Fürs Guldental war der 21. Dezember 2013 ein denkwürdiger Tag: Da wurden die Türen des Gasthofs Limmernschlucht für immer geschlossen. Die Eigentümer- und Wirtefamilie Haefeli hat den Betrieb aufgegeben und die Liegenschaft samt Areal verkauft. Überraschenderweise blieb die «Limmere» jedoch nicht lange geschlossen. Neuer Gastgeber ist der Tambourenverein Mümliswil-Ramiswil – wenn auch nur für drei Monate.

Im Untergrund getrommelt

«Im Keller des Gasthofs hatte der Tambourenverein Mümliswil-Ramiswil seit über 30 Jahren sein Musiklokal», erzählt Ernst Frei, langjähriges Vereinsmitglied. Dort seien auch rund 16 Musikschüler unterrichtet worden.

Eine Alternative musste also rasch her. «So sind wir also auf Paul Fluri, der die Liegenschaft gekauft hat, zugegangen und haben für ein anderes Lokal gefragt», erklärt Frei. Fluri habe dem Verein das ehemalige Schuhhaus Haefeli angeboten.

Pläne sind vorhanden, aber noch nicht reif zur Umsetzung. «Fluri seinerseits suchte jemanden, der das Restaurant für eine bestimmte Zeit weiterführt, sicher bis über die Fasnachtszeit.» Die Tambouren packten die Gelegenheit und wirten nun in der «Limmere» bis Ende März.

«Es ist quasi eine Win-win-Situation für den Verein, denn dieser macht traditionsgemäss sehr aktiv an der Mümliswiler Fasnacht mit, und nun hat der Verein ein Lokal für diverse Anlässe in dieser Zeit.» Mit dem erwirtschafteten Gewinn werde hauptsächlich der Umbau des neuen Musiklokals finanziert.

«Ohne Herzblut nicht möglich»

An vorderster Front stehen Margrith und Ernst Frei. «Wir sind die Ältesten im Verein, wobei ich pensioniert bin», meint der frischgebackene Wirt schmunzelnd. Den Hauptteil der Arbeit leiste seine Frau Margrith, da sie koche und serviere.

«Ich helfe da aus, wo Not am Mann ist», sagt Ernst Frei. «Meine Frau wird in der Küche von Erika Probst unterstützt. Und natürlich hilft der gesamte Verein tatkräftig mit. Ohne Herzblut gehts nicht.» Geöffnet hat die «Drummler-Schlucht» von Dienstag bis und mit Sonntag.

Es gibt eine «Für den kleinen Hunger»-Karte und jeweils ein Tagesmenü, geboten werde vor allem Hausfrauenküche. «Wir sind keine Profis, wir arbeiten für den Verein, deshalb haben wir die Preise tiefer als üblich angesetzt», sagt Frei. Alle ausser dem ausgebildeten Servicepersonal arbeiten ehrenamtlich.

Verrückt und wehmütig

Neben dem Wirtschaftsbetrieb hat im Januar bereits eine Stubete stattgefunden, die recht gut angekommen sei bei Jung und Alt. Für die Fasnacht steht Grosses bevor: «Wir machen dieses Jahr eine einzige grosse Fasnachtszeitung, und zwar soll es die grösste der Welt werden, die ins Guinnessbuch der Rekorde aufgenommen werden könnte», berichtet Frei. Am 15. Februar wird es so weit sein: Das ganze Restaurant werde mit der Zeitung ausgekleidet. «Die Leute sollen an einem gemeinsamen Treffpunkt lachen, fluchen und so weiter. Das Ganze passt gut zur verrückten Aktion Limmernschlucht.»

Bis zum 31. März wird die «Drummler-Schlucht» also geöffnet sein. Tambour Frei gesteht offen, dass das Ganze auch mit Wehmut für den Verein verbunden sei, da es über so lange Zeit ihr Stammlokal gewesen ist.