Der Cäcilienchor Ramiswil ist mit 180 Jahren einer der ältesten aktiven Kirchenchöre in der Region, und wird seit 10 Jahren von Christa Haefely-Aschwanden geleitet. Die beiden Kirchenchöre Neuendorf und Herbetswil dürfen auf eine Vereinsgeschichte von je 140 Jahren zurückblicken. Diese Chöre stehen unter der Leitung von Simon Haefely. Die Konzertbesucher durften sich auf den Vortrag von grossen Werken und einen interessanten Abend freuen.

Bereits der Beginn mit der ausdrucksstarken Komposition Mozarts Kyrie in d-Moll, als auch die Interpretation durch die drei Kirchenchöre unter der Leitung von Simon Haefely, stimmte die Hörerschaft hervorragend in den musikalischen Abend ein. Das Publikum durfte verschiedene Höhepunkte der Musikgeschichte geniessen.

Mozarts Kyrie in d-Moll

Es wird angenommen, dass Mozart dieses Werk 1791 komponierte. Er besetzte den Orchesterpart – übrigens zum ersten und letzten Mal in seiner Kirchenmusik – mit Klarinetten. In Salzburg standen Mozart seinerzeit keine Klarinetten zur Verfügung, aber in München. Aus diesem Grund trägt das Kyrie in d-Moll auch den Beinamen «Münchner Kyrie».

Der Dirigent Simon Haefely führte den Gesamtchor und das Ad-hoc-Orchester mit Violine, Bratsche, Cello, Horn, Pauken und Orgel mit Bravour durch 119 Takte und sieben Minuten Dauer.

Sanftes von Herbeck

Als nächste Herausforderung wagten sich die jubilierenden Chöre an das «Pueri concinite» von Johann Ritter von Herbeck. Herbeck entdeckte «Die Unvollendete» von Franz Schubert und brachte sie am 17. Dezember 1865 im grossen Redoutensaal der Wiener Hofburg zur Uraufführung. Obwohl Herbeck vor allem Dirigent war, komponierte er auch.

Der Pastoralgesang im Zusammenspiel mit der jungen Solistin Anja Fluri aus Herbetswil sorgte wie angekündigt für Gänsehaut. Sie hat eine fantastische klare Stimme, nicht zu dominant und hervorragend geeignet für dieses wunderbare Lied. Das Publikum dankte der Solistin und den Chören mit grossem Applaus.

Te Deum von Bizet

Das «Te Deum» des französischen Komponisten Georges Bizet ist eine Vertonung des Ambrosianischen Lobgesanges für Solisten, Chor und Orchester. Bizet komponierte es 1858 während eines Romaufenthaltes als Stipendiat im Alter von knapp 20 Jahren.
Das Te Deum wurde als Danklied bei vielen Gelegenheiten (z. B. Bischofsweihe, Papstwahl, Königskrönung) aufgeführt.

Ab dem Barock diente es «für höfisches und staatliches Zeremoniell», wurde in Frankreich aber seit der Französischen Revolution durch die Marseillaise ersetzt. Die beiden Solisten Eva Maria Soler Boix (Sopran) und Joachim Meinrad Oberholzer (Tenor) spielten mit den Höhen und Tiefen des Liedes und übertrugen mit viel Gefühl die Inhalte der einzelnen Passagen auf das Publikum.

Halleluja von Händel

Der Messias ist ein Oratorium von Georg Friedrich Händel, das Werk gehört bis heute zu den populärsten Beispielen geistlicher Musik des christlichen Abendlandes. Die Legende sagt, dass beim ersten Hören des Chors König Georg II. so ergriffen war, dass er aufsprang, was alle anderen dazu veranlasste, seinem Beispiel zu folgen.

Auch das begeisterte Publikum in Neuendorf folgte der Tradition und spendete stehend lang anhaltenden Applaus für die Leistung des Dirigenten und aller Mitwirkenden, die mit sicht- und hörbarer Begeisterung diese wunderbaren Lieder vortrugen. Ein wahrlich fulminanter und feierlicher Schluss des Konzertabends.

Erfolgreiche Zusammenarbeit

Mit diesem Jubiläumskonzert ging ein erfolgreiches Projekt der drei Kirchenchöre zu Ende. Doch dieses Ende ist hoffentlich auch eine Weiterführung weiterer gemeinsamer Auftritte. Die Zusammenarbeit über Bezirksgrenzen hinweg lohnt sich und bereichert das Vereins- und Kulturleben nachhaltig.