Kappel
Diese Rookies kamen, sangen und siegten

Der Kappeler «Glory Voices»-Chor begeisterte das Publikum in der vollen Kirche an seiner Konzertpremiere in Topqualität.

Karin Schmid (Text und Foto)
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Chorleiterin Sabine Da Cunha (rechts) hat die «Glory Voices» für die Konzertpremiere hervorragend abgestimmt und mit Irene Hauenstein (2.vr.) die perfekte Piano- und Sologesangsergänzung eingesetzt.

Chorleiterin Sabine Da Cunha (rechts) hat die «Glory Voices» für die Konzertpremiere hervorragend abgestimmt und mit Irene Hauenstein (2.vr.) die perfekte Piano- und Sologesangsergänzung eingesetzt.

Seit fast drei Jahren singt der rund 20-köpfige Kappeler Chor Glory Voices in der bestehenden Formation zusammen. Seit gut zwei Jahren tut er dies unter der Leitung der Oftringerin Sabine Da Cunha. Sie begann ursprünglich als Sängerin bei den «glorreichen Stimmen» und hat sich mittlerweile zur von ihnen geschätzten Dirigentin mit viel Herzblut entwickelt. In der Öffentlichkeit traten die aus Kappel und der Umgebung stammenden Sängerinnen und Sänger bisher eher am Rande mit einzelnen Liedern auf. Am Sonntag luden sie die interessierte Dorfbevölkerung zu ihrem ersten eigenen, abendfüllenden Konzert ein.

Die 16 Frauen und drei Männer sangen ihr erstes Lied beim Einzug in die Kirche – sanft, eindringlich, melancholisch. Wie die in Doppelfunktion als Sängerinnen und Moderatorinnen auftretenden Astrid Bitterli und Jeannine Hellbach erklärten, kommt «Idé Wéré Wéré» vom nigerischen Volk Yoruba. Im Lied geht es um Ochun, die Göttin der Liebe, und eine Halskette als Zeichen der Initiation in die Liebe. «Give thanks» von Don Moen war eines der ersten Lieder der «Glory Voices», die als Gospelchor begannen, inzwischen aber für alle Stile offen sind. Danach folgte ein Medley aus den bekannten Gospels «Amen» und «This little light of mine».

Klar und intensiv interpretiert

Die Popballade «The rose» wurde von Amanda McBroom komponiert, gelangte 1979 dank dem gleichnamigen Film mit Schauspielerin/Sängerin Bette Midler zu Weltruhm und wurde am Sonntag in Kappel schön harmonisch-fliessend wiedergegeben. Beim ebenso berühmten Gospel «Amazing grace» wagten sich Nicole Lisser und Philipp Studer als Erste an einen gut gemeisterten Soloeinsatz. Auch «I will follow him» begeisterte das Publikum sicht- und hörbar. «Uns gefiel das Lied aus dem Film ‹Sister Act› so gut, dass wir es gleich singen wollten», erzählten die beiden «Glory Voices»-Sprecherinnen. Der Up-Tempo-Song «Ain’t no Rock» wurde 1997 von der texanischen Band MercyMe komponiert und hat die Anbetung Gottes zum Thema.

Zum Lieblingslied der Kappeler «Voices» hat sich «Ewigi Liäbi» von Mash entwickelt. Obwohl nie als Single erschienen, gelangte das im Jahr 2000 registrierte Stück, das Schweizer Komponisten zum gleichnamigen Musical inspirierte, zu landesweitem Ruhm. Samtweich gesungen, klar ausgesprochen und intensiv interpretiert wurde Leonard Cohens «Halleluja» aus dem Jahr 1984 zum Glanzstück in Kappeler Kehlen. Nach dem homogen und feierlich dargebotenen Gospel «You raise me up» von 2002 folgten das mitreissende «Oh happy day» sowie das zuversichtlich stimmende, treibende «Top of the world». Das Stück, das der Chor seiner Dirigentin Sabine Da Cunha widmete, hielt Soloeinsätze für Nicole Lisser, Andrea Egger, Jeannine Hellbach, Sabina Da Cunha und Irene Hauenstein bereit. Letztere begleitete den Chor hervorragend ergänzend nicht nur als Solosängerin, sondern auch als Pianistin.

Die «Glory Voices» schlossen das Konzert in der Kirche in Kappel mit dem 1985 von Michael Jackson und Lionel Richie komponierten Welthit «We are the world» gegen die Hungersnot ab. Dabei hatten die 16 Sängerinnen und drei Sänger die Gelegenheit, mit diversen Solo- und Ensembleeinsätzen zu glänzen. Der letzte Teil der Kappeler Interpretation wurde beim Auszug aus der komplett vom Publikum gefüllten Kirche gesungen – und sorgte für einen schönen Nachklang.

Choreinheit sucht Männerstimmen

An seiner Konzertpremiere präsentierte sich der «Glory Voices»-Chor in einer für sein junges Alter bemerkenswerten Qualität: Die 16 Sängerinnen und drei Sänger – die sich übrigens gut schlugen, aber trotzdem nicht unglücklich über weitere männliche Stimmunterstützung wären – überzeugten als Einheit mit harmonischem, homogenem Gesang, klar verständlicher Textaussprache sowie in Sachen Rhythmus- und Lautstärkenwechsel einwandfrei angepasst. Das Publikum belohnte die «Voices» denn auch verdient mit Stehenden Ovationen.

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