Damit könnten bis zu 78 Prozent der Kosten abgedeckt werden.

Bei der Schlussabstimmung über den Kredit von 3 Mio. Franken für die Gesamterneuerung obsiegte schliesslich der Antrag des Gemeinderates, welcher mit 140 Ja- gegen 20 Nein-Stimmen bei 10 Enthaltungen deutlich angenommen wurde. Der Kanton unterstützt das Projekt mit einem Beitrag aus dem Lotteriefond im Betrag von maximal 122 588 Franken. Die Gesamterneuerung des Schwimmbades soll im August 2018 in Angriff genommen und die Badi im Mai 2019 eröffnet werden.

Überschuss statt Defizit

Bewilligt wurde auch die Rechnung 2016, welche mit einem Ertragsüberschuss von 653 423 Franken schliesst. Budgetiert war ein Defizit von 452 012 Franken. Zum besseren Resultat geführt haben höhere Steuereingänge in der Höhe von 1 Mio. Franken sowie nicht vollständig ausgeschöpfte Bruttokredite, wie Finanzverwalterin Jolanda Misteli bemerkt.

Der Anschaffung des neuen Gemeindefahrzeuges «Meili VM 7000» inklusive Zusatzgeräten für 241 000 Franken wurde ebenfalls zugestimmt.

Autor

Erwin von Arb

Erwin von Arb

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