Projektwoche
Die Winznauer Kinder bewegen sich und lernen den Wald kennen

Die aktuelle Projektwoche der Schulkinder und Kindergärtler steht unter dem Motto: «Wald erleben». Diese Woche arbeiten sie in den Wald-Ateliers im Balmis-Wald und unternehmen einen Ausflug zum Walderlebnispfad im Oltner Hardwald.

Beat Wyttenbach
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Unter der Leitung von Astrid Geering (links) lassen sich allerlei Vogelarten entdecken.

Unter der Leitung von Astrid Geering (links) lassen sich allerlei Vogelarten entdecken.

Beat Wyttenbach

Traditionell führen Primarschule und Kindergarten Winznau in der letzten Schulwoche vor den Sommerferien ihre Projektwoche durch, so auch in diesem Jahr. Heuer widmen sich die Kids und die Lehrkräfte dem Thema Wald, verbunden mit allerlei Erlebnissen. «Das Projektthema stand schon vor den Frühlingsferien fest. In jedem Jahr müssen wir ein Themenfeld finden, das sich für 120 Kinder eignet», erklärt Lehrerin Heidi Senn.

Entsprechend finden die meisten Aktivitäten im unteren Teil des Balmis-Waldes statt, wo verschiedene Waldateliers eingerichtet wurden.

Ein Thema, das dazu dient, die Pflanzen des Waldes kennenzulernen, behandelt Heidi Senn zusammen mit ihrer Kollegin Martina von Arx. Die Kinder werden mit dem Aussehen der Pflanzen vertraut gemacht, müssen sie einsammeln und stellen daraus verschiedene Produkte her, etwa Tee aus Brennnesseln, Holunder oder Spitzwegerich; Handbalsam mit Pflanzen und Kokosfett oder Tannenspitzensirup, den die Eltern dann am Freitag probieren dürfen. Gleichzeitig lernen sie auch, welche Pflanzen giftig sind und man sie entsprechend nicht verwenden darf.

Aber auch andere Posten warten auf die Kids: «Bauen im Wald» beispielsweise erlaubt den Kleinen, Baumhütten aus Ästen oder Zeltblachen zu errichten oder einen kleinen Seil- oder Kletterpark aufzubauen. Wieder an einem anderen Posten kann man sich auf die fünf Sinne fokussieren und den Wald so bewusst wahrnehmen.

Eine weitere Gruppe lernt den Balmis-Wald anhand einer Schnitzeljagd näher kennen, und wiederum eine Gruppe ist mit Revierförster Georg Nussbaumer unterwegs. Und schliesslich lernen die Kids auch allerlei Wissenswertes über die Tiere des Waldes.

«Die Gruppen sind altersdurchmischt und enthalten Kinder vom kleinen Kindergarten bis hinauf zu den Sechstklässlern. Die Älteren lernen so, Verantwortung für die Kleinsten zu übernehmen», erklärt Heidi Senn. Die Gruppen bleiben während der ganzen Woche gleich zusammengesetzt und absolvieren die Posten nach dem Rotationsprinzip. Und ihre Kollegin Ursula Lüthi ergänzt: «Gleichzeitig bewegen sie sich viel; immerhin müssen sie in dieser Woche sieben Mal vom Schulhaus in den Balmis-Wald hinauflaufen und wieder zurück».

Ziel der Woche sei, dass die Kinder den Wald und seine Bewohner, aber auch die nähere Umgebung kennenlernen. «Es gibt Kinder, die gar keine Pflanzen kennen», meint sie vielsagend.

Doch es bleibt nicht bei der Arbeit im Waldatelier: Gestern Dienstagmorgen konnten sich zwölf unentwegte Kids überwinden, schon sehr früh aus den Federn zu steigen, um mit Feldornithologin Astrid Geering, Mitglied beim Naturschutzverein Winznau, auf Vogelbeobachtungstour zu gehen.

Angefangen mit den Starennestern beim Schulhaus, trafen die Kleinen beim Schützenhaus und im Wald auch auf Amseln, Elstern, Mauersegler, Hausrotschwänze sowie Mehl- und Rauchschwalben. Heute Mittwoch sind die Kids im Oltner Hardwald unterwegs und absolvieren die zehn Posten des Walderlebnispfades (www.forst-olten.ch / dienstleistungen / walderlebnispfad).

Höhepunkt dürfte der Freitag werden. Bereits am Morgen besammeln sich Kinder, Eltern und Lehrkräfte beim Schulhaus, um gemeinsam in den Balmis-Wald hinaufzuwandern. Dort können die Eltern die Waldateliers kennenlernen. Ein gemeinsames Grillieren am Mittag leitet über zur Verabschiedung der Sechstklässler, die Winznau in Richtung weiterführender Schulen verlassen.

Das Kuchenbuffet und das Schlusslied werden dann überleiten zum Beginn der Sommerferien, wozu auch der Rest der Woche eigentlich schon diente. «Die Projektwoche ist im Grunde genommen auch ein Ausgleich zur Schule. Die Kinder kommen an die frische Luft und erhalten so auch Ideen, was sie in den Sommerferien unternehmen könnten», resümiert Ursula Lüthi.