Das von der Kantonspolizei ausgesprochene Fahrverbot für die Aarefähre der Familie Antener bei Nennigkofen schlug hohe Wellen. Jene Fähre beim «Aareinseli» ist aber nicht die einzige im Kanton: In Wolfwil gibt ein ähnliches Gefährt dem «Restaurant Fähre» seinen Namen.

Dieses sei jedoch gesetzeskonform, so Andreas Mock, Mediensprecher bei der Kantonspolizei Solothurn: «Im Unterschied zur Fähre beim «Aareinseli», hat diese in Wolfwil ein Kontrollschild, ist somit bei der Motorfahrzeugkontrolle registriert und geniesst Versicherungsschutz für kommerzielle Personentransporte.»

Diverse Standards erfüllt

Eine Fähre muss diverse Sicherheitsstandards erfüllen, um von der Schifffahrtskontrolle zugelassen zu werden. Bei der Wolfwiler Fähre ist das der Fall und sie wird regelmässig überprüft, so Andreas Mock. «Bei der ‹Aareinseli›-Fähre haben wir allerdings festgestellt, dass sämtliche Schweissnähte brüchig und einige Spanten gerissen sind.»

Bei diesen Bauteilen handelt es sich um tragende Bauteile zur Verstärkung des Rumpfes.

Sicherheitstechnisch wichtig sei ausserdem ein doppelter Boden als Auftriebskörper, erzählt Mock: Die Wolfwiler Fähre verfüge über einen doppelten Boden, welcher sie unsinkbar mache. «Die Fähre bei Nennigkofen könnte hingegen versinken, wenn zu viel Wasser in den Bootskörper reinläuft.» Dass der Untergang der «Aareinseli»-Fähre kein unrealistisches Szenario ist, habe sich bereits vor einigen Jahren gezeigt.

Bereits einmal gesunken

Andreas Mock korrigiert die verbreitete Meinung, dass die «Aareinseli-Fähre noch nie in Schwierigkeiten geraten sein soll: «Wir wissen von keinem Unfall mit Personenschäden während der über 30 Betriebsjahre der Fähre.» Der Kantonspolizei sei jedoch ein Zwischenfall von vor drei Jahren bekannt: «Die ‹Aareinseli›-Fähre ist damals mitsamt geladenem Traktor gesunken.» Fähre und Traktor seien danach geborgen worden. «Der Vorfall wurde damals rapportiert, jedoch vor allem aus Umweltschutzgründen beurteilt. Eine strafbare Handlung lag nicht vor», erzählt Mock. Der Besitzer habe sich selbst um die Bergung gekümmert.

Mängel schon länger bekannt

Die Besitzer der «Aareinseli»-Fähre seien schon Mitte September letzten Jahres auf die Mängel aufmerksam gemacht worden, erklärt Andreas Mock: «Wir waren damals wegen der Kontrolle eines anderen Boots mit der MFK vor Ort, als uns der Zustand der Fähre aufgefallen ist. Wir haben den Betreiber darauf aufmerksam gemacht, aber es hat sich kaum etwas getan. Deswegen haben wir ihm Ende Jahr den Personentransport sofort verboten und für den Warentransport eine Frist bis Ende Januar unter Auflagen gesetzt. Dagegen hat er jetzt Beschwerde eingelegt, was ja auch sein gutes Recht ist.»

Die Betreiberin der Wolfwiler Fähre, Nicole Ackermann, wollte sich zum Fall «Aareinseli» nicht äussern. Ebenso keine Auskunft gab sie zum genauen Aufbau ihrer Fähre.