Die Niedergösger Wasser- und die Werkkommission haben den Strassenbau, den Neubau der Kanalisation und den Ersatz der Wasserleitung an der Zilempstrasse geplant. Das Bauvorhaben soll aufgrund des rechtsgültigen Baulinien- und Erschliessungsplanes bewerkstelligt werden. Die neue Strasse wird eine Breite von fünf Metern und eine Länge von 131 Metern aufweisen. Die Beleuchtung erfolgt mit vier neuen Kandelabern, und für die Entwässerung sind vier neue Einlaufschächte notwendig.

Verbindung erstellen

Die bestehende Wasserleitung Zilempstrasse wird auf der ganzen Länge ersetzt, und gleichzeitig wird die neue Verbindung zwischen Quartier- und Langstrasse erstellt. Die Löschsicherheit wird mit zwei neuen Hydranten hergestellt. Auch die Schrebergärten werden mittels eines Hauszuleitungsschiebers an die Wasserversorgung angeschlossen. Der Wasserleitungsersatz erfolgt gemäss dem Generellen Wasserversorgungsprojekt. Weitere Kooperationspartner sind die Aare Energie AG, die Swisscom und WD Comtec.

Für die Realisierung des Strassenbaus bedarf es auch des Landerwerbs. Die Werkkommission hat diesbezüglich Gespräche mit betroffenen Landeigentümern geführt. Ein Eigentümer hat sein Einverständnis für den Landverkauf mündlich gegeben. Einigen Schrebergärten-Pächtern musste der Pachtvertrag gekündigt werden. Der Rat genehmigte das geplante Projekt und wird der Gemeindeversammlung vom Dienstag, 9. Dezember, den Investitionskredit über 700 000 Franken beantragen. Der Gemeinderat genehmigte ebenso die Markierung von Längsparkplätzen. Ein Parkplatzanordnungs-Vorschlag des Ingenieurbüros wurde gut geheissen.

Handlungsbedarf bei Finanzen

An der ersten Lesung des Voranschlages legte die Finanzkommission einige notwendige, jedoch unpopuläre Massnahmen auf den Tisch. Ein erster Entwurf des Voranschlages 2015 rechnete mit einem Aufwandüberschuss von rund 1,1 Mio. Franken. Auch wenn die Gemeinde noch über ein Nettovermögen verfügt, sah die Finanzkommission Handlungsbedarf. Finanzverwalter Beat Fuchs zeigte dem Rat auf, in welchen Bereichen der Rotstift angesetzt wurde: Das «Dorfglüüt» soll nur noch zweimal statt dreimal jährlich erscheinen. Bauliche Unterhalte bei den Verwaltungsliegenschaften wie auch bei den Schulanlagen wurden aufs Notwendigste reduziert. Bei den kulturellen Anlässen sind die Jungbürgerfeier, die Bundesfeier, der Gösger-Apéro, das Strassenfest und diverse kulturelle Anlässe von finanziellen Kürzungen betroffen. Der Niedergösger Jahreskalender fällt den Sparmassnahmen gänzlich zum Opfer.

Ein Bereich, der mit rund 42 000 Franken erhebliches Sparpotenzial aufweist, sind die Bestattungskosten. Auch diese sollen künftig wegfallen. Mit diesen und noch weiteren Streichungen konnte der Voranschlag vorerst um rund 130 000 Franken entlastet werden. Die Finanzkommission will künftig auch auf die Übernahme der Kosten für Zahnbehandlungen durch den Schulzahnarzt verzichten. Hier würde das Sparpotenzial bei weiteren 23 000 Franken liegen. Aufgrund vertraglicher Bestimmungen kann diese Massnahme jedoch erst auf den Voranschlag 2016 hin umgesetzt werden. Hier, wie auch bei den Bestattungskosten, bedarf es zusätzlich einer Änderung der entsprechenden Reglemente.

Den Steuerfuss erhöhen?

Der aufmerksame Leser stellt fest, dass trotz dieser Handlungen die Rechnung zwar etwas entlastet wird, aber gleichwohl keine positive Richtung eingeschlagen werden kann. Parallel dazu soll deshalb eine Erhöhung des Steuerfusses um neun Prozentpunkte ins Auge gefasst werden. Damit könnte das Ergebnis um 670 000 Franken verbessert werden. Im Gegenzug soll die Gebühr für die Abwasserbeseitigung von heute Fr. 1,80 pro Kubikmeter auf neu Fr. 1,40 reduziert werden.

Mit den vorgeschlagenen Massnahmen resultiert ein Aufwandüberschuss von 251 762 Franken. Die finanzielle Situation der Gemeinde kann so stabilisiert werden. Voraussetzung ist, dass die Massnahmen des Kantons im Bereich der Sozialhilfe greifen und die Kosten in diesem Bereich nicht weiter übermässig anwachsen. Ferner basiert der Entwurf auch auf der Annahme des neuen Finanzausgleiches (NFA), über den das Solothurner Stimmvolk am 30. November an der Urne abstimmt. Andernfalls würde sich das Ergebnis um rund 130 000 Franken verschlechtern. Der Gemeinderat wird den bereinigten Voranschlag an der Sitzung vom 18. November zu Handen der kommenden Gemeindeversammlung verabschieden.