Einwohnerstatistik
Egerkingen verzeichnete 2020 ein Rekordwachstum

Ende 2020 zählte die Gemeinde 256 Einwohner mehr als im Vorjahr. So viele waren es noch nie seit 1962.

Gülpinar Günes
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2020 entstanden viele Miet- und Eigentumswohnungen in Egerkingen. Das führte zu einem grossen Bevölkerungswachstum.

2020 entstanden viele Miet- und Eigentumswohnungen in Egerkingen. Das führte zu einem grossen Bevölkerungswachstum.

Patrick Lüthy

So viel ist Egerkingen noch nie gewachsen seit 1962: Ende 2020 zählte die Gemeinde nämlich 256 Einwohner mehr als im Jahr davor – dieser Sprung ist bislang der grösste seit den 60er Jahren, wo die Einwohnerstatistik der Gemeinde aufhört. In den letzten zehn Jahren schwankte die Zahl zwischen 10 und 145 neuen Einwohnern. «Die im 2020 neu entstandenen Miet- und Eigentumswohnungen liessen die Einwohnerzahl nochmals markant ansteigen», schreibt die Leiterin der Einwohnerkontrolle, Maria Heim, in einem aktuellen Bericht der Gemeinde. Ende 2020 zählte die Gemeinde demnach 4085 Einwohner.

Die rasante Bevölkerungsentwicklung wird ebenfalls deutlich, wenn man 20 Jahre in die Vergangenheit blickt: Im Jahr 2000, als der Gäupark gebaut wurde, lebten in Egerkingen mit 2771 Einwohnern etwa ein Drittel weniger Leute als heute. Davon waren 2231 Schweizerbürger und 540 Ausländer – ein Anteilsverhältnis von rund 80 und 20 Prozent. Laut der Statistik hat sich der Ausländeranteil mit 35 Prozent mittlerweile fast verdoppelt, die Anzahl der ausländischen Einwohner fast verdreifacht. Heute zählt die Gemeinde nämlich 1451 Einwohner mit ausländischer Staatsangehörigkeit. Kosovare, Deutsche, Türken und Italiener machen rund einen Drittel von ihnen aus.

So ist es denn auch, dass 203 der 256 neuen Einwohner im Jahr 2020 ausländische Staatsangehörige waren. Die Zahl der Schweizerbürger hat in den letzten 20 Jahren um lediglich 403 Personen zugenommen und betrug Ende Dezember 2634. Wie viele Einbürgerungen darin enthalten sind, ist nicht im Bericht festgehalten. Gemäss der Statistik hat auch die Anzahl der Haushalte hat im vergangenen Jahr um 103 zugenommen: Ende Jahr zählte die Gemeinde 1721 davon. Leerwohnungen gab es laut der Statistik noch 48, 6 weniger als noch im Juni 2020.

Katholiken und Reformierte sind in der Minderheit

Interessant ist auch ein Blick auf die Aufteilung der Einwohner nach Konfessionen: Christen sind nämlich zu einer Minderheit geworden. Rund 35 Prozent der 4085 Einwohner machen Menschen anderer religiöser Überzeugungen aus, 22 Prozent sind konfessionslos. Gemeinsam machen sie fast zwei Drittel der Gesamtbevölkerung aus. Währenddessen gehören rund 31 Prozent der römisch-katholischen Kirche an und etwa 11 Prozent der evangelisch-reformierten.

Im Jahr 2014, als die Gemeinde mit der detaillierten Erfassung der Religionszugehörigkeit begann, war das Verhältnis noch umgekehrt. Damals zählte die Gemeinde 3425 Einwohner. 2018 kippte das Verhältnis mit rund 53 Prozent Angehöriger anderer Glaubensgemeinschaften und Konfessionslosen.