Anlässlich der erstmals stattfindenden Schulkreistagung trafen sich, neben zahlreichen Gästen, nicht weniger als 154 Lehrpersonen des Bezirks Gäu zu einer ganztägigen Weiterbildung in Neuendorf.

Dabei wurden drei Ziele konkret angestrebt: Die Stärkung der regionalen Zusammenarbeit zwischen den sieben Primarschulen der Kreisgemeinden mit der Kreisschule Gäu, die Förderung des persönlichen Austausches zwischen den Lehrpersonen, sowie ein inhaltlicher und fachlicher Input.

Diesem Fokus folgte in seinem Grusswort auch Regierungsrat Remo Ankli, der die Schulkreistagung als Tag der Begegnung bezeichnete, der hoffentlich bald zur Tradition werden würde.

Gleichzeitig wies Ankli, nicht zuletzt im Hinblick auf die momentan laufende Schulreform, auf die Beständigkeit des Wandels hin, der letztlich unaufhaltsam sei. In diesem Zusammenhang betonte Ankli, dass gerade der Bezirk Gäu als veritabler Spiegel der Schweiz betrachtet werden könne, da sich dieser im Zuge des Autobahnbaus von einer Agrarregion in ein florierendes Industriegebiet gewandelt hätte.

Ein ähnlicher Wandel ist seiner Meinung nach auch im kantonalen Schulwesen auszumachen, wo nicht nur neue Strukturen, sondern auch ein ebenso neues Qualitätsmanagement den Schulalltag verändert haben, was neben neuen Pflichten auch neue Handlungsmöglichkeiten mit sich bringe.

Ein erster, spielerischer Farbtupfer wurde vom Pädagogen Hans Fluri gesetzt. Der Mitbegründer und Leiter der Akademie für Spiel und Kommunikation in Brienz verfolgt seit Jahren das Ziel, andere zum Spielen und zur Animation zu ermutigen.

Seinem vorauseilenden Ruf als motivierender Spielanimateur wurde Fluri mehr als gerecht. Anhand mehrerer, manchmal auch auf Körperkontakt ausgerichteter Spiele war Fluris Fazit schliesslich mehr als folgerichtig: «Wer mit Menschen zu tun hat, sollte den Kontakt mit ihnen nicht scheuen.»

Blick aufs System wichtig

Der Hauptreferent des Tages war Andreas Müller, der in der Vergangenheit nicht nur als Leiter einer der innovativsten Modellschulen am Institut Beatenberg, sondern auch als Leiter der «Learning Factory» oder als Autor zahlreicher Fachbücher Beachtung fand.

In seinem äusserst kurzweiligen Referat mit dem Titel «Menschen sind lernfähig – aber unbelehrbar» plädierte Müller nicht nur für die Freude am Lernen, sondern thematisierte auch einige Schwierigkeiten, mit denen die Lehrpersonen heutzutage konfrontiert sind.

Müller forderte aber auch dazu auf, ab und zu einen kritischen Blick von aussen auf das aktuelle Schulsystem zu werfen. In diesem sollten sich die Lehrpersonen der Nachhaltigkeit verschreiben, einer Nachhaltigkeit, in der sehr oft weniger mehr sei. Dass in diesem Zusammenhang das Verhältnis zwischen Lehrer und Schülern von zentraler Bedeutung sei, verstehe sich fast von selbst.

Die Schulkreistagung in Neuendorf darf als eine sehr kurzweilige und lehrreiche Veranstaltung bezeichnet werden. Dies auch, weil am Anlass ein Mix aus pädagogischen und spielerischen Akzenten gezeigt wurde, der mit einigen Liedern der Formation Sixpack seinen Ausklang fand.