Egerkingen
Drei Künstlerinnen begegnen sich im Gäu

Rebecca Anna Aerni, Sofie Schenker und Malwina Poland stellen bei den Lenz Friends aus. Eine der Künstlerinnen liebt das feine Spiel mit dem Licht, eine andere Venedig und die dritte will Zeichen setzen.

Madeleine Schüpfer
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Die ausstellenden Künstlerinnen in Egerkingen (v. l.): Sofie Schenker, Malwina Poland und Rebecca Anna Aerni. Hr. Aeschbacher

Die ausstellenden Künstlerinnen in Egerkingen (v. l.): Sofie Schenker, Malwina Poland und Rebecca Anna Aerni. Hr. Aeschbacher

Hr. Aeschbacher

Die Künstlergruppe Lenz Friends hat drei jungen Kunstschaffenden ihre Räume in Egerkingen an zwei Wochenenden für eine Ausstellung zur Verfügung gestellt. Die Ausstellenden sind Rebecca Anna Aerni, Sofie Schenker und Malwina Poland. Jede der drei ist eine Künstlerpersönlichkeit, die in einer ganz besonderen Art kreative Prozesse in ihren Arbeiten sichtbar macht.

Feines Lichtspiel

Rebecca Anna Aerni liebt die dichten Farbräume, reduziert, abstrahiert, aber auch besetzt von figurativen Elementen, die in den Bildräumen spezielle Emotionen freilegen und den Betrachter eintauchen lassen in diese Welt aus Bewegung, Farben, Licht und Schatten. Wundersame Wiesen entdeckt man, Federspiele in zarten Farbtönen, erdige, orange-gelbgrüne Räume oder auch solche, die an eine Wiese zur Sommerzeit erinnern. Viel Poesie und Schönheit liegt in diesen Bildern.

Man geniesst das feine Lichtspiel und staunt über diese Begabung, solch dichte Hintergründe aktivieren zu können, die sichtbar machen, dass da ein Stück Natur, ein Stück Himmel oder Wasser, ein Stadtgebilde oder Menschen in Gruppen zum Ausdruck kommen. Witzig ist das Triptychon in ganz anderen formalen Gestaltungen zum Thema Ausbruch. Reizvoll ist auch das Bild mit den unzähligen runden Rosenköpfen mit dem Titel Zärtlichkeit, da spürt man die Verbundenheit mit der Natur, mit den Blumen und Pflanzen, aber auch die Sehnsucht, das Schöne festzuhalten, das wir in ihr entdecken.

Liebe zu Venedig

Sofie Schenker ist fasziniert vom Thema Mensch, von Gesichtern, Frauenkörpern und von der Stadt Venedig. Sie arbeitet in Acryl, aber auch digital, Fotografie in Verbindung mit Malerei, so bekommen ihre bildnerischen Aussagen etwas Geheimnisvolles, Verträumtes und manchmal auch Provozierendes. Gesichter liebt sie über alles, weibliche, aber auch solche zur Fastnachtszeit, vom Karneval in Venedig.

Diese Stadt in ihrer verspielten Architektur schätzt sie über alles. Auch sie ist eine besondere Künstlerin, die viel Originalität besitzt. Sie geht Gesichtern auf den Grund, sucht nach Besonderheiten und malt sie lebhaft und fesselnd heraus. In den Bildern, die mit Venedig verknüpft sind, spürt man ihre leidenschaftliche Liebe zu dieser Stadt, zu diesen Menschen und zu dieser Mentalität. Kleine Bilder setzen in dieser Ausstellung markante Zeichen.

Zeichen setzen

Die Dritte im Bunde ist Malwina Poland, sie spricht vorab englisch, liebt aber die schweizerische Mentalität und fühlt sich wohl in unserer Region. Sie bevorzugt die abstrakten Bildräume, das fein Reduzierte, oft nur leise Zeichen im Raum, manchmal geometrisch formuliert, Striche und Flächen, dann kleine Fragmente, spärlich in den Raum gesetzt, sodass vieles offenbleibt und auch Rätsel aufgibt. Auch sie ist eine Künstlerin, die einen eigenen Weg geht, nach Zusammenhängen sucht, die man nicht sogleich einordnen kann, die vieles offen lassen und doch von einem bewegten Inneren erzählen. Besonders reizvoll sind ihre ganz zarten Zeichnungen im hellen Raum.

Manchmal spielt sie mit geometrischen Formen, setzt Farbflächen streng gegeneinander ab, oder überrascht mit spontanen Zeichnungen und Markierungen, wobei immer viel Raum offenbleibt, so als möchte man signalisieren, dass das Spurenlegen, die Zeichen, die man setzt, ebenso spannend sind, wie das Bemalen oder Bearbeiten einer ganzen Fläche.

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