Schwimmbad Egerkingen
Edelstahlbecken im Mühlematt wird von Gemeinderat favorisiert

Die Sanierung des Schwimmbades Egerkingen kommt etwa auf 1,8 Millionen Franken zu stehen.

erwin von arb
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Die Badi in Egerkingen soll bis 2017 umfassend saniert werden. Diese Saison ist sie noch wie gewohnt offen. Bruno Kissling

Die Badi in Egerkingen soll bis 2017 umfassend saniert werden. Diese Saison ist sie noch wie gewohnt offen. Bruno Kissling

Bruno Kissling

Mit einem finanzpolitisch «grossen Brocken» beschäftigte sich der Egerkinger Gemeinderat an seiner Sitzung am Mittwochabend. Konkret ging es um das Schwimmbad Mühlematt, welches aufgrund seines Alters und zahlreicher Mängel saniert respektive erneuert werden muss. Das Mehrzweckbecken besteht aus einem 25 mal 13,4 Meter grossen Schwimmerbereich sowie einem 8 mal 14,3 Meter grossen Bereich für Nichtschwimmer. In das in Beton ausgeführte Becken wurde 1994 letztmals eine Kunststofffolie eingebaut. Diese hat inzwischen ihren Zenit erreicht und müsste ersetzt werden. Nicht mehr auf dem neusten Stand ist auch die Schwimmbadtechnik. Unter anderem fehlt die bei öffentlichen Schwimmbädern verlangte umlaufende Überlaufrinne. Sicherheitsmängel gibt es bei der Sprunganlage, wo das Bassin statt der vorgeschriebenen Tiefe von 3,5 Meter beim 1-Meter-Sprungbrett nur eine solche von 2,79 Meter aufweist. Dass auch das Leitungsnetz den Anforderungen nicht mehr genügt, zeigte ein letztes Jahr aufgetretener Leitungsbruch, welcher einen vorzeitigen Abbruch der Badesaison zur Folge hatte.

Studie in Auftrag gegeben

Die Kommission für öffentliche Bauten (ÖBK) hatte nach diesem Vorfall bei einer spezialisierten Firma eine umfassende Sanierungsstudie für das Schwimmbad in Auftrag gegeben. Von den drei möglichen Sanierungs-Varianten empfiehlt die ÖBK jene, welche die Auskleidung des Beckens mit Edelstahl vorsieht. Nicht in Betracht gezogen wurden der Neubau eines Betonbeckens respektive die Verlegung einer neuen Folie im bestehenden Becken inklusive einer aufgesetzten Edelstahlrinne.

Urs Köpfli von der studienverfassenden Firma wies in seinen Ausführungen im Gemeinderat darauf hin, dass sich die Auskleidung von Schwimmbecken mit Edelstahl bewährt habe und die Lebensdauer solcher Anlagen mindestens 50 Jahre betrage. Noch keinen Handlungsbedarf ortete er bei der Wasseraufbereitungsanlage. Nötig wird indes der Bau eines Ausgleichsbeckens.

Rat setzt auf Langlebigkeit

Der Gemeinderat folgte mit Blick auf die lange Lebensdauer des Schwimmbeckens und den geringen Unterhaltskosten dem Antrag der ÖBK und sprach sich einstimmig für die Ausführung in Edelstahl aus. Ob die Edelstahlwanne in das rund 40 Jahre alte Betonfundament eingebaut oder ob dieses vorgängig entfernt wird, ist noch offen. Sicher eingeplant werden ein Springerbecken sowie ein unterirdisch angelegter Technikraum neben dem Becken. Optional können darauf eine Rutschbahn oder eine Breitwasserrutsche platziert werden. Vorgesehen ist ferner der Bau eines Spielbaches für die kleinen Badegäste.

Die Kosten für das beschriebene Projekt inklusive Umgestaltung belaufen sich gemäss Studie auf 1,954 Mio. Franken. Der Gemeinderat erteilte der ÖBK den Auftrag, ein bewilligungsreifes Projekt ausarbeiten zu lassen. Der Rat legte dafür ein Kostendach von maximal 1,8 Mio. Franken fest. Das Projekt soll im September vorliegen. Anschliessend soll die Bevölkerung bei einem Mitwirkungsverfahren die Möglichkeit bekommen, sich einzubringen. Als möglicher Baubeginn wurde Herbst 2016 genannt. Die Bauzeit beträgt etwa fünf Monate. Die Badesaison würde nicht beeinträchtigt, wie erwähnt wurde.

Beitrag für «Sprach»-Spielgruppe

Nach teils kontroverser Beratung stimmte der Gemeinderat dem Antrag der Bildungs- und Kulturkommission zu, einen finanziellen Beitrag für die «Spielgruppe+ Egerkingen» zu leisten. Dieses Angebot ist primär auf fremdsprachige Kinder ausgerichtet, welche bereits eine reguläre Spielgruppe besuchen und deren Eltern dafür einen Beitrag von jährlich 500 Franken bezahlen. In dieser Spielgruppe werden die Deutschkenntnisse der Kinder vertieft. Damit soll deren Integration beim Eintritt in den Kindergarten erleichtert werden.

Das neue Angebot in der «Spielgruppe+ Egerkingen» kostet 450 Franken. Davon machen bereits acht fremdsprachige Kinder in der Spielgruppe «Kunterbunt» Gebrauch. An diese Kosten, welche bislang von den Eltern dieser Kinder getragen werden, wird die Gemeinde künftig einen Beitrag von 200 Franken leisten. Ausbezahlt wird dieser Betrag indessen erst am Ende des Schuljahres und unter der Voraussetzung, dass eingeschriebene Kinder 80 Prozent der Kurse besucht haben. Es wird mit jährlichen Kosten von 2000 Franken gerechnet. Der Rat sprach diese Zuschüsse versuchsweise für drei Jahre. In dieser Zeit soll beobachtet werden, wie viele Kinder von diesem Angebot Gebrauch machen. Über diesen Entscheid soll auch die im Dorf ansässige Kindertagesstätte Easy Kid Care informiert werden, falls diese sich am Projekt beteiligen möchte.