Die Kosten für die Güterregulierung Welschenrohr scheinen voll aus dem Ruder zu laufen. Gründe dazu gibt es viele, Kritik auch, und trotzdem stimmten die Mitglieder der Flurgenossenschaft dem definitiven Ausbau vor wenigen Tagen grundsätzlich zu.

Dies obschon die Grundeigentümer vermehrt belastet werden, bezahlen sie doch für die verbleibenden Jahre bis zur geplanten Fertigstellung des Werkes im Jahre 2020 den doppelten Flächenbeitrag.

«Unsere Hofzufahrten sind in einem schlechten Zustand, die Tragfähigkeit und die Breite entsprechen nicht mehr den heutigen Anforderungen», stellte Präsident Benjamin Brunner fest. Tatsächlich werden die Strassen von grösseren, schwereren Maschinen benutzt, und regelmässig fahren Lastwagen zu den Höfen. Auch Holztransporte belasten die Wege. Diese weisen einen Asphaltbelag auf, der schadhaft ist und auf einem schwachen Unterbau liegt. Umfassende Zustandserhebungen, angeordnet durch das Amt für Landwirtschaft, zeigen dies.

Nachhaltiger Ausbau

Auf 40 Jahre sollte der Strassenausbau ausgerichtet sein. Im Vorprojekt waren 230 000 Franken für Reparaturen und eine Oberflächenbehandlung vorgesehen. Der Ausbau mit entsprechender Lebensdauer würde nebst der Kofferung eine Tragschicht von 6 cm Dicke und 3 Meter Breite (bisher 2,50) mit beidseitigen Banketten umfassen. Entsprechend hoch sind mit 1,5 Mio. Franken die Kosten für die sechs Kilometer Strasse.

Wer soll das bezahlen?

Werner Wehrli vom Amt für Landwirtschaft und Urs Schor vom Planungsbüro BSB und Partner setzten sich für die neue Variante ein. «Der Ausbau im Rahmen der Güterregulierung wird zu 79 Prozent von Bund und Kanton subventioniert. Einen späteren Ausbau müsste die Einwohnergemeinde ohne Beiträge selbst berappen,» wurde argumentiert.

Die Bürgergemeinde als grösster Landeigentümer hat bereits 600 000 Franken zugesichert. Die Einwohnergemeinde wird erneut zur Kasse gebeten, denn nachdem bereits 420 000 Franken bewilligt sind, hat die Gemeindeversammlung vom Montag über weitere 210 000 Franken zu befinden.

Nach der Neuzuteilung vor drei Jahren sind erneut Wasseraufstösse gemeldet worden. Dies bewog den Vorstand, mittels Kanalfernsehen die alten Leitungen zu kontrollieren. Es zeigten sich viele unvermutete Schäden. «Zusätzliche unvorhergesehene Ausgaben erforderten im letzten Jahr Notfälle nach Unwettern, Hofzufahrten zu Neubauten, die Umfahrung in der Malsen und weitere Anpassungen», berichtete Projektleiter Hans Ruedi Affolter vom Büro BSB.

So resultiere schliesslich ein Mehrbetrag von 5 Mio. Franken gegenüber dem Vorprojekt. Die Versammlung beschloss mit 13 zu 2 Stimmen das entsprechende Gesuch bei Kanton und Bund einzureichen. «Das kann doch nicht sein, dass die Güterregulierung doppelt so viel kostet, wie im Vorprojekt vor zehn Jahren vorgesehen», ereiferte sich Landbesitzer Anton Gunzinger über die explodierenden Kosten. Ob da ein Luxusausbau geplant sei und ob alle Möglichkeiten zur Reduktion der Kosten geprüft seien, wollte er wissen.

Dies sicherten die Verantwortlichen zu. Definitive Kosten ergäben sich aber erst nach Submission, Ausführung und Abrechnung. Die Kontrolle erfolge durch Bund und Kanton. Ein definitiver, nachhaltiger Ausbau sei in Erwartung von 79 Prozent Subvention sinnvoll, um spätere Kosten für die Einwohnergemeinde zu verhindern. Sie hat nämlich das Werk nach Abschluss der Arbeiten quasi als Geschenk zu übernehmen.