Gäu

Drei Unfälle in einer Gemeinde: Hat der Winterdienst versagt?

Die auffällige Häufung von Unfällen in drei Gemeinden wirft Fragen auf. Funktionierte der Winterdienst? Oder war er von der hochwinterlichen Situation überrascht und bekam die Lage deshalb nicht vollends in Griff?

Am Montagmorgen herrschten auf den Strassen im Kanton Solothurn aufgrund der nächtlichen Schneefälle und wegen der eisigen Temperaturen von bis zu minus 18.5 Gard Celsius prekäre Verhältnisse.

Von 6 bis 10 Uhr ereigneten sich kantonsweit insgesamt zehn Verkehrsunfälle. Mit Ausnahme der folgenschweren Frontalkollision in Oberbuchsiten, die einem 21-jährigen Mann das Leben kostete, handelte es sich dabei vorwiegend um Auffahr- oder Selbstunfälle, wie die Polizei auf Anfrage erklärt.


Oberbuchsiten, wo sich am fraglichen Tag insgesamt drei Unfälle ereigneten, gehört zu jenen drei Gäuer Gemeinden, in welchen die meisten Unfallereignisse gezählt wurden.

Zu drei weiteren Unfällen musste die Polizei nach Egerkingen ausrücken, zwei ereigneten sich in Härkingen.

Insgesamt waren daran elf Autos, vier Lastwagen, zwei Lieferwagen und ein Motorrad beteiligt (wir berichteten).

Regionale Unterschiede

Diese Unfälle haben eines gemeinsam: Sie ereigneten sich alle auf Kantonsstrassen. Das wirft die Frage auf, ob die Einsatzkräfte des zuständigen kantonalen Werkhofs in Härkingen von der hochwinterlichen Situation überrascht wurden und deshalb die Lage nicht vollends in den Griff bekamen.

Die behaupten in Internetforen zumindest einige User. Gestützt wird diese These von Autofahrern, welche bei der Fahrt durch das Gäu vor allem in den erwähnten Gemeinden prekäre Strassenverhältnisse angetroffen hatten.

Im Raum Oensingen-Kestenholz waren die Strassen hingegen viel besser geräumt und praktisch schnee- und eisfrei.

Die Kantonspolizei bestätigt auf Anfrage die lokal sehr unterschiedlichen Strassenverhältnisse am Montagmorgen.

In der Region Oberbuchsiten, Egerkingen, Neuendorf und Härkingen seien die Strassen teilweise vereist gewesen, führt der Mediendienst der Kapo dazu weiter aus.

Keine Auffälligkeiten bemerkte am Montagmorgen um 6 Uhr auf der Kantonstrasse in Richtung Oensingen der Oberbuchsiter Gemeindepräsident Daniel Lederer.

Er fährt um diese Zeit jeweils zur Arbeit. Natürlich habe er seine Fahrweise den winterlichen Verhältnissen angepasst.

Wie die Situation auf der Kantonsstrasse in Richtung Egerkingen, wo sich der tragische Unfall ereignete, ausgesehen habe, könne er nicht sagen.

Dass der Winterdienst auf der durch das Dorf führenden Kantonstrasse unzureichend ausgeführt werde, könne er nicht bestätigen.

«Die Leute vom kantonalen Winterdienst leisten durchweg gute Arbeit», so der Lederer.

Staatsanwaltschaft wurde aktiv

Theo Frei vom Kreisbauamt II in Olten erklärt auf Anfrage, dass sämtliche Schneeräum- und Winterdienstfahrzeuge um 4 Uhr morgens in den Einsatz geschickt worden seien.

Zu allfälligen Auffälligkeiten oder regionalen Unterschieden beim Winterdienst will der Leiter des kantonalen Kreisbauamtes II keine weiteren Ausführungen machen. Seine Zurückhaltung begründet Frei damit, dass die Staatsanwaltschaft Einsicht in die Organisation und die Einsätzpläne des Pikettdienstes für den Winterdienst verlangt habe.

Auch intern würden nun sämtliche Abläufe des fraglichen Montags aufgearbeitet und überprüft.

Bedeckt hält sich die Solothurner Staatsanwaltschaft. Medienbeauftragter Jan Lindenpütz wollte ein laufendes Verfahren gegen Verantwortliche des Kreisbauamtes II weder bestätigen noch dementieren.

Untersuchungen aufgenommen hat die Staatsanwaltschaft hingegen wegen des tödlichen Unfalls in Oberbuchsiten, wie Lindenpütz erwähnt.

«Wir suchen immer noch nach allfälligen Zeugen, die eine Lenkbewegung oder ein anderes Manöver des Lieferwagenfahrers wahrgenommen haben könnten».

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