Kestenholz
Die Weichen für den Schulhausneubau wurden gestellt

Die Gemeindeversammlung von Kestenholz genehmigte die Erhöhung des Steuerfusses auf 119 Prozent. Das «Schulhausprojekt» war unbestritten.

Erwin von Arb
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Klare Linien: Das neue Schulhaus (links) vom siegreichen Projekt « Kaspar» neben dem alten Schulhaus, das nach der Sanierung als Infrastrukturgebäude für die Schule dienen soll.

Klare Linien: Das neue Schulhaus (links) vom siegreichen Projekt « Kaspar» neben dem alten Schulhaus, das nach der Sanierung als Infrastrukturgebäude für die Schule dienen soll.

Illustration: zvg

Eine Investition in die Jugend tätigte am Mittwochabend die Gemeindeversammlung in Kestenholz, zu welcher Gemeindepräsident Arno Bürgi 132 Stimmberechtigte begrüssen konnte. Gemeint ist die vom Gemeinderat beantragte Steuererhöhung um 4 Prozentpunkte auf neu 119 Prozent, um damit das 8,3 Mio. Franken teure «Schulhausprojekt» zu finanzieren. Dieses beinhaltet den Bau des neuen Schulhauses inklusive eines Provisoriums im Betrag von 7,35 Mio. Franken sowie die Erschliessung der Joseph-Joachim-Strasse für 780 000 Franken.

Verschuldung steigt an

Obwohl in den kommenden Jahren mit einem deutlichen Anstieg der Verschuldung gerechnet werden müsse, könne sich die Gemeinde das Projekt leisten, zumal bezüglich der Infrastruktur bei den Werken alles zum Besten stehe, wurde bei der Beratung des Projekts erwähnt. 2016 wird die Pro-Kopf-Verschuldung Berechnungen zufolge auf rund 5000 Franken ansteigen. Diese soll aber in den Folgejahren wieder abgetragen werden. Wegen der derzeit günstigen Zinssätze müsse der Steuerfuss aber dennoch nicht wie angekündigt um 6 sondern lediglich um 4 Prozentpunkte auf 119 Prozent erhöht werden.

In der Versammlung war das vorgängig von Gemeinderat Andreas Gautschi vorgestellte Projekt nicht bestritten. Ausser einigen Fragen zur technischen Ausführung und der Gestaltung des Pausenplatzes und des Parkplatzangebots oder möglicher Zinsentwicklungen auf dem Geldmarkt kam es zu keinen Wortmeldungen.

Deutliche Zustimmung

Für Erhöhung des Steuerfusses um 4 Prozentpunkte auf neu 119 Prozent bei den natürlichen Personen votierten in der im Anschluss vorgenommenen Abstimmung 93 Stimmberechtigte, 36 sprachen sich dagegen aus. Mit 93 gegen 23 Stimmen wurde auch der Erhöhung des Steuersatzes für juristische Personen auf 119 Prozent deutlich gutgeheissen.

Die Umsetzung des insgesamt rund 8,3 Mio. Franken teuren «Schulhausprojektes» soll im kommenden Jahr vorangetrieben werden. Der Bezug des neuen Schulhauses soll gemäss Zeitplan im Frühling 2017 erfolgen. Zugestimmt wurde im Übrigen der Erhöhung der Hundesteuer von bisher 110 Franken auf neu 120 Franken.

Budget mit Ertragsüberschuss

Verabschiedet von der Versammlung wurde auch das von Finanzverwalter Markus Wyss erläuterte Budget 2015, welches bei Ausgaben von 8,366 Mio. Franken einen Ertragsüberschuss von 2825 Franken vorsieht. Von den natürlichen Personen wurden Steuereingänge in der Höhe von 4,154 Mio. Franken budgetiert, bei den juristischen Personen solche von 1,061 Mio. Franken.

Netto sollen im kommenden Jahr 4,901 Mio. Franken investiert werden. 3,5 Mio. Franken entfallen auf den Neubau des Schulhauses, 600 000 Franken auf die Erschliessung der Joseph-Joachim-Strasse, 200 000 Franken auf die Reinwasserleitung Rüttistrasse (Spezialfinanzierung Abwasser) sowie 505 000 Franken für die Erschliessung Mohnweg. Investitionskredite von 90 000 Franken und 130 000 Franken wurden ferner für die Sanierung der Flurwege und die Sanierung des Köpfliweges gesprochen.

Am Schluss der Versammlung gratulierte Gemeindepräsident Arno Bürgi Finanzverwalter Markus Wyss, der mittlerweile seit 20 Jahren kompetent und mit Umsicht für die Finanzen der Einwohnergemeinde verantwortlich zeichne.