Versammlung
Egerkinger Katholiken üben sich in Eintracht

Im zweiten Anlauf haben die Egerkinger Katholiken das Budget 2016 doch noch verabschiedet. Im November 2015 war der Voranschlag noch zurückgewiesen worden.

Erwin von Arb
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In der Kirche St. Martin ist wieder etwas Ruhe eingekehrt.

In der Kirche St. Martin ist wieder etwas Ruhe eingekehrt.

Erwin von Arb

Das Pfarreiheim in Egerkingen war am Montagabend Schauplatz der mit Spannung erwarteten Budget-Gemeindeversammlung der römisch-katholischen Kirchgemeinde Egerkingen. Spannend deshalb, weil der Souverän bereits zum zweiten Mal über das Budget 2016 zu befinden hatte.

Eine Gruppe von Katholiken hatte den Voranschlag im November 2015 in einer Nacht-und-Nebel-Aktion zu Fall gebracht. Dies aus Unzufriedenheit mit dem Pastoralraum Gäu (siehe auch Artikel rechts).

Solidaritätsbeitrag aufgestockt

Kirchgemeindepräsident Dominik Studer sprach denn auch bei der Begrüssung der 44 Stimmberechtigten von einer angespannten Situation innerhalb der Kirchgemeinde.

Gruppierung brachte Budget zu Fall

Mit einer im Vorfeld geplanten Aktion sorgte eine Gruppe von Katholiken an der Gemeindeversammlung der Kirchgemeinde Egerkingen vom 23. November 2015 für einen Eklat, indem sie das Budget 2016 zu Fall brachte. Der Voranschlag selbst war allerdings nicht der eigentliche Grund für den Aufstand einiger Katholiken im Dorf, sondern der vor zwei Jahren ins Leben gerufene Pastoralraum Gäu.

Dieser löst dem Vernehmen nach Unzufriedenheiten aus. Wo der Schuh drückt, wollten die Wortführer damals nicht sagen (wir berichteten).

irchgemeindepräsident Dominik Studer und Pastoralraumleiter Adrian Wicki hatten nach der fragwürdigen Gemeindeversammlung angekündigt, mit der Gruppe das Gespräch zu suchen. Mitglieder der Gruppe haben sich bis heute nicht öffentlich dazu geäussert. (eva)

Der Kirchenrat nehme die geäusserte Kritik am Pastoralraum Gäu ernst und werde alles tun, um im konstruktiven Gespräch gemeinsam nach Lösungen zu suchen. «Heute geht es aber um das Budget 2016 und nicht um den Pastoralraum», meinte Studer vor der Erläuterung des Budgets durch Verwalterin Karin Aeschbach.

Dieses weist bei marginalen Änderungen gegenüber der ersten Auflage ein Defizit von 6323 Franken aus. Auf Antrag von Kurt von Arx wurde mit Blick auf die akute Situation der Flüchtlinge der mit 4000 Franken budgetierte Solidaritätsbeitrag an die Caritas auf 9000 Franken erhöht. Ebenfalls ins Budget 2016 aufgenommen wurde ein Betrag von 1400 Franken für Blumenschmuck und für den Orgeldienst.

Dies auf Antrag von Ludwig von Arx. Die damit einhergehende Erhöhung des Defizites im Voranschlag 2016 auf 12 723 Franken wurde von der Versammlung mit 42 Ja-Stimmen bei zwei Enthaltungen gutgeheissen. Verabschiedet wurde auch die Umgestaltung des Lindenplatzes, welche in der Investitionsrechnung mit 40 000 Franken ausgewiesen wird.

Kritiker hielten sich zurück

Die Verabschiedung des Budgets wurde vom Kirchgemeinderat mit einer gewissen Erleichterung zur Kenntnis genommen, wie Vize-Kirchgemeindepräsident Martin von Arb bei der Verdankung des Entscheids bemerkte.

Er habe Verständnis, dass vom Pastoralraum ausgehende Veränderungen Ängste oder Bedenken auslösten. Verstehen könne er aber nicht, dass aus solchen Beweggründen die Spaltung der Kirchgemeinde in Kauf genommen werde.

Die Egerkinger Katholiken müssten zusammenstehen und sich wieder mit Respekt begegnen. «Nur gemeinsam werden wir wahrgenommen und können Einfluss auf die Ausgestaltung des Pastoralraumes nehmen», so von Arb. Die der Versammlung bekannten Kritiker des Pastoralraums meldeten sich nicht zu Wort.

«Der Heilige Geist löst auch mal einen Sturm aus, und das ist gut so», meinte der an der Versammlung anwesende Pastoralraumleiter Adrian Wicki. Die Disskussionen um dem Pastoralraum hätten ihn näher an die Egerkinger Katholiken geführt.

Nun gelte es diesen Schwung mitzunehmen für den am 17. März veranschlagten Informationsanlass mit den Gläubigen der angeschlossenen Gemeinden des Pastoralraums Gäu. Dazu gehören neben Egerkingen Neuendorf, Härkingen Oberbuchsiten und Fulenbach. Ziel dieses Anlasses sei, dass sich alle uneingeschränkt einbringen könnten.

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