Egerkingen
Kulturplatz auf der Neumatten? Die neue Arbeitsgruppe Schulraumplanung hat zwei Projektideen entwickelt

Bald kann das 12-köpfige Gremium die Projekte dem Egerkinger Gemeinderat vorstellen. Eines davon will Räumlichkeiten für die Kultur vom Schulraum abkoppeln.

Gülpinar Günes
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Die Schule soll laut der Arbeitsgruppe auf dem Mühlemattareal bleiben.

Die Schule soll laut der Arbeitsgruppe auf dem Mühlemattareal bleiben.

Bruno Kissling

Es ist fast ein halbes Jahr her, seit das Egerkinger Stimmvolk den 11.8 Millionen-Kredit für das neue Schulhaus ablehnte: Das Projekt war zu wenig weit gedacht und die betroffenen Vereine nur ungenügend in die Standortfindung involviert. Wie Gemeindepräsidentin Johanna Bartholdi damals zugegeben hatte, habe sich der Gemeinderat wohl zu sehr auf die Finanzen konzentriert und daher die Bedürfnisse der Vereine zu wenig ins Auge gefasst.

Kurz nach der Abstimmung setzte sie dann auch eine neue, breiter abgestützte Arbeitsgruppe mit Vertretern aller Interessensgruppen zusammen, die ein neues Vorprojekt für die Gestaltung von Schule, Sport und Kultur erarbeiten soll. Unter der Leitung des Vizepräsidenten der Kommission für öffentliche Bauten, Roland Nünlist, kann die Gruppe schon bald dem Gemeinderat die erarbeiteten Vorprojekte vorstellen.

Mühlemattareal als Standort gewählt

12 Leute steckten in den vergangenen Monaten die Köpfe zusammen, um die dringend nötige Schulraumplanung voranzutreiben: Vertreter des Gemeinderats, der Schulleitung, der Feuerwehr, der Musikgesellschaften, des Fussballklubs, des Turnvereins, der Guggenmusik, der Bauverwaltung, Bevölkerung und der Kommission für öffentliche Bauten. In einer ersten Phase konzentrierten sie sich auf die Arealfindung. Wie Roland Nünlist auf Anfrage erklärt, setzte sich die Arbeitsgruppe jeweils in kleineren Teams mit der Fragestellung auseinander. «Wir waren uns alle einig, dass das Mühlemattareal der richtige Standort für das Schulhaus ist», sagt Nünlist.

Daraus haben sich zwei konkrete Ideen entwickelt, die derzeit in einer Machbarkeitsstudie geprüft werden, bevor sie dem Gemeinderat vorgestellt werden. Die Projekte müssen jeweils unterschiedliche Bedürfnisse sowohl der Schule als auch der Vereine berücksichtigen. Diese wünschen seit mehreren Jahren beispielsweise einen richtigen Saal mit Bühne mit zeitgemässer Infrastruktur, Proberäume und Turnhallen, gross genug für jede Sportart. «Aber unsere Priorität lag beim Schulhaus», so Nünlist.

Die erste Projektidee bringe 16 Klassenzimmer und die Einrichtungen für die Vereine auf dem Mühlemattareal zusammen. Im zweiten Projekt habe die Arbeitsgruppe versucht, die Kultur von der Schulraumplanung abzukapseln und separat zu betrachten. Die Idee ist, Räumlichkeiten für kulturelle Vereine in einem neuen, abgekoppelten Gebäude unterzubringen. «Wir haben alle Grundstücke der Gemeinde und allfällige Umzonungen dafür geprüft», so Nünlist.

Entstehen Kulturräumlichkeiten auf der Neumatten?

Momentan kommt dafür einzig die Neumatten in Frage, wie ein Blick auf den Nutzungsplan der Gemeinde zeigt. Es ist die einzige grössere Fläche in der Zone für öffentliche Bauten.

Über den Kauf der Neumatten entscheiden die Egerkinger voraussichtlich am 22. März.

Über den Kauf der Neumatten entscheiden die Egerkinger voraussichtlich am 22. März.

Patrick Lüthy

Auch Nünlist bestätigt, dass die Arbeitsgruppe diese Parzelle im Fokus hat. «Das alles ist aber noch in Abklärung», relativiert er. Zumal die Parzelle noch nicht im Besitz der Gemeinde ist: Sie wurde zwar im Rahmen der Ortsplanrevision umgezont, muss aber noch dem Grundeigentümer abgekauft werden. An einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung im März stimmen die Egerkinger über die Investition von rund 4 Millionen Franken ab. «Das geplante Gebäude wäre schliesslich auch für kulturelle Anlässe der Gemeinde nutzbar», hängt Nünlist an.

Zur Zukunft des Feuerwehrmagazins will Nünlist noch nicht viel sagen, ausser dass es wohl vorerst noch an seinem ursprünglichen Standort bleiben wird. Nicht zuletzt habe sich die Gruppe auch Gedanken um neue Jugendräume gemacht, die ebenfalls im neuen Projekt untergebracht werden sollen. Der Gruppe schwebe vor, eine neue Jugendgruppe ins Leben zu rufen, die sich schliesslich auch für ihre Altersgruppen engagieren soll.

Das Projekt muss auch finanziell stemmbar sein

Diese Woche trifft sich die Arbeitsgruppe erneut, um die Vorprojekte zu besprechen, die auf ihre Machbarkeit überprüft wurden. Für die Studie und die Grobkostenschätzung wurde das Architekturbüro bfb aus Egerkingen als externer Berater zugezogen.

«Wir sind Laien und haben nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt. Aus diesem Grund brauchen wir einen kompetenten Partner, der uns zu Seite steht»

, sagt Nünlist. «Schlussendlich aber ist es auch eine finanzielle Frage, ob die Vorprojekte umsetzbar sind.»

Aus Erfahrungswerten anderer Gemeinden aber wisse man, dass ein Klassenzimmer etwa 1 Million Franken kostet. Sollte der Gemeinderat das Okay für eines der Vorprojekte geben, werde die Kommission für öffentliche Bauten ein Detailprojekt ausarbeiten, das schliesslich wieder vor die Gemeindeversammlung kommen wird.

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