Nun hat Stefan Schneider seine Demission als Gemeindepräsident von Welschenrohr eingereicht, wie er dies bei der Wiederwahl im letzten Jahr angekündigt hat. Dies bestätigte die Vizegemeindepräsidentin Theres Brunner. Schneider tritt auf Ende Juli 2019 von seinem Amt zurück, wie er letzte Woche auf Anfrage dieser Zeitung erklärte.

«Nach 22 Jahren Gemeinderat, sieben Jahren als Statthalter und elf Jahren Gemeindepräsident will ich einer neuen Kraft Platz machen. Die Belastung wurde mir langsam zu gross», stellte Schneider fest, der hauptberuflich als Postenchef der Polizei für den Bezirk Thal in Balsthal amtet. Wichtig sei ihm auch, mehr Zeit mit der Familie verbringen zu können.

FDP-Suche blieb erfolglos

Die Suche nach einem Nachfolger oder einer Nachfolgerin für Schneider hat bereits begonnen, wie am Montagabend im Gemeinderat Welschenrohr erwähnt wurde. FDP-Präsident und Gemeinderat Thomas Mägli liess seine Ratskolleginnen und -kollegen wissen, dass sich der Parteivorstand von der Verwaltung die Namen von Personen zwischen 35 und 55 Jahren alten Personen beschafft habe.

Diese Liste sei im Anschluss auf mögliche Kandidaten für das Gemeindepräsidium durchkämmt worden. Übrig geblieben seien lediglich sieben Personen, von welchen er sechs aufgesucht und sie auf ihr Interesse für das Gemeindepräsidium angesprochen habe. «Die Reaktionen reichten von Erstaunen bis hin zum Gelächter», berichtete Mägli. Nun stelle sich für ihn die Frage, ob das Gemeindepräsidium vielleicht im Anzeiger ausgeschrieben werden sollte, um rechtzeitig jemanden zu finden. «Die Zeit bis Ende Juli 2019 ist schnell vorbei», gab Mägli zu bedenken.

Die Mehrheit im Gemeinderat konnte sich mit der Idee einer öffentlichen Ausschreibung nicht anfreunden. Mäglis zweiter Vorschlag, sämtliche Parteien in die Suche einzubeziehen, wurde hingegen als gangbarer und möglicherweise erfolgreicher Weg beurteilt.

Vonseiten der FDP, die mit 4 Sitzen vor der CVP mit 3 der SVP mit 2 Sitzen, die stärkste Kraft im Gemeinderat ist, wurde signalisiert, dass die Parteizugehörigkeit bei der Kandidatensuche eine untergeordnete Rolle spiele. Wichtig sei vielmehr, dass diese Person, – egal ob Mann oder Frau – , mit der Gemeinde vertraut und politisch interessiert sei. Dazu könnten auch Leute der im Dorf seit Jahren nicht mehr existenten SP gehören, wie im Rat bemerkt wurde. Wichtig sei, dass eine Person gefunden werde, die mindestens zwei Amtsperioden absolviere.

Mögliche Kandidatur aus dem Rat

Ob allfällige Kandidaten ausserhalb des Gemeinderates von den Ortsparteien uneingeschränkt Rückendeckung bekommen, bleibt allerdings fraglich. Beim Nachhaken bezüglich einer Kandidatur für das Gemeindepräsidium aus den Reihen der amtierenden Gemeinderäte, stellte der Vorsitzende einen Meinungswandel gegenüber der letzten Ratssitzung in dieser Sache fest.

Damals hatte niemand im Rat ein mögliches Interesse am Gemeindepräsidium geäussert, wie Schneider bemerkte. Auf Nachfrage bestätigten Räte aus den Reihen der FDP und der CVP einhellig, dass sie eine Kandidatur nicht ausschliessen würden. Keine Stellung bezogen die zwei SVP-Gemeinderätinnen.

Abschliessend beschloss der Gemeinderat, dass sich alle Parteien an der Suche nach Kandidatinnen und Kandidaten für das Gemeindepräsidium beteiligen. Die Suche soll parteiübergreifend erfolgen, sprich auch parteilose Personen kommen für dieses Amt infrage. Angefragt werden sollen 30 bis 60 Jahre alte Personen aus dem Dorf. An einer der nächsten Ratssitzungen soll über allfällige Ergebnisse der Suche informiert und das weitere Vorgehen besprochen werden.