Naturpark Thal

Diese Krise als Chance nutzen: Geschäftsführerin berichtet von ihrer Arbeit

Auch während der Coronakrise der «Hit» im Naturpark Thal: Der Holzweg.

Auch während der Coronakrise der «Hit» im Naturpark Thal: Der Holzweg.

Die Geschäftsführerin des Naturpark Thal, Ines Kreinacke berichtet von ihrer Arbeit während der Coronakrise.

Die Infostelle des Naturpark Thal bei der Thalbrücke in Balsthal ist geschlossen und das sicher noch bis 8. Juni. Das sagt Ines Kreinacke, Geschäftsführerin des Naturpark Thal. Als die Coronakrise so richtig Fahrt aufnahm, habe man sich im Naturpark-Team gefragt, wie man Partnern, Gewerbebetrieben und Gemeinden helfen kann. «Dabei haben wir festgestellt, dass die Leute verständlicherweise im Moment sehr mit sich selbst beschäftigt waren; dass es akut keine gesonderten Aktionen vonseiten des Naturpark brauchte. «Allerdings sind wir da und helfen bei Fragen und Problemen.»

Man habe erfahren, dass das Amt für Wirtschaft und Arbeit AWA Solothurn bei all den Fragen um Wirtschaft und Arbeit sehr gute Dienste geleistet hat. «Viele Fragestellungen konnten wir dorthin leiten, wo kompetente und schnelle Lösungen gefunden wurden. Wir selbst haben den Gemeinden, Gewerbevereinen und Partner im Naturpark unsere Hilfe, vor allem mittels unserer Plattformen, aber auch in Form von aktiver Unterstützung, angeboten. Was wir eingerichtet haben, ist eine Liste mit allen möglichen speziellen Dienstleistungen die aufgrund der Krise nun im Thal angeboten werden. Unter dem Titel «Das Thal hilft sich» sind alle Angaben über Lieferservices, Lebensmittelgeschäfte, Gastronomieangebote zu finden. Per Flyer gingen diese Infos auch an alle Haushalte im Thal.

Alles abgesagt und geschlossen 

Im Naturpark selbst wurden alle Veranstaltungen abgesagt. Vor allem betraf dies den Naturparkmäret vom 22. April. Abgesagt ist ebenfalls der Thaler Kulturtag, der am kommenden 17. Mai hätte durchgeführt werden sollen. «Natürlich gehen uns dadurch Mittel verloren, doch ist dies nicht existenziell für uns», sagt Kreinacke. Bis 8. Juni sind die Museen im Thal noch geschlossen, das HaarundKamm-Museum gar bis Mitte August.

«Trotz des schönen Wetters im April haben wir festgestellt, dass insgesamt weniger Leute auf den Wanderrouten unterwegs im Naturpark waren. Am meisten besucht wurde und wird noch immer der Holzweg, wo wir auch etliche BAG-Warntafeln aufgestellt haben», erzählt die Leiterin weiter. Man habe im Team diskutiert, einzelne Wanderwege aufgrund von engen Durchgangspassagen zu schliessen, doch habe man davon Abstand genommen. «Schliesslich soll jedem noch ein gewisses Mass an Eigenverantwortung zugemutet werden können», ist Kreinacke überzeugt.

Alle Gruppen hätten ihre Ausflüge im Naturpark abgesagt oder verschoben, sagt Benedikt Fluri, der an der Infostelle das Gruppenmanagement betreut. «Bis in den August hinein findet eigentlich nichts mehr statt; die Leute sind sehr vorsichtig. Wir zeigen uns auch kulant, denn wir hoffen, dass die Besuchergruppen an einem anderen Datum wiederkommen.»

Diese Krise als Chance nutzen

Ines Kreinacke meint: «Trotz aller Dramatik, die diese Krise mitbringt, freuen wir uns auf den kommenden Sommer und den Herbst, denn es ist ja absehbar, dass viele Leute ihre Ferien zuhause, in der Schweiz verbringen werden. Eine riesige Chance für uns, indem jetzt die Möglichkeit besteht, unser Gebiet, den Jura besser kennen zu lernen. Angesprochen werden bestimmt auch Gäste aus dem grenznahen Ausland, die wieder in die Schweiz einreisen können. Deshalb sind wir derzeit intensiv daran, attraktive Angebote mit Übernachtung aufzulegen, auch welche, die sich speziell an Familien richten.»

In den vergangenen Wochen hat das Team mit Hochdruck an den Inhalten für die neue Homepage gearbeitet. «Dieses Thema wollten wir ja schon seit längerer Zeit an die Hand nehmen. Nun ergab sich die Zeit und wir sind soweit, den neuen online-Auftritt Mitte Juni präsentieren zu können», sagt Kreinacke ganz stolz. War der bisherige Auftritt eher touristisch geprägt, sollen im Neuen nun über alle Lebensbereiche des Naturpark Thal Auskünfte zu finden sein. Tourismus, Leben im Naturpark, Wirtschaft, der Naturpark selbst. «Das ist sehr wichtig, denn zukünftig ist unsere Homepage der Kern unserer Marketingstrategie. Umgesetzt wurde dieser neue online-Auftritt von der Marketing-Firma «Business und Design» aus Laupersdorf. Wir freuen uns, mit einem einheimischen Unternehmen arbeiten zu können.»

Was bleibt nach dieser Krise?

Nach der Krise wird vieles nicht mehr so sein, wie vorher, da ist sich auch Ines Kreinacke sicher. «Von mindestens drei Restaurants im Thal wissen wir, dass sie nicht mehr öffnen werden und auch von einzelnen Handwerksbetrieben weiss ich, dass es sehr schwierig wird.» Dabei sei die Auftragslage auch während des Lockdowns gar nicht so schlecht gewesen. Doch viele Aufträge seien abgesagt, oder verschoben worden, was natürlich den Betrieben schadete. «Wie es also weitergeht ist noch nicht absehbar. Doch es wäre schön, wenn das Bewusstsein der Konsumenten, vermehrt in der Region, im eigenen Dorf oder im Hofladen einzukaufen und die einheimischen Betriebe zu berücksichtigen weiter bestehen bleibt. Denn in den vergangenen zwei Monaten konnte man doch ganz deutlich erkennen, wie wichtig die Nahversorgung für eine Bevölkerung ist. Die Wertschöpfung in der Region generieren, ist ja das eines der Hauptthemen des Naturpark Thal.»

Naturpark-Projekte, die weiter laufen

Die momentanen Projekte des Naturparks laufen weiter, so Kreinacke. Sehr gut angelaufen sei «Natur im Siedlungsraum», ein Projekt, welches in Laupersdorf lanciert wurde und das nun auch in anderen Gemeinden vorangetrieben werden soll. «Das Projekt Hitchhike läuft naturgemäss natürlich derzeit nicht so gut. Social Distancing kann ja zu viert im Auto nicht gut eingehalten werden. Doch wir sind aber zuversichtlich, dass es wieder einen Aufschwung erfährt.»

Meistgesehen

Artboard 1