Weihnachten sind in unseren Breitengraden nicht fröhlich, sondern zuerst hektisch und dann ein eher besinnliches Fest. Trotzdem wünschen wir uns gegenseitig fröhliche Weihnachten. Woher dieser Brauch kommt, berichtete der Härkinger Schauspieler Christoph Schwager am Sonntagabend in der Schälismühle. Wobei «berichten» zu kurz greift.

In seinem Erzähltheater fesselte er das Publikum nicht nur, indem er die Geschichte vortrug. Sondern der Mime Christoph Schwager, spielte gleich die Szene, die er erzählte. Er schlüpfte in die verschiedensten Rollen und stellte die handelnden Personen mit weiten Gesten dar. Dabei gebrauchte er weder Kostüme noch Requisiten.

Trotzdem erkannte man sofort die Gestalten, die er auf die Bühne brachte, seien es ein Ochs, ein Esel, ein Engel oder ein quengelndes Kind. Hubert Steiner verlieh dem Ganzen eine zusätzliche Facette, indem er Christoph Schwagers Spiel mit bildreichen Melodien auf dem Keyboard oder mit sanften bis kratzenden Tönen auf der Geige untermalte.

Fröhliche Weihnachten

So erzählte und spielte das Ensemble Schwager und Steiner die Geschichte von der fröhlichen Weihnacht in Bethlehem. Diese hat zwar keinen Eingang in die abgesegnete Version des Evangeliums gefunden. Wohl, weil die biblischen Schriftteller den heiligen Ernst nicht infrage stellen wollten, wie Schwager vermutet.

Eigentlich begannen die Ereignisse im Stall zu Bethlehem alles andere als heiter, verriet Christoph Schwager. Der Ochs und der Esel maulten, weil ihre Krippe zweckentfremdet wurde. Maria litt unter Nachwehen und Joseph argwöhnte, ob nicht die Sache mit dem Heiligen Geist als Vater stimmte oder ob nicht doch ein Nebenbuhler im Spiel gewesen sei. Die übellaunigen Hirten waren neidisch auf die drei Morgenländer in ihren prächtigen Gewändern, während handkehrum die Könige die Nase ob dem Stallgeruch rümpften.

Da flatterte ein Spatz durch den Stall. Er hatte entdeckt, dass die Engel mit Flügeln ausgestattet sind wie er. Seither tschilpte er und flog vergnügt hin und her. Schliesslich setzte er sich auf die grosse Zehe des Christkinds, das von den kleinen Federn des Vogels so sehr gekitzelt wurde, dass es laut zu lachen begann. Sein Lachen steckte die ganze Umgebung an, und schliesslich tanzten und sangen die Hirten. Schwager versetzte der Geschichte noch einen zusätzlichen clownesken Dreh, so dass die heilige Familie einen wirklich fröhlichen Abend verbrachte.

Engel Klirrius fesselte

Auf diese Weise trugen das Duo Christoph Schwager und Hubert Steiner drei weitere Weihnachtsmärchen vor. Etwa die Geschichte vom verkrüppelten Tännchen in der Christbaumschule, das jedes Jahr verschmäht, aber schliesslich schön geschmückt den Status «nicht zu verkaufen» erreicht.

Fesselnd waren auch die Erzählung vom ungeschickten Engel Klirrius oder von den drei Weissen, drei weisshaarige Senioren, die an Heiligabend im «Sternen» eine warme Stube finden.

Die nächsten Veranstaltungen in der Schälismühle: Samstag, 4. April 2014 «Das Leben ist ein Heimweg» von Rhaban Straumann und Roman Wyss; Freitag 9. Mai 2014 musikalisch umrahmtes Jubiläumsfest zum zehnjährigen Bestehen des Vereins Freunde der Schälismühle mit Buchvernissage