Egerkingen

Egerkingen braucht bis 2021 zehn Klassenzimmer mehr – wird nun ein neues Schulhaus gebaut?

Das neue Schulhaus in Egerkingen kostet 16 Millionen Franeken

Die Gemeinde Egerkingen braucht relativ kurzfristig ab dem Schuljahr 2021/22 zehn neue Klassenzimmer. Dafür hat der Gemeinderat nun eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die klären soll, wie teuer ein Neubau in Modulbauweise sein würde.

Es geht auch günstiger, ist Egerkingens Gemeinderat überzeugt. Dies würden vergleichbare Neubauprojekte in anderen Gemeinden zeigen. «Es ist dem Gemeinderat ein wenig sauer aufgestossen, dass ein Betrag in den Raum gestellt wird, den die Gemeinde nie stemmen kann», sagt Gemeindepräsidentin Johanna Bartholdi. Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie schätzte das beauftragte Planungsteam die Kosten des Schulhaus-Neubaus auf
15 bis 16 Millionen Franken. Bereits 2016 liess der Gemeinderat abklären, was es kosten würde, das bestehende Mühlematt-Schulhaus abzureissen und in grösserer Dimension neu zu bauen. Auch für diese Variante belief sich die Schätzung auf rund 15 Millionen Franken.

Damit will sich der Gemeinderat nicht begnügen. An seiner letzten Sitzung entschied er, das Geschäft erst zur Abstimmung zu bringen, wenn «fundierte Kostenschätzungen vorliegen», wie er verlauten lässt. Bartholdi selbst sagte jüngst gegenüber der Zeitschrift «Schweizer Gemeinde», sie wolle überprüfen lassen, ob sich Schulhausbauten auch privat finanzieren liessen – die Gemeinde wäre in diesem Fall die Mieterin. «Es ist ein Gedankenspiel, das ich noch immer mit mir trage», sagt sie darauf angesprochen.

Zusätzlicher Schulraum bis 2021 notwendig

Egerkingen steht vor der schwierigen Aufgabe, relativ kurzfristig einen gehbaren Lösungsweg zu finden. Denn: «Wir sollten den Schulraum ab dem 1. August 2021 haben», sagt Bartholdi. «Realistisch ist jedoch, dass wir es auf Ende 2021 schaffen.» Egerkingen will mit diesem Schulhaus-Projekt seinen Schulraum um zehn zusätzliche Klassenzimmer erweitern.

Neu setzt der Gemeinderat die Arbeitsgruppe Schulhausneubau ein. Diese ist beauftragt, bis Ende Jahr zu erheben, welche Kosten für einen Neubau in Modulbauweise zu erwarten sind. Dieses Preisschild soll auch allenfalls notwendige Provisorien einschliessen. Bartholdi verhehlt nicht, dass sie eine Lösung bevorzugen würde, die ohne kostspieliges Provisorium auskommt. Das Ziel des Gemeinderates ist es, den notwendigen Kredit und den Standortentscheid an einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung im März 2020 zu beantragen.

Zusätzlicher Druck: eine neue Dreifachturnhalle?

Wie die Machbarkeitsstudie aufzeigt, würde es auf dem heute als Parkplatz genutzten Mühlemattplatz genügend Raum für einen Schulhausneubau geben. Das Planungsteam ist jedoch von der Variante eines Neubaus auf dem Mühlemattplatz nicht überzeugt. Als negativ bewerten die Planer die Nähe zum Wohnquartier und die Platzierung auf der gegenüberliegenden Strassenseite, weg vom bestehenden Areal. Egerkingens Kommission für öffentliche Bauten stützt dieses Fazit. Als kritisch befindet sie die nicht gelöste Verkehrssituation. Die Kommission erwähnt zudem, dass die derzeitige Einheit des Schul- und Sportareals verloren gehen würde. Bartholdi sieht die Trennung durch die Strasse nicht als Problem, da diese zur Tempo-30-Zone wird.


Nicht nur der Schulraum könnte den finanziellen Druck in Egerkingen erhöhen. Die Vereine haben eine neue Dreifachturnhalle beantragt. Die Kosten für diese werden auf rund 10 Millionen Franken geschätzt. Ob eine neue Mehrzweckhalle von der breiten Bevölkerung getragen wird, soll sich an der ausserordentlichen Gemeindeversammlung vom 23. September zeigen. Abhängig vom Ergebnis wolle der Gemeinderat das weitere Vorgehen bestimmen, sagt Gemeindepräsidentin Bartholdi.

Unwetter überflutete Räume im Schulhaus

Der Gemeinderat hat an seiner letzten Sitzung zwei Nachtragskredite zugunsten der Schulen bewilligt. So muss etwa das Kleinfeldschulhaus für 80 000 Franken saniert werden. Ein Unwetter mit intensivem Starkregen Anfang Juli überflutete die Räume unter dem Flachdach zwischen dem Kindergarten und der Turnhalle. Dabei sei ein grosser Gebäudeschaden von rund 46 000 Franken entstanden. Dieser wird durch die Solothurnische Gebäudeversicherung getragen. Im Zuge der Schadensermittlung liess die Gebäudeversicherung einen Bericht über den Zustand des Flachdaches erstellen. Dabei stellte sie Mängel fest. Zudem weist das Dach für eine Blecheindeckung eine zu geringe Neigung auf und die Abläufe sind zu klein dimensioniert. Der Notüberlauf habe daher umgehend vergrössert werden müssen.

Nebst dem Flachdach muss auch der Turnhallenboden dringend saniert werden.
Weiter sprach der Gemeinderat einen Kredit von 22 000 Franken für das Schulmobiliar im Mühlemattschulhaus. Dieses beantragte die Schulleitung, weil die Aula neu als Schulzimmer genutzt wird. Zudem wurde die ehemalige Hauswartwohnung im Mühlemattschulhaus zum Lehrerzimmer umfunktioniert.

Schaden der Fasnachtszeit: Gugge muss mehr bezahlen

Nach den Sommerferien beschäftigte sich der Gemeinderat mit einem Fall, der auf die Narrenzeit zurückgeht. Während der diesjährigen Fasnacht entstand an der Turnhallentüre im Mühlemattschulhaus ein Schaden von rund 2200 Franken. Gemäss Benützungsordnung haftet der Veranstalter – in diesem Fall die Guggenmusik Chräieschränzer – für Schäden, die an Gebäuden, Einrichtungen, Geräten, Inventar und Anlagen entstehen. Auf eigene Kosten sind Veranstalter für den Abschluss einer Versicherung verantwortlich.

Die Guggenmusik Chräieschränzer schlug vor, sich mit 500 Franken an den Schadenskosten zu beteiligen. Der Gemeinderat zeigte sich damit aber nicht einverstanden. Er sprach sich für eine Kostenbeteiligung von 1000 Franken aus. In der Mitteilung betont der Gemeinderat, dieser Entscheid habe keine Gültigkeit für ähnliche Fälle, die künftig anfallen würden. (yas/mgt)

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