Oensingen
Die WC-Anlage wird auf eine Einheit reduziert

Der Oensinger Gemeinderat sieht kein Bedürfnis für eine grössere Toilettenanlage beim neuen Spielplatz.

Erwin von Arb
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Bis zum Einbau der neuen WC-Anlage im Salzhaus werden die unter dem Dach stehenden mobilen WC-Häuschen genutzt.

Bis zum Einbau der neuen WC-Anlage im Salzhaus werden die unter dem Dach stehenden mobilen WC-Häuschen genutzt.

Erwin von Arb

Bereits in der Planungsphase des neuen Spielplatzes auf dem Dr. Walter Pfluger-Platz hatte der Gemeinderat den Bau einer öffentlichen WC-Anlage in Betracht gezogen. Als Standort bot sich das westlich des Spielplatzes gelegene Salzhaus an, in welches die WC-Anlage integriert werden soll. Erstmals konkretisiert wurde das Geschäft an der Ratssitzung vom 27. März. Damals wurde in Bezug auf die Grösse der Anlage auch über eine mögliche Nutzung während des Zibelimärets sowie für allfällige andere Anlässe diskutiert.

85'000 Franken im Vollausbau

An der Sitzung vom vergangenen Montag legte Bauverwalter Andreas Affolter dem Gemeinderat eine gegenüber den ersten Plänen etwas abgespeckte Version vor. Diese beinhaltet den Einbau einer rollstuhlgängigen WC-Kabine mit Wickeltisch. In der Offerte aufgeführt sind ferner je ein Abteil für Frauen und Männer mit insgesamt vier weiteren Kabinen. In allen drei Abteilen sollen je ein Waschtisch, bei den Herren zudem drei Pissoirs installiert werden. Für die im Holzbau ausgeführte Anlage ist gemäss den eingeholten Offerten mit Kosten von rund 85'000 Franken (Variante 1, Vollvariante) zu rechnen. Die vom Gemeinderat verlangte «Lightvariante» (abgespeckte Variante) verursacht Kosten von 65'000 Franken.

Zuviel, wie der Gemeinderat befand. Dies trotz Blick auf das mögliche jährliche Einsparpotenzial von 3500 Franken, welche für die Miete der WC-Anlage am Zibelimäret dann nicht mehr bezahlt werden müssten.

Ins Feld geführt wurde vom Gemeinderat, dass es keinen Sinn mache, nur wegen des Zibelimärets eine solch grosse Anlage zu bauen. Und für den Spielplatz allein reiche das erwähnte Invaliden-WC und damit nur eine Zelle vollständig aus. Diese könne ohne weiteres als Unisex-WC genutzt werden, so der Tenor im Rat.

20'000 Franken-Kostendach

Bauverwalter Andreas Affolter bestätigte, dass mit der Reduktion auf nur eine WC-Kabine die Kosten markant gesenkt werden könnten. Affolter sprach von einem Kostendach von 20'000 Franken, was gegenüber den vorgeschlagenen Varianten einer Einsparung von rund 40'000 Franken entsprechen würde. Den grossen Preisunterschied begründete Affolter mit dem Wegfall der Armaturen in den nicht mehr vorgesehenen Zellen.

Der Rat gelangte in der Folge zur Überzeugung, dass mit Blick auf die Kosteneinsparung der Einbau von nur einer rollstuhlgängigen WC-Einheit mit Wickeltisch der Vorzug gegeben werden sollte. Die Bauverwaltung erhielt den Auftrag, die genauen Kosten für diese Variante einzuholen. Bei der Ausführung der Anlage soll zudem ein allfälliger Ausbau der Anlage sichergestellt werden. Der Gemeinderat wird an seiner nächsten Sitzung abschliessend über das Geschäft befinden. Bis zum Bau der WC-Anlage werden die beim Salzhaus installierten mobilen WC-Häuschen stehen bleiben.

«Überrissener Hochwasserschutz»

Diskutiert wurde im Rat auch die Vorstudie des Kantons für den Hochwasserschutz und die Revitalisierung der Dünnern zwischen Oensingen und Oberbuchsiten. Die vom Kanton vorgeschlagenen Varianten wurden allesamt als über das Ziel hinaus schiessend bezeichnet. Der Rat schloss sich deshalb der Meinung der Gemeindepräsidentenkonferenz Gäu (GPG) an, welche sich für die Variante «Durchleiten» mit lediglich punktueller Renaturierung und Revitalisierungen der Dünnern im Gäu ausspricht.

Mit der vom Kanton favorisierten Variante mit der Überflutung von Kulturland und rund acht Meter hohen Dammbauten werde das Gäu als einstige Kornkammer infrage gestellt, wurde im Rat erwähnt. Kritisch hinterfragt wurde auch der Handlungsbedarf für solch massive Eingriffe in Natur und Landschaft, zumal die Dünnern seit der Korrektion vor über 80 Jahren nie mehr über die Ufer getreten sei. Der Gemeinderat erwartet deshalb vom Kanton eine Überarbeitung der Vorstudie Planunterlagen. Im Rahmen der Vernehmlassung soll das Amt für Umwelt davon in Kenntnis gesetzt werden.

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