In den vergangenen Monaten arbeiteten vier Frauen der Katholischen Kirchgemeinde St. Marien in Balsthal unter der Leitung der bekannten Schwarzenberger Krippenfiguren-Leiterin Doris Abegg-Schäfer aus Meggen. Sie schufen die drei Weisen aus dem Morgenland und komplettierten damit die Balsthaler Schwarzenberger-Krippe, die im Raum der Stille in der katholischen Kirche zu sehen ist.

So sind in der katholischen Kirche in Balsthal zwei komplette und eindrückliche Krippen aus zwei ganz unterschiedlichen Zeitepochen zu bestaunen. Diejenige aus dem Jahr 1914, die vor gut zehn Jahren restauriert wurde und jeweils vor dem Altar im Kircheninnern aufgestellt wird. Und die Figuren der sogenannten Schwarzenberger Krippe, welche Frauen der katholischen Kirchgemeinde ab 2006 selbst schufen. Neben dem Christuskind, Maria, Josef, den Hirten, den Schafen und einem Esel sind in diesem Herbst die drei Weisen aus dem Morgenland sowie der Ochs im Stall dazugekommen.

An fünf Tagen ab Spätsommer nähten Rösli Meier, Regina Fluri, Johanna Dreyer und Sarah Dietschi an diesen mehr als 70 cm hohen Figuren.

Typisch für die Schwarzenberger Krippen ist, dass bei den Figuren keine eigentlichen Gesichtszüge zu erkennen sind. Die Gestalten leben vor allem durch ihre Gesten und ihre Körperhaltungen sowie ihre aufwendig hergestellten Kostüme. Die vier Balsthaler Frauen arbeiteten bereits 2006 unter der Leitung von Doris Abegg-Schäfer, die ihnen mit Rat und Tat zur Seite stand.

Mut bei der Stoffwahl

Doris Abegg-Schäfer war es auch, die beim ersten Aufbau der gesamten Szenerie in der letzten Woche im Raum der Stille in der katholischen Kirche in Balsthal mitgeholfen hat. «Es ist mir wichtig, dass die Weihnachtsgeschichte durch die Haltung der Figuren richtig verstanden wird», sagte die national bekannte Kursleiterin. «Das Schwierigste war, aus den vielen zur Verfügung stehenden Stoffarten und Farben die richtigen für unsere Balsthaler Könige zu finden», erzählen die Frauen im Gespräch. Es sei gar etwa Mut nötig gewesen, mal violette oder grüne Stoffe zu verwenden.

Das Ergebnis kann sich auf jeden Fall sehen lassen und die Näherinnen sich berechtigterweise stolz auf ihre Krippenfiguren. Entsprechend werden sie mit grosser Sorgfalt jedes Jahr wieder hervorgeholt und anschliessend wieder sicher verstaut.

Glaubhafte Szenerien

Die Schwarzenberger Krippenfiguren bestehen in ihrem Innern aus einem biegsamen Drahtgestell. Für den Kopf verwendet man eine Kunststoff-Kugel, die mit Stoff überzogen wird. Bemerkenswert sind bei der Grösse dieser Figuren die Hände, die gegossen werden und sehr ausdrucksstark sind. Beim Platzieren ist es wichtig, eine glaubhafte Szenerie mit lebensechten Gesten der Figuren zu stellen.

Um die Drei Könige zu finanzieren, seien Spenden «für besondere Anschaffungen» eingegangen und auch Erlöse von Pfarreifesten verwendet worden, sagt Heinz Bader, Mitglied der Pfarreileitung. «Dazu kommt der persönliche Einsatz der Näherinnen.» Die geplante Anschaffung eines Kamels sei auf Rat von Doris Abegg nicht getätigt worden, erzählt Bader noch, denn: «Ein Kamel kommt ja nie alleine.»