Egerkingen
Egerkingen will den Verkauf der Fridau selbst an die Hand nehmen

Der Gemeinderat von Egerkingen definierte an einer Klausurtagung mögliche Ziele. Als Vision wurde die Idee geäussert, im Dorf eine grosse Halle für Events zu bauen. Sich in Zurückhaltung üben will sich der Rat beim geplanten Ausbau der Autobahn A1.

Erwin von Arb
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Die Einwohnergemeinde Egerkingen will selbst Kaufverhandlungen für die Fridau führen.

Die Einwohnergemeinde Egerkingen will selbst Kaufverhandlungen für die Fridau führen.

Hansruedi Aeschbacher

Nicht untätig bleiben will die Gemeinde bei der zurzeit vom Kanton als Asylzentrum genutzten Fridau. Der Gemeinderat wird sich im Herbst beim Kanton als Besitzer der Liegenschaft um eine Berechtigung bemühen, die ehemalige Klinik zu veräussern. Die Voraussetzung dafür könnte mit dem Eintrag im Grundbuch geschaffen werden, wie im Rat erwähnt wurde. Wenn ein solcher Eintrag vom Kanton veranlasst wird, soll ein Grobkonzept für die künftige Nutzung der Fridau erstellt und danach in Zusammenarbeit mit dem Kanton die Suche nach einem Investor aufgenommen werden. Dies mit dem Ziel, dass bis zum Ablauf der dreijährigen Frist, welche der Kanton im 2014 für die Nutzung der Fridau gesetzt habe, eine optimale Nachnutzung gefunden werden könne. «Wir sind überzeugt, dass Regierungsrat Peter Gomm Wort halten wird», bemerkte Gemeindepräsidentin Johanna Bartholdi dazu.

Ressortsystem im Gemeinderat

Besprochen wurde auch die Einführung des Ressortsystems im Gemeinderat, wo bislang das Referentensystem praktiziert wird. Der Rat prüft einen Systemwechsel auf die Amtsperiode 2017–2021. Bereits jetzt sollen die Auswirkungen dieses Systemwechsels auf die Dienst- und Gehaltsordnung und die Aufgaben und Pflichtenhefte der Kommissionen aufgezeigt werden. Darüber beraten will der Gemeinderat im Oktober. Die angepasste Dienst- und Gehaltsordnung und die revidierten Pflichtenhefte der Kommissionen sollen danach den Parteien zur Vernehmlassung vorgelegt werden.

Zone Tempo 30

Werkkommission arbeitet ein neues Projekt aus

Wieder aufgenommen werden soll in Egerkingen eine allfällige Einführung von Tempo 30 auf Quartierstrassen sowie die Schaffung einer Begegnungszone mit Tempo 20. Die Werkkommission wurde damit beauftragt, dafür infrage kommende Gebiete auszuscheiden und ein Planungsbüro für dieses Projekt vorzuschlagen. Die Ideen der Werkkommission will der Gemeinderat Ende September sichten. An dieser Sitzung soll voraussichtlich auch der Auftrag an das Planungsbüro vergeben werden. Wenn das Projekt zustande kommt, soll Anfang 2016 ein Mitwirkungsverfahren für die Bevölkerung durchgeführt werden. Einschliesslich aller Planungsarbeiten und baurechtlichen Verfahren geht der Gemeinderat davon aus, dass die Gemeindeversammlung im Juni 2017 über das Tempo-30-Projekt wird befinden können. (eva)

Als Vision im Bereich Standortmarketing deklariert der Gemeinderat die an der Klausurtagung geäusserte Absicht, in Egerkingen eine grosse Event-Halle mit Restaurationsbetrieb und eventuell einem Laden zu bauen. In diesem Gebäude könnten Seminare, Veranstaltungen und Kulturanlässe mit überregionaler Ausstrahlung stattfinden. Inspiriert wurde der Rat vom Kultur- und Kongresszentrum Luzern, orientieren will er sich hingegen eher an Hallen in der Grösse eines Bienkensaals in Oensingen oder der Raiffeisenarena in Hägendorf. Abklärungen bei Vereinen, ortsansässigen Hotelbetrieben und Firmen sollen zeigen, ob ein Bedarf für eine solche Event-Halle überhaupt besteht und welcher Konkurrenz sie sich stellen müsste. Erste Ergebnisse sollen dem Gemeinderat Ende Oktober präsentiert werden. Dann wird auch entschieden, ob das Projekt weiter verfolgt wird.

Gewehr bei Fuss beim A1-Ausbau

Den vom Bund geplanten Ausbau der A1 zwischen Härkingen und Luterbach auf sechs Spuren will der Gemeinderat bei der öffentlichen Auflage des Projekts nicht mit Einsprachen unnötig verzögern. Vorbehalte gibt es allerdings bei den Lärmschutzmassnahmen. Genügen diese aus Sicht des Rates nicht, sei eine Einsprache gegen den 6-Spur-Ausbau durchaus denkbar. Optimistisch wird die Situation bei der Autobahnausfahrt in Egerkingen eingeschätzt. In Zusammenarbeit mit dem Kanton wurde der Gemeinde eine Optimierung des Anschlusses in Aussicht gestellt.

Optimierungsmassnahmen erwartet der Rat ferner beim Gäupark-Kreisel. Die Federführung liegt beim Kanton. Dasselbe gilt für die Realisierung einer öffentlichen Drehscheibe beim Bahnhof, wofür im Rahmen des Agglomerationsprogramms AareLand 1 Mio. Franken zur Verfügung gestellt werden. Dieses Projekt muss gemäss Vorgabe bis 2018 realisiert werden.

Bis voraussichtlich 2016 soll zudem für den Langsamverkehr die Verbindungsstrasse zwischen Härkingen und Egerkingen mit baulichen Massnahmen verbessert werden. Die Federführung liegt hier bei der Einwohnergemeinde Härkingen.

Mehr Raum für Jugend in Planung

Thematisiert wurde an der Klausurtagung auch, das es in der Gemeinde nur wenige Treffpunkte für Jugendliche gibt. Um diese Situation zu verbessern soll nun eine Auslegeordnung gemacht werden und mögliche Standorte für Jugendtreffpunkte vorgeschlagen werden. Auch Ideen für die Erweiterung des Freizeitangebotes für Jugendliche sollen im Rat erörtert und entwickelt werden. Im Oktober wird dieses Geschäft auf die Traktandenliste des Gemeinderats genommen.