Oensingen
Egerkinger Unternehmer will das Dietschi-Haus im Kanton behalten

Der Egerkinger Unternehmer Reinhold Dörfliger zeigt Interesse für das SRF-Bauernhaus aus der Sommerserie «Leben vor 500 Jahren». Dörfliger will das Haus auf dem «Rumpel» platzieren und dort einen Ort der Begegnung schaffen.

Erwin von Arb
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Verlassen: Das im Auftrag von SRF gebaute mittelalterliche Bauernhaus hinter dem Schloss Neu Bechburg steht seit dem Auslaufen der Sendung am 4. August leer
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Verlassen: Das im Auftrag von SRF gebaute mittelalterliche Bauernhaus hinter dem Schloss Neu Bechburg steht seit dem Auslaufen der Sendung am 4. August leer
Die Gemeinde hat ein Absperrgitter um das Bauernhaus gestellt
So sieht das Dietschi-Haus heute aus
Dietschi-Haus in Oensingen
So sieht das Dietschi-Haus heute aus
Verlassen: Das im Auftrag von SRF gebaute mittelalterliche Bauernhaus hinter dem Schloss Neu Bechburg steht seit dem Auslaufen der Sendung am 4. August leer
Der Brunnen beim Dietschi-Haus in Oensingen
So sieht das Dietschi-Haus heute aus.
Rückblick: Das bewohnte Haus während des SRF-Sommerprojektes «Im Schatten der Burg — Leben vor 500 Jahren»
In diesem offenen Stall hausten die Schweine der Familie Dietschi während des Sommerprojektes
Heute sehen die Stallungen so aus
Das bewohnte Haus während des SRF-Sommerprojektes «Im Schatten der Burg — Leben vor 500 Jahren»
Christoph Dietschi bei der Arbeit im Rahmen des SRF-Sommerprojektes «Im Schatten der Burg — Leben vor 500 Jahren»
Das bewohnte Haus während des SRF-Sommerprojektes «Im Schatten der Burg — Leben vor 500 Jahren»
Das bewohnte Haus während des SRF-Sommerprojektes «Im Schatten der Burg — Leben vor 500 Jahren»
Der bepflanzte Garten des Bauernhauses während des SRF-Sommerprojektes
In dieser Küche mussten die Dietschis drei Wochen lang kochen
Die Familie Dietschi vor dem Bauernhaus

Verlassen: Das im Auftrag von SRF gebaute mittelalterliche Bauernhaus hinter dem Schloss Neu Bechburg steht seit dem Auslaufen der Sendung am 4. August leer

Erwin von Arb

Das Dietschi-Haus hinter dem Schloss Neu-Bechburg in Oensingen soll nach der am 4. August ausgelaufenen der SRF-Sommerserie «Im Schatten der Burg – Leben vor 500 Jahren» möglichst bald abgebaut werden.

Damit soll auf Wunsch der Landbesitzer verhindert werden, dass das nach mittelalterlichen Plänen erbaute Bauernhaus zu einer Touristenattraktion wird. SRF suchte deshalb nach allfälligen Interessenten für den Hof, in welchem die sechsköpfige Familie Dietschi aus Kestenholz während dreier Wochen von Kamerateams verfolgt lebte.

Im Grundsatz einig

Von den rund fünf Interessenten hat offenbar Reinhold Dörfliger aus Egerkingen den Zuschlag bekommen. Der Unternehmer bestätigt auf Anfrage, dass er mit SRF im Grundsatz einig geworden sei und dass es nun nur noch um die Modalitäten für die Übernahme des mittelalterlichen Hofs gehe. Eine entsprechende Vereinbarung werde noch diese Woche unterzeichnet.

Dabei geht es primär um die Übernahme sämtlicher Kosten, welche der Rückbau des Hauses verursachen wird. Dörfliger, der über eine auf den Rückbau spezialisierte Firma verfügt, hätte denn auch die die technischen Mittel, um den Abbau des Haues professionell zu vollziehen.

Das Dietschi-Haus übernehmen will Dörfliger, um dieses für die Nachwelt zu erhalten, wie er sagt. «Das ist ein wertvoller Zeitzeuge, der uns auch noch Jahre später an die SRF-Sendung erinnern wird». Aus seiner Sicht sei das Haus ein idealer Ort, wo sich Jung und Alt begegnen und sich austauschen können.

Für ihn sei auch wichtig, dass der Holzbau mit Strohdach im Kanon Solothurn bleibe, meint Dörfliger auf seine Motivation angesprochen. Allerdings sei die erwähnte Vereinbarung von SRF bis jetzt noch nicht bei ihm eingetroffen.

«Ein Ort der Begegnung»

Der 70-jährige Unternehmer ist sich seiner Sache aber sicher und hat auch schon konkrete Pläne, wo er das Haus der Dietschis wieder aufbauen möchte. Als Standort hat er das Areal beim Restaurant Rumpel in Trimbach im Visier, welches sich in seinem Besitz befindet. Geeignet wäre aus Dörfligers Sicht jener Ort östlich des Restaurants, wo bis 2005 die alte Scheune stand. Diese sei aufgrund hoher Schneelast eingestützt.

Als Klippe für seine Pläne ortet der Egerkinger Unternehmer die Juraschutzzone, in welcher sich der «Rumpel» befindet. Ohne Einwilligung der Gemeinde Trimbach und des Kantons wird die Platzierung des Dietschi-Hauses an diesem Standort nicht möglich sein, das weiss auch Reinhold Dörfliger.

Deshalb wird er sich morgen Donnerstag mit den Behörden der Gemeinde Trimbach zu einem ersten Gespräch treffen, um die Situation zu erörtern und die Möglichkeiten auszuloten.

Absperrung wird entfernt

In Oensingen wurde bisher nur gerüchteweise herumgeboten, dass Reinhold Dörfliger das Dietschi-Haus übernehmen wolle, sagt Andreas Affolter, Leiter Bau. Die Gemeinde würde es begrüssen, wenn der Rückbau schon bald über die Bühne gehen würde.

Dies nicht zuletzt deswegen, weil der Werkhof die rund um das Haus aufgestellten Absperrungen noch diese Woche entfernen werde. «Der Zibelimäret rückt näher und wir brauchen die Absperrgitter selbst wieder», bemerkt Affolter. Ohne Gitter wäre das mittelalterliche Haus frei zugänglich und könnte womöglich Schaden nehmen durch unerwünschte Souvenir-Jäger. Das liege nicht im Verantwortungsbereich der Gemeinde, sondern bei SRF, erwähnt Affolter darauf angesprochen.

SRF wollte auf Anfrage noch keine Details zum Stand die Verhandlungen für die Vergabe des Dietschi-Hauses verraten, bestätige aber, dass sich diese in der finalen Phase befinden.