Egerkingen
Ein Holzpavillon statt 25 Container: Das Baugesuch für den provisorischen Kindergarten liegt auf

Das Baugesuch fürs Kindergartenprovisorium in Egerkingen liegt auf. Geplant ist ein Pavillon, der südlich des Zebra-Spielplatzes, entlang von Kornhaus- und Hofmattstrasse gebaut werden soll.

Rahel Bühler
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Der Pavillon soll südlich des Zebra-Spielplatzes, entlang von Kornhaus- und Hofmattstrasse in Egerkingen gebaut werden.

Der Pavillon soll südlich des Zebra-Spielplatzes, entlang von Kornhaus- und Hofmattstrasse in Egerkingen gebaut werden.

Bruno Kissling

Egerkingen braucht neuen Schulraum. Das hat auch das Stimmvolk Mitte März eingesehen und den Kredit für das geplante Kindergartenprovisorium gesprochen. Er beträgt 550'000 Franken. Seit vergangenem Freitag liegt nun das Baugesuch für den Kindergarten auf.

Ausgeschrieben sind jedoch keine Container, wie ursprünglich vorgesehen, sondern ein Pavillon aus Holz. Das hat mehrere Gründe. Sowohl gesetzliche, wie auch optische.

Einerseits sähe ein Holzbau ästhetisch schöner aus als ein Bau mit 25 Containern, sagt Markus Thommen. Er leitet den Bereich Bau auf der Egerkinger Gemeindeverwaltung. Natürlich hätte man auch die Container mit Holz verkleiden können, aber das wäre mit höheren Kosten verbunden gewesen.

Zudem ist der Holzbau acht Quadratmeter kleiner als es die 25 Container geworden wären. Neu umfasst das Kindergartenprovisorium demnach 300 Quadratmeter. Damit fallen der geplante Material- und Lehrerraum weg. Neu gibt es zwei Klassenzimmer, zwei Gruppenräume, sanitäre Anlagen und einen Garderoben- und Eingsgsbereich. Die Innenräume sind spiegelverkehrt eingeteilt.

Der Pavillon existiert schon, wird aber saniert

Die kleinere Fläche habe aber auch einen entscheidenden Vorteil, sagt Thommen: Damit kann der gesetzlich vorgegebene Mindestabstand zwischen Strasse und Gebäude eingehalten werden. In der Regel seien das vier Meter. Hätte man die Variante mit den Containern umgesetzt, wären diese näher als vier Meter an die Strasse herangebaut worden. Das wiederum hätte eine Ausnahmebewilligung gebraucht.

Der Holzpavillon besteht bereits und wurde anderweitig genutzt. Für den Einsatz in Egerkingen werden aber WCs eingebaut. Zudem werden die Böden neu verlegt und die Wände frisch gestrichen.

Der Pavillon soll südlich des Zebra-Spielplatzes, entlang von Kornhaus- und Hofmattstrasse gebaut werden. Die beiden Eingänge werden gegen den Spielplatz ausgerichtet. Diesen Standort neben dem Spielplatz hat der Gemeinderat ausgewählt, weil schon ein Teil der benötigten Infrastruktur bestehe.

Das Baugesuch liegt noch bis 28. Mai auf

Dem nun aufliegenden Baugesuch geht eine längere Planungsphase voraus: Im September 2020 sagte das Egerkinger Stimmvolk nein zu einem neues Schulhaus auf dem Mühlemattareal. In einer geheim abgehaltenen Abstimmung lehnten die knapp 100 Stimmberechtigten den Kredit mit 61 zu 35 Stimmen ab.

Man kritisierte unter anderem die Standortwahl. Weil aber der Schulraum im Kindergarten anfangs des kommenden Schuljahres knapp wird, musste der Gemeinderat nach Lösungen suchen. Dann braucht das Dorf eine zusätzliche Kindergartenklasse. An einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung im März schlug der Rat dem Souverän deshalb den Kauf von 25 provisorischen Schulcontainern vor. Sie sollten dann den Kindergarten bilden.

Die Stimmberechtigten genehmigten den Kredit von 550'000 Franken. Schon damals sagte Gemeinderat Daniel Müller: «Das ist das absolute Kostendach. Wir sind bestrebt, durch Anpassungen den Preis zu reduzieren.» Und Gemeindepräsidentin Johanna Bartholdi betonte, der Kindergarten sei ein Provisorium. Denn man rechne bereits ab dem Schuljahr 2023/2024 wieder mit einem Rückgang der Schülerzahlen.

Das Baugesuch liegt noch bis 28. Mai auf der Bauverwaltung Egerkingen auf.